NEWS

Krankl: "Warum soll Österreich keinen Yamal herausbringen?"

Der ehemalige Stürmer sieht beim ÖFB Versäumnisse in der Entwicklung junger Spieler.

Krankl: "Warum soll Österreich keinen Yamal herausbringen?" Foto: © GEPA

Der ehemalige ÖFB-Teamstürmer Hans Krankl betrachtet die Ausbildung junger Spieler in Österreich kritisch.

"Wir züchten viel zu viele Kampfmaschinen. Das ist das System von Ralf Rangnick, der mag das. Da gibt es nur Pressing und gegen den Ball. Wir brauchen einfach wieder mehr Fußballer", sagte der 73-Jährige am Montag bei "Sport und Talk aus dem Hangar-7".

In der Ausbildung der Trainer werde ebenfalls "nur mehr auf das Pressing geschaut", sagte Krankl zudem.

Kann Österreich Weltstars ausbilden?

Ex-ÖFB-Teamspieler Florian Klein sagte, dass man Weltklasse-Offensivspieler wie Lamine Yamal nicht produzieren könne. "Der entsteht einfach."

Ein Spieler wie Erling Haaland könne noch eher gezielt gefördert werden. "Aber das ist, finde ich, nicht die Aufgabe eines Verbands wie dem ÖFB, sondern des Vereins. Im Alter von acht bis 14 Jahren muss in den Vereinen alles auf Technik, Dribbling und Kombinationsspiel ausgerichtet sein. Das Pressing kommt dann oben drauf."

Krankl entgegnete anschließend: "Warum soll Österreich keinen Lamine Yamal herausbringen? Was ist der Unterschied zwischen Österreich und Spanien? Das kann ja nur in der Ausbildung liegen."

"Gewisse Charaktere wurden bei der WM hofiert"

Ex-Southampton- und Wolfsburg-Trainer Ralph Hasenhüttl saß im Hangar-7 ebenfalls am Podium und sprach über den Generationenwechsel im ÖFB.

test
Ralph Hasenhüttl ist derzeit ohne Verein.
Foto: ©ServusTV / Kirsten Frank / Grönländer

"Gewisse Charaktere wurden bei der WM auch hofiert und die sind jetzt nicht mehr da. Spieler wie Alaba und Arnautovic haben viel geleistet und die WM war der Höhepunkt ihrer Karriere. Deswegen mussten die auch spielen, obwohl es wahrscheinlich nicht die beste Wahl war", sagte der 59-Jährige.

Die Sportdirektor-Frage

Zudem war die ÖFB-Sportdirektor-Personalie ein Thema. "Ich finde es sehr schwer, einem Ralf Rangnick einen Sportdirektor zur Seite zu stellen. Wer Ralf kennt und weiß, dass er etwas bewegen möchte, der weiß auch: Dann geht er nicht zu jemandem und sagt, dass er dort anrufen soll, sondern greift selbst zum Hörer und macht das", sagte Hasenhüttl.

"Ralf Rangnick braucht keinen Sportdirektor, weil er alles alleine macht", hielt Krankl fest.

Kommentare