Wie der ÖFB auf "Fall Özil" reagieren würde

Wie der ÖFB auf Foto: © GEPA
 

Der "Fall Mesut Özil" schlägt in Deutschland weiter hohe Wellen. Am Sonntag ist der 29-Jährige nach 92 Länderspielen aus der DFB-Elf zurückgetreten.

Der Weltmeister von 2014 zog damit einen Schlussstrich um seine umstrittene Aktion, als er sich im Mai in London mit dem im Wahlkampf befindlichen türkischen Präsidenten Erdoğan fotografieren ließ.

"Die Presse" fragte beim ÖFB nach, ob ein "Fall Özil" auch in Österreich denkbar wäre. Präsident Leo Windtner gesteht: "Da haben wir keine Handhabe."

Damit meint der ÖFB-Chef allerdings nur Angelegenheiten, die außerhalb eines Lehrganges stattfinden - so wie bei Özil in London.

"Bei uns im ÖFB ist das Thema Foto im Rahmen der Teamcamps klar und straff geregelt. Da kann kein Spieler ausbüchsen, er steht dann unter permanenter Betreuung des ÖFB. Wir tragen schließlich auch die Verantwortung für Klubs, Sponsoren und uns als Verband", erklärt Windtner gegenüber "Die Presse".

Windtner ist für "authentische Aufklärung"

Windtner nennt für den ÖFB einen Weg, um einem "Fall Özil" entgegenzuwirken: "Solche Sachlagen lassen sich nur lösen, wenn der Spieler selbst nach vorne tritt und alles klarstellt. Es geht um authentische Aufklärung. Ansonsten geht es in zu viele Richtungen, lässt es zu viel Raum für andere Meinungen zu."

DFB und Özil hatten geschwiegen, Offensive wäre aber die bessere Verteidigungsvariante gewesen. "Mit Totschweigen ist der Sache nicht gedient."

Ähnlich argumentiert im Gespräch mit "Die Presse" auch ÖFB-Generalsekretär Thomas Hollerer. Man habe aus der DFB-Causa sehr wohl gelernt. "Sollte Derartiges eines Tages bei uns eintreten, würden wir als ÖFB zeitnah darauf drängen, dass sich der Spieler erklärt, eine Stellungnahme abgibt. Er soll seine Motive schildern bzw. die Richtigkeit der Aufnahme bestätigen."

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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