Was Foda beim ÖFB-Pflichtsieg in Moldawien ärgerte

 

"Man kann es kurz und bündig ausdrücken - Pflichtsieg erfüllt. Wir wollten drei Punkte holen, das ist auch gelungen", bilanziert Franco Foda.

Das Wie hat den ÖFB-Teamchef beim 2:0-Sieg in Moldau beim ersten von drei WM-Qualifikations-Spielen in diesem September-Lehrgang jedoch keineswegs zufriedengestellt.

Alles in allem habe man sich das Leben selbst schwer gemacht, sei teilweise zu lässig aufgetreten.

"Man muss einfach zielorientierter agieren, das war in der einen oder anderen Phase des Spiels einfach zu wenig", gibt der 55-Jährige zu bedenken und kritisiert:

"Wir waren in gewissen Phasen unkonzentriert, vor allen Dingen im Spiel im letzten Drittel. Wenn wir in der ersten Halbzeit das Tempo erhöht haben, kamen wir zu klaren Tormöglichkeiten, aber unterm Strich waren wir zu unentschlossen vor dem Tor."

Stellt sich die Frage: Kann man angesichts der bekannt schwierigen Umstände Nachsicht walten lassen oder muss man trotz dieser Widrigkeiten einfach mehr verlangen dürfen?

Keinen Rhythmus im Verein

(Text wird unter dem Highlight-Video fortgesetzt)

Auch Fodas Tendenz geht diesbezüglich dazu, mehr zu verlangen, wenngleich er diverse Probleme vor allem personeller Natur nicht vergisst.

"Mir war bewusst, dass wir Ausfälle zu verkraften haben. Das war ein Problem. Das zweite Problem war, dass einige Spieler, die gespielt haben, keinen Rhythmus in ihren Vereinen hatten. Das hat man im Laufe des Spiels auch gemerkt", so der Deutsche.

Exemplarisch führt Foda Konrad Laimer, der eigentlich schon zur Pause raus wollte, Louis Schaub und Florian Grillitsch an.

Foda: "Das ist das, was mich ärgert"

"Letztendlich haben wir einige Probleme, deshalb gibt es klar auch Nachsicht - keine Frage!", so der Teamchef, der jedoch umgehend einschränkt:

"Trotzdem: Wir waren vor allem ersten Halbzeit oft durch in der letzten Zone. Da muss man einfach entschlossener den letzten Pass spielen und beim Torabschluss zielstrebiger sein. Das ist das, was mich ärgert."

Dass es in Chisinau mit einer uneingespielten Truppe keinen Schönheitspreis zu gewinnen gibt, war zu befürchten. Ein weiterer Blickwinkel ist jedoch, dass diese Partie für so manchen Nachrücker eine Gelegenheit war, sich zu präsentieren und für weitere Startelfeinsätze aufzudrängen.

Schaub als Bereicherung

Diese Chance blieb bei einigen ungenützt. Eine Ausnahme war Louis Schaub, der einige gute Akzente setzte, zumindest so lange die Kraft reichte.

"Trotz allem war Louis im Spiel eine Bereicherung, er konnte sich oft im Eins gegen Eins durchsetzen. Insofern war ich mit ihm über weite Strecken zufrieden."

Franco Foda

"Louis hat zuletzt bereits bei Köln ein Tor erzielt. Er ist ein guter Spieler, aber man merkt einfach den Rhythmus, dass er immer nur kurz zum Einsatz kommt, 20 oder 25 Minuten. Trotz allem war er im Spiel eine Bereicherung, er konnte sich oft im Eins gegen Eins durchsetzen. Insofern war ich mit ihm über weite Strecken zufrieden, aber nach 60, 65 Minuten ist er dann zu mir gekommen und hat gesagt, er hat Probleme mit der Wade, deswegen habe ich ihn auswechseln müssen", so Foda.

Eine der Situationen, in denen er improvisieren musste. Dieser Mix aus bei ihren Vereinen überbelasteten oder zu wenig eingesetzten Spielern, kombiniert mit drei Quali-Spielen in sechs Tagen und dem einen oder anderen Wehwehchen (wie David Alabas Oberschenkel) droht wie befürchtet du einem Dauerzustand dieses Lehrgangs zu werden.

In Israel soll Alaba 90 Minuten spielen

Bereits am Donnerstag reist der ÖFB-Tross aus der Republik Moldau weiter nach Israel, wo man sich fraglos besser präsentieren muss, um zu bestehen. Wer diese Aufgabe in Angriff nimmt, wird auch von der Fitness abhängen.

"Ich gehe davon aus, dass David in Israel wieder voll dabei ist und über 90 Minuten spielen kann."

Franco Foda

So müsse man etwa bei Laimer oder Grillitsch schauen, wie sich die kommenden Tage entwickeln. "Wir werden gegen Israel wahrscheinlich die eine oder andere Änderung vornehmen müssen", vermutet der ÖFB-Chefcoach.

Die eine oder andere indes durchaus auch geplant. So schonte Foda in Chisinau Aleksandar Dragovic. Alaba soll nach seinem Kurzeinsatz drei Tage später wieder von Beginn an zur Verfügung stehen:

"Nach Rücksprache mit der medizinischen Abteilung wäre es nicht sinnvoll gewesen, ihn über 90 Minuten spielen zu lassen, deswegen hatte er nur einen Kurzeinsatz. Aber ich gehe davon aus, dass er in Israel wieder voll dabei ist und über 90 Minuten spielen kann."

Nun warten Zahavi und Dabbur

Das Regenerations- beziehungsweise Spielersatz-Training findet am Donnerstagvormittag noch in Chisinau statt: "Am Nachmittag fliegen wir nach Israel und werden uns am Abend sehr intensiv auf den Gegner vorbereiten und der Mannschaft die Stärken und Schwächen von Israel präsentieren. Am Freitag folgt das Abschlusstraining, dann werden wir dort ein gutes Spiel an den Tag legen."

Die Mittwochs-Spiele (2:0-Sieg von Dänemark gegen Schottland, 4:0-Erfolg von Israel auf den Färöer) haben für Foda jedenfalls nichts an der Ausgangsposition in Gruppe F verändert:

"Man konnte von den Ergebnissen aller drei Mannschaften ausgehen. Wir haben eine Pflichtaufgabe erfüllt, am Samstag wartet ein anderer Gegner. Vor allem hat Israel mehr Qualität im Angriff mit Zahavi und Dabbur. Zahavi hat wieder drei Tore erzielt. Da gilt es vor allen Dingen in der Verteidigung konzentriert zu Werke zu gehen. Wir werden aber auch unsere Möglichkeiten bekommen."

Fodas Erwartung: "Dass wir in Israel konzentrierter sein werden, als es heute der Fall war."

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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