Foda: "Dieser Sieg gehört uns allen und den Fans"

 

Letztlich war es natürlich auch sein großer Triumph.

Vor dem Spiel konnte man sich nach den recht unterschiedlichen Trainer-Darbietungen in den ersten beiden Gruppen-Spiele fragen, welche Version von Franco Foda gegen die Ukraine zur Arbeit erscheinen würde.

Es war die mutige Version, und das ist, wenn man seinen Kritikern glauben darf, die allerseltenste.

Am Ende seines Arbeitstags konnte man folglich die ausgelassene Version des Deutschen erleben - dies gab das 1:0 gegen die Ukraine und der damit verbundene Aufstieg ins EURO-Achtelfinale auch her.

"Die Emotionen direkt nach dem Spiel waren großartig. Das sind die schönen Momente im Fußball, wenn du Spiele gewinnst. Wir wollten Geschichte schreiben. Das war immer unser Thema. Schon am ersten Tag der Zusammenkunft haben wir klar das Ziel definiert, dass wir ins Achtelfinale kommen. Das haben wir erreicht. Es ist ein historischer Sieg."

Spielplan der Gruppe C>>>

Tabelle der Gruppe C>>>

Foda von Mannschaft beindruckt

Einmal in Fahrt, verteilte Foda munter Komplimente - allen voran natürlich an seine Spieler, aber letztlich im Prinzip an jeden Mitarbeiter des ÖFB, der etwas mit dem EURO-Projekt zu tun hat.

"Mich hat es beeindruckt, wie die Mannschaft aufgetreten ist. Von der ersten Minute an hat man gespürt, dass sie dieses Spiel unbedingt gewinnen will. Das einzige Manko war, dass wir nach der ersten Halbzeit eigentlich 2:0 oder 3:0 hätten führen müssen. Auch in der zweiten Halbzeit haben wir Kontermöglichkeiten nicht zu Ende gespielt. Aber Kompliment! Ich bin sehr stolz auf die Truppe", gratuliert der 55-Jährige.

In einer Partie, deren Ausgangsposition dazu eingeladen hätte, eher abwartend anzufangen, löste der Teamchef von Beginn an auch seine eigene Handbremse und ließ seine Spieler überfallsartig auf das Team der Ukraine los.

Wann hat das Nationalteam zuletzt so gut gespielt?

Nach dem Spiel drängte sich die Frage, wann denn das Nationalteam das letzte Mal ein so gutes Fußball-Spiel gemacht habe, nahezu auf. Schließlich ist diese Performance ein heißer Kandidat auf die beste Leistung in der Ära Foda.

Dem ÖFB-Chefcoach gefällt der Gedanke weniger, seiner Meinung nach habe man schon öfters starke Partien abgeliefert:

"Also unter meiner Regie haben wir gerade in der EM-Qualifikation viele gute Fußball-Spiele gemacht, sonst hätten wir uns nicht für die EURO qualifiziert - und das heute war natürlich eine Top-Leistung zum richtigen Zeitpunkt. Die Mannschaft hat alles umgesetzt, was wir besprochen haben. Sie haben in gewissen Situationen auch eigene Entscheidungen getroffen. Genau so muss es sein."

Foda: "Ich habe ja immer gesagt..."

"Ich habe ja immer gesagt, wir werden bereit sein."

Franco Foda

Aber ob er konkret ein Spiel im Kopf habe, in dem Österreich so gut aufgetreten sei? Foda fällt das Gastspiel in Nordmazedonien ein, auch in der Nations League in Norwegen habe man toll gespielt, genauso in der ersten Halbzeit in Nordirland:

"Es gab immer wieder Phasen, in denen wir richtig gut im Spiel waren. Aber das große Manko auch in diesen Spielen war, dass wir zu wenig Tore erzielt haben. Aber heute ist natürlich ein besonderes Spiel, denn wir waren bei einer Europameisterschaft und mussten das Spiel unbedingt gewinnen. Dann so eine Leistung abzurufen, zeigt, dass die Mannschaft bereit war."

Nachsatz: "Und ich habe ja immer gesagt, wir werden bereit sein. Die Mannschaft hat es umgesetzt."

Dieser Moment der Rechthaberei sei dem Teamchef vergönnt. Denn erstens hatte er recht und zweitens ging es gegen die Ukraine letztlich auch um seinen Job. Bei einem Ausscheiden nach der Vorrunde wäre die Kritik an seiner Person wohl zu laut geworden.

Das Fußball-Land hinter dem Nationalteam vereinen

Nun darf er sich dafür feiern lassen, das ÖFB-Team ins erste K-o.-Spiel bei einem Großereignis seit 1954 geführt zu haben.

"Es war wichtig für den gesamten österreichischen Fußball - für das Team, für die Fans. Wir haben ja immer davon gesprochen, dass die Euphorie etwas fehlt. Die Euphorie ist ja da!"

Franco Foda

Nach einem Match, in dem der Teamchef seine taktische Handbremse gelöst hat, besteht natürlich die Hoffnung, dass auch viele Skeptiker sich von der Stimmung rund um den Aufstieg anstecken lassen.

Foda hofft darauf, dass sich Fußball-Österreich nun hinter dem Nationalteam vereint:

"Es war wichtig für den gesamten österreichischen Fußball - für das Team, für die Fans. Wir haben ja immer davon gesprochen, dass die Euphorie etwas fehlt. Die Euphorie ist ja da! Wenn man heute sieht, wie die Fans die Mannschaft gefeiert haben!"

"Und das ist ja auch das Schöne! Ich habe immer betont, man kann nur gemeinsam erfolgreich sein - wir brauchen die Unterstützung der Fans, auch jene der Medien - von allen! Vom gesamten Betreuerteam, von allen Mitarbeitern. Ich glaube, das hat uns so ein bisschen zusammengeschweißt in den letzten zwei, drei Wochen. Deswegen waren wir auch so positiv gestimmt, dass wir dieses Ziel erreichen können", so Foda weiter.

"Dieser Sieg gehört uns allen und den Fans"

Fodas Dank galt daher allen am Aufstieg Beteiligten: "Ich bedanke mich beim gesamten Betreuerteam, beim Trainerstab, bei allen Mitarbeitern des ÖFB. Sie haben alles für uns gegeben, damit wir uns wohl fühlen. Wir hatten gute Anreisen, einen guten Plan in der Vorbereitung. Deshalb gehört dieser Sieg uns allen und den Fans."

Auch im Moment des Erfolgs wäre Foda nicht Foda, wenn er nicht bereits die nächste Aufgabe im Kopf hätte.

"Heute ist mal kurz feiern angesagt, morgen Regeneration und ab übermorgen die konkrete Vorbereitung auf das Spiel gegen Italien", betont der ÖFB-Teamchef.

Dass das ÖFB-Team in diesem Duell krasser Außenseiter ist, versteht sich von selbst, doch Foda möchte weitere Geschichte schreiben: "Wenn du im Achtelfinale bist, willst du natürlich auch ins Viertelfinale. In einem Spiel ist immer alles möglich."


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

KOMMENTARE..