ÖFB-Team: Franco Fodas Antwort an die Kritiker

 

Zu behaupten, Franco Foda hat bei der Abschluss-Pressekonferenz für das Schottland-Spiel (Dienstag, 20:45 Uhr im LIVE-Ticker) keine sonderliche Lust verspürt, über die Kritik an seiner Person zu sprechen, wäre eine dezente Untertreibung.

"Mit diesem Thema beschäftige ich mich nicht, weil ich davon ausgehe, dass wir morgen gewinnen werden", wehrt er die "Einstiegsfrage" ab, was es für seine Position bedeuten würde, wenn der Pflichtsieg nicht gelingt.

Ob nicht auch der Teamchef dafür mitverantwortlich sei, wenn den Spielern Fehler wie jene beim 2:5 in Israel unterlaufen?

Foda kurz angebunden: "Der Trainer einer Mannschaft ist für alles verantwortlich."

Spätestens als der Medientermin beim Thema angelangt ist, wie gut oder schlecht eigentlich das Verhältnis zwischen dem Teamchef und seiner Mannschaft ist, musste sich der 55-Jährige dann aber doch auf die öffentliche Auseinandersetzung mit der Kritik einlassen.

In diesem Zusammenhang sollte man auch gesehen haben, wie ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel am Sonntag die Frage nach dem Verhältnis zwischen Teamchef und Mannschaft beantwortet hat - siehe folgender Tweet:

Foda: "Habe sehr gutes Verhältnis zur Mannschaft"

Sagen wir so: Man kann einen Trainer bei besagtem Stimmungs-Thema intensiver in Schutz nehmen, was der Sportchef in Sachen inhaltlicher Kritik jedoch auch noch durchaus vehement tat.

Foda dazu: "Ich von meiner Seite aus habe ein sehr gutes Verhältnis zur Mannschaft und denke, das hat man auch mitbekommen während der Europameisterschaft und auch danach die Aussagen der einzelnen Spieler."

Recherchen, die sehr wohl ein zerrüttetes Verhältnis zu zumindest Teilen der Mannschaft ergeben, könne er nicht beurteilen.

"Das müssten Sie einfach konkretisieren und auch Namen nennen. Dann kann ich Ihnen auch eine klare Antwort darauf geben", spielt der Teamchef den Ball an den Fragesteller zurück, der seine teaminternen Quellen logischerweise nicht öffentlich an den Pranger stellen kann.

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

Alaba hilft dem Teamchef

David Alaba, als Kapitän neben Foda am Podium, springt seinem Teamchef bei dieser Thematik jedenfalls hilfreich zur Seite:

"Wenn wir kein gutes Verhältnis zum Trainer hätten, hätten wir auf keinen Fall so eine gute Europameisterschaft gespielt", betont der Real-Legionär und stellt klar, dass das Verhältnis "weiterhin gut" sei:

"Auf jeden Fall. Das Verhältnis ist gut, die Stimmung innerhalb der Mannschaft ist gut. Das spiegelt sich sicher nicht im Ergebnis gegen Israel wider."

Worauf ist die Intensität der Kritik zurückzuführen?

Nach diesem 2:5 brachen teilweise die Dämme. Teilweise wurde vom "Teamchef am Ende" geschrieben, zumindest sei Foda angezählt.

"Wenn so etwas recherchiert wurde, dann sollte man auch den Mut haben, das beim Namen zu nennen und nicht immer nur sagen: Ich habe gehört... Ich glaube, das ist kein guter Journalismus."

Franco Foda

Nun sind Debatten darüber, ob der Deutsche der richtige Trainer für diese Mannschaft ist, definitiv keine Neuigkeit. Im Prinzip geht es da weiter, wo es vor der EURO aufgehört hat.

Worauf er selbst für sich zurückführt, dass die Intensität der Kritik derart hoch ist, was dafür spricht, dass ihm die EM-Leistungen keinen zusätzlichen Kredit verschafft haben?

"Man weiß ja, ich lese wenig Zeitung, deswegen kann ich das nicht beurteilen. Das muss jeder für sich selbst entscheiden, wie und aus welchen Gründen er Kritik übt. Warum müsste man die einzelnen Journalisten fragen", schmunzelt Foda.

Die Co-Trainer und Kinder lesen mehr Zeitung

Nach dem EM-Achtelfinale gegen Italien hatte Foda gemeint, dass seine "Kritiker nun Pause" hätten. Wie das zusammenpassen würde mit seinem Standard-Spruch, dass er kaum Medien konsumiert?

"Ich habe ja einige Co-Trainer und natürlich auch Kinder. Da bekommt man schon einiges mit. Aber man kann sich definitiv sicher sein, dass ich einige Medien nicht lese."

In der Kritik zu stehen ist logischerweise nie angenehm, aber zumindest sachliche Kritik muss man in der Funktion eines Teamchef definitiv vertragen.

Unfair, derart ins Schussfeld zu geraten?

Ob er es jedoch persönlich als unfair empfinden würde, bereits zwei Monate nach der EURO derart ins Schussfeld zu geraten?

"Es gehört anscheindend zu unserem Business dazu", kommentiert Foda und holt doch noch ein wenig aus:

"Ich habe immer gesagt, in der Sportwelt - gerade im Fußball - gibt es sehr schnell Stimmungsschwankungen in beide Richtungen. Es ist leider so, das muss man akzeptieren und respektieren. Mir geht es einfach nur darum, dass Berichterstattung auch inhaltlich sein muss. Wenn so etwas recherchiert wurde, dann sollte man auch den Mut haben, das beim Namen zu nennen und nicht immer nur sagen: 'Ich habe gehört...' Ich glaube, das ist kein guter Journalismus."

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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