Foda sieht bei seiner Premiere Licht und Schatten

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"Voller Enthusiasmus in eine neue Ära - Willkommen beim Team, Franco Foda!"

Mit diesem Transparent und Sprechchören begrüßten die ÖFB-Fans den neuen Teamchef nach rund 20 Spielminuten bei dessen Premiere gegen Uruguay.

Das Nationalteam hieß seinen neuen Trainer mit einem 2:1-Sieg willkommen.

Für Foda selbst zählt an einem Fußball-Abend, an dem nicht alles nach Wunsch verlief, letztlich vor allem das Ergebnis.

"Wir sind sehr glücklich, dass wir das Spiel gegen eine absolute Top-Mannschaft aus Uruguay gewonnen haben", freut sich der Deutsche, "am Ende des Tages kann man - gerade weil wir in der ersten Halbzeit bei ein, zwei Situationen Glück hatten, nicht in Rückstand zu geraten - mit dem Ergebnis zufrieden sein."

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Leerlauf vor der Pause

Hatte Österreich in der verkorksten WM-Qualifikation immer wieder mit dem Problem zu kämpfen, als bessere Mannschaft die eigenen Chancen nicht zu verwerten, dafür jedoch für Unachtsamkeiten bestraft zu werden, war es gegen die Südamerikaner umgekehrt.

Die ÖFB-Elf agierte gnadenlos effizient und traf durch Marcel Sabitzer (5.) beziehungsweise Louis Schaub (87.). Uruguay glich zwar durch Superstar Edinson Cavani (10.) früh aus, ließ jedoch vor allem vor der Pause weitere Sitzer ungenützt.

"Gut gespielt haben wir über 90 Minuten nicht, es gab immer nur Phasen. Die zweite Halbzeit hat mir insgesamt gut gefallen, in der ersten Hälfte hatten wir bis auf die ersten zehn Minuten viel Leerlauf drinnen", resümiert Foda.

In den besagten ersten zehn Minuten sei seine Mannschaft "sehr griffig und aggressiv im Spiel gegen den Ball" gewesen, nach dem Gegentor habe man jedoch die Kontrolle verloren: "Wir waren unsicher im Passspiel von hinten heraus, haben zu einfach Abspielfehler begangen."

Ruhige Kabinenansprache plus Systemänderung

Laut wurde der 51-Jährige in der Halbzeitpause jedoch nicht: "Ich war ganz ruhig. In der Halbzeit war es einfach wichtig, der Mannschaft Vertrauen zu geben. Nach dem Ausgleich und der Riesen-Chance von Cavani habe ich gemerkt, dass wir zu passiv wurden, eine gewisse Unsicherheit in der Mannschaft war. Ich habe in der Pause angesprochen, dass wir weiter mit Vertrauen spielen sollen und dass wir das Spiel gewinnen können, wenn wir mit mehr Überzeugung spielen."

ÖFB-Fans begrüßen Foda
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Zudem stellte Foda vom 4-4-2 in der ersten Hälfte auf 4-2-3-1 um. "So haben wir die Sechser-Position des Gegners besser zugestellt und auch wieder mehr Zugriff bekommen. In der zweiten Halbzeit haben wir eigentlich gar keine Möglichkeit mehr zugelassen und selbst besser nach vorne gespielt. Das Pressing hat auch wieder besser funktioniert, wir hatten einige gute Balleroberungen", lobt der ÖFB-Coach.

Alles in allem war es für Foda ein erkenntnisreicher Einstand: "Für mich geht es darum, die Dinge zu analysieren, die wir gut gemacht haben, und die, die wir vielleicht weniger gut gemacht haben. Ab Jänner gilt es, diese Sachen aufzuarbeiten."

Weniger gut gefielen Foda vor allem die Ballverluste, mit denen man Uruguay zum Kontern eingeladen habe. "Teilweise gut funktioniert hat dafür das Gegenpressing. Das haben wir ein paar Mal gut gemacht, wir hatten einige schnelle Balleroberungen. Hin und wieder konnte Uruguay aber durch spielen, wenn wir den Raum vor der Abwehr, auf der Sechser-Position, nicht gut besetzt haben. Da gibt es sicher noch Verbesserungspotenzial. Aber die Spieler versuchen diese Dinge umzusetzen. Gerade in der zweiten Halbzeit war vieles sehr positiv. Das gibt Mut", betont der gebürtige Mainzer.

Arnautovic-Rolle klappt nicht wie erhofft

Letztlich dürfe man außerdem nicht vergessen, gegen wen man gespielt habe: "Uruguay mit Cavani von PSG, Bentancur von Juventus Turin, Vecino von Inter Mailand, die beiden Innenverteidiger von Atletico Madrid – und man weiß, dass Atletico sehr wenig Gegentore erhält. Wir haben immerhin zwei erzielt und hatten sonst noch die eine oder andere gute Möglichkeit. In der zweiten Halbzeit hatte Uruguay bis zum Ende keine herausgespielte Tormöglichkeit mehr."

Ein gut besetzter Gegner, der vor allem die zu Beginn gewählte Taktik des neuen Cheftrainers nicht wie gewünscht aufgehen ließ. Vor allem Marko Arnautovic kam in der Rolle als zweite Spitze nicht wie erhofft zur Geltung und übersiedelte nach dem Seitenwechsel zurück auf den linken Flügel:

"Genau für so etwas sind Testspiele da, um etwas auszuprobieren. Die Idee war, dass wir mit Flo Kainz und Marcel Sabitzer mehr in die Zwischenräume kommen, weil der Gegner mit nur einem Sechser gespielt hat, da gab es Räume zwischen den Linien. Ich wollte, dass beide Außenspieler in diese Räume reingehen. Marko ist eher der Spieler, der in die Breite geht und versucht, im eins gegen eins durchzukommen. In der Halbzeit haben wir dann umgestellt."

Lob für Schaub

Zu den positiven Erkenntnissen am Personalsektor zählt vor allem der frische Wind, den Wechselspieler gebracht haben - allen voran Siegtorschütze Louis Schaub.

"Louis ist ein Spieler, der vorne auf allen Positionen spielen kann, der sich gut zwischen den Linien bewegt, der Räume gut antizipiert. Er hat in den letzten vier Spielen vier Tore erzielt und ist ein Spieler, der Spaß macht."

Foda über Schaub

"Louis ist ein Spieler, der vorne auf allen Positionen spielen kann, der sich gut zwischen den Linien bewegt, der Räume gut antizipiert. Er hat in den letzten vier Spielen vier Tore erzielt und ist ein Spieler, der Spaß macht. Es ist immer gut, wenn ein Trainer weiß, dass er einen Spieler bringen kann, der im Spiel etwas verändert und vor allen Dingen auch mal ein Tor erzielen kann", lobt Foda.

Doch auch Alessandro Schöpf habe nach seiner langen Verletzung einen guten Eindruck hinterlassen, ebenso Valentino Lazaro: "Das sind alles Einwechselspieler, bei denen man sieht, dass wir viele junge Spieler mit viel Potenzial haben."

Wechselkontingent doch nicht ausgeschöpft

Etwas überraschend nutzte Foda nicht wie angekündigt das komplette Kontingent von sechs Wechseln aus, sondern tauschte nur fünf Spieler ein - zwei davon sehr spät. "Das war so nicht geplant. Mitte der zweiten Halbzeit waren wir jedoch gut im Spiel. Ich hatte das Gefühl, dass wir zu diesem Zeitpunkt gut drinnen waren und das Spiel für uns hätten entscheiden können. Da wollte ich nicht zu viele Dinge verändern", begründet Foda.

Einen Tormanntausch zur Pause habe man überlegt: "Aber ich wollte mir mehr Optionen auf dem Feldspieler-Sektor offen lassen, damit ich auch die Möglichkeit habe, etwas zu verändern."

Alles in allem müsse seine Mannschaft jedoch nach Gegentoren noch ruhiger werden, vor allem wenn der Kontrahent danach den Druck erhöht: "Aber das ist ein Lernprozess. Ich bin von dieser Mannschaft hundertprozentig überzeugt und weiß, dass wir nächstes Jahr noch besser spielen werden."

Nun genießt wieder Sturm Vorrang

Ab seinem offiziellen Amtsantritt im Jänner möchte Foda sich viele Spiele in Deutschland und England anschauen. Jeder Spieler werde einzeln beurteilt, jeder hätte die Chance, sich durch Leistung zu empfehlen.

Bis dahin hat das Nationalteam jedoch gedanklichen Nachrang. Bis wann das Uruguay-Spiel in seinem Kopf präsent sein werde, ist für Foda nämlich leicht zu beantworten:

"Bis Mittwochfrüh. Dann steht das Spiel gegen Salzburg mit Sturm im Vordergrund. Das ist für mich aber kein Problem. Ich muss nur mit den Namen aufpassen, denn ich habe gerade so viele Namen im Kopf."

Foda will alles geben, um mit Sturm bis zum Winter so viele Punkte wie möglich zu holen. Der Ausflug zum Nationalteam war jedoch nicht nur wegen des Sieges ein positives Erlebnis:

"Mir hat es viel Spaß gemacht. Auch wenn im Spiel nicht alles so war, wie ich mir das vorgestellt habe, hat mir die Mannschaft sehr viel Freude bereitet."




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