Fodas Pflicht ist erfüllt: Aufatmen beim Teamchef

Fodas Pflicht ist erfüllt: Aufatmen beim Teamchef
 

Wer hätte vor einer Woche gedacht, dass Österreich den Bundeskanzler vor dem ÖFB-Teamchef tauscht?

Diesen tagesaktuellen Seitenhieb muss sich Franco Foda nach dem 2:0-Auswärtssieg auf den Färöer auch anhören, aber diesmal ist er derjenige, der zuletzt lacht.

Dass sein Job ausgerechnet gegen einen Gegner, mit dem man in der ÖFB-Vergangenheit bereits besonders leidvolle Erfahrungen gesammelt hatte, auf dem Spiel stand, machte die Ausgangslage nicht einfacher. Eine umso größere Last fiel nach dem Spiel ab.

"Natürlich war es ein wichtiger Sieg für uns alle, für die Mannschaft. Ich denke auch, dass der Sieg verdient war", kann Foda durchatmen und ergänzt, dass die Vorgeschichte mit den Färöer für kein mulmiges Gefühl gesorgt hätte:

"Wir haben einen Pflichtsieg eingefahren. Aber wir wissen alle, wie schwierig Pflichtsiege im Fußball sind. Aber wir haben uns im Vorfeld nicht mit dem Thema beschäftigt, was vor einigen Jahren mal war, sondern sind mit dem Ziel hierher gefahren, dieses Spiel unbedingt gewinnen zu wollen. Das ist uns gelungen."

Auch mit drei Punkten im Gepäck gibt es jedoch diverse Dinge aufzuarbeiten, die nicht wie erhofft funktioniert haben.

Foda-Lob für Bachmann

Dass sich Österreich beim eigenen Torhüter bedanken muss, dass er das Nationalteam im Spiel gehalten hat, sollte eigentlich nicht der Anspruch sein.

Zu leicht wurde es den Hausherren gestattet, vor ÖFB-Goalie Daniel Bachmann aufzutauchen, der den einen oder anderen guten Reflex auspacken muss und sich dafür Lob von Foda abholen darf:

"Die ersten zwei Möglichkeiten haben wir dem Gegner praktisch aufgelegt durch ungenaue Zuspiele beziehungsweise haben wir den langen Ball nicht gut verteidigt. Da war Daniel zwei Mal gut in Position und hat gut gehalten."

Generell habe man in der Anfangsphase Probleme gehabt: "Wir haben die langen Bälle nicht gut verteidigt, hatten keinen Zugriff auf die zweiten Bälle, haben dann auch den einen oder anderen Abspielfehler begangen. Dadurch hatte der Gegner ein, zwei gute Tormöglichkeiten."

Foda trauert höherem Sieg nach

In der Pause stellte Foda leicht um und zog Florian Grillitsch mitunter zwischen die beiden Innenverteidiger. Danach stand das ÖFB-Team ein wenig stabiler.

Offensiv legte man den zweiten Treffer kurz nach Wiederanpfiff nach. "In der zweiten Halbzeit hatten wir noch ein, zwei sehr gute Möglichkeiten, um noch höher zu gewinnen", so Foda.

Letztlich erfüllte die Dienstreise ihren Zweck. Der Sieg auf den Färöer bedeutet jedoch bekanntlich noch nicht, dass der Teamchef-Job für Foda nachhaltig gesichert ist.

Denn nun wartet am Dienstag mit Dänemark ein Gastspiel beim Gruppen-Dominator, der alle bisherigen sieben Spiele gewonnen hat und mit dem imposanten Torverhältnis von 26:0 von der Tabellenspitze lacht. Gegen Österreich kann bereits die große WM-Qualifikations-Party steigen.

In Dänemark "anderes Spiel auf ganz anderem Niveau"

"Solche Flüchtigkeitsfehler werden gegen Dänemark sicher bestraft", mahnt Foda an den unkonzentrierten Beginn denkend und blickt voraus:

"Es wird ein anderes Spiel, wir spielen wieder auf normalem Rasen. Wir müssen vor allen Dingen diese einfachen Abspielfehler in der Defensive unterbinden. Nichtsdestotrotz weiß ich, dass wir in der Lage sind, uns zu steigern. Es wird ein ganz anderes Spiel auf einem ganz anderen Niveau."

Der 55-Jährige baut darauf, dass der Sieg in Torshavn seinen Spielern Selbstvertrauen gibt. Denn dem Eindruck, dass diesmal das ÖFB-Team als Außenseiter beim haushohen Favoriten nichts zu verlieren hätte, widerspricht Foda:

"Im Fußball gibt es immer etwas zu verlieren, auch in Dänemark gibt es drei Punkte zu holen. Es wird wichtig, dass wir bei der Aufstellung die richtigen Entscheidungen treffen. Wir sind gut informiert über den Gegner und werden jetzt noch in der Nacht ihr Spiel in Moldawien anschauen. Dann gehe ich davon aus, dass wir ein gutes Spiel an den Tag legen werden."

Die Sache mit dem Teamgeist

In Moldau feierte Dänemark einen 4:0-Kantersieg. Dass der EM-Halbfinalist auf einer Welle der Euphorie schwimmt, ist bekannt. Spätestens nach dem Zusammenbruch von Starspieler Christian Eriksen bei der EURO scheinen die Skandinavier eine noch größere Einheit zu sein.

Rund um das ÖFB-Team gab es in den letzten Wochen und Monaten indes unterschiedliche Beobachtungen in Sachen Atmosphäre.

Foda würdigt den dänischen Teamgeist, verteidigt jedoch gleichzeitig jenen im ÖFB-Team: "Durch einen Vorfall wie jenen um Christian Eriksen rückt man noch enger zusammen. Das hat man schon bei der Europameisterschaft gespürt. Trotz allem: Auch wir haben einen guten Teamgeist."

Färöer war die Pflicht, folgt nun die Kür? Es wäre ein Befreiungsschlag, der Foda fraglos neue Argumente liefern würde.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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