Österreich verpasst gegen Italien EURO-Sensation

Österreich verpasst gegen Italien EURO-Sensation
 

Österreich verpasst im Achtelfinale der EURO 2020 nur knapp eine Sensation! Gegen Italien scheitert das ÖFB-Team in Londoner Wembley-Stadion mit 1:2 nach Verlängerung.

Der italienische EURO-Mitfavorit gestaltet eine dominante erste Halbzeit. Während Österreich mit dem Defensivspiel beschäftigt ist und sich tief in die eigene Hälfte drücken lässt, kommt Italien gleich zu mehreren guten Chancen:

In Minute 17 muss Daniel Bachmann mit dem Fuß gegen Nicolo Barella retten, in Minute 33 macht dies das linke Lattenkreuz bei einem Kunstschuss von Ciro Immobile.

Nach Seitenwechsel setzt das ÖFB-Team ein völlig neues Gesicht auf - und trifft sogar, doch der Treffer wird zurückgenommen. Ein Kopfball-Treffer von Marko Arnautovic wird vom VAR annulliert, nachdem der China-Legionär zuvor im Abseits stand (65.).

Von Italien kommt im zweiten Durchgang kaum mehr etwas und so geht es torlos in die Verlängerung.

In dieser sorgt schließlich Federico Chiesa für die Vorentscheidung. Der eingewechselte Juventus-Angreifer wird in der 95. Minute ideal von Leonardo Spinazzola bedient, lässt Konrad Laimer aussteigen und trifft ins lange Eck.

Noch in Hälfte eins der Verlängerung fällt die endgültige Entscheidung: Der ebenfalls eingewechselte Matteo Pessina lässt Daniel Bachmann aus kurzer Distanz keine Chance (105).

Österreich wirft daraufhin nochmal alles nach vorne und kommt in Form von Sasa Kalajdzic tatsächlich noch zum Anschlusstreffer (114.), zu mehr reicht es allerdings nicht mehr.

Furiose erste italienische Hälfte

Bei den Italienern fehlte wie erwartet Kapitän und Abwehrchef Giorgio Chiellini wegen Oberschenkelproblemen. Unter den 18.910 Zuschauern im Wembley-Stadion waren einige hundert Auslandsösterreicher. Fans aus Österreich und Italien war die kurzfristige Einreise für das Spiel aufgrund der Corona-Bestimmungen in Großbritannien nicht erlaubt.

Die Italiener klopften durch Leonardo Spinazzola (11.) und Lorenzo Insigne (14.) erstmals am Tor der Österreicher an. Die erste Großchance, einen Schuss von Nicolo Barella aus dem Rückraum, entschärfte ÖFB-Keeper Daniel Bachmann mit einer Fußabwehr (17.). Auf der Gegenseite schoss Arnautovic, der vorne vor der Pause oft allein auf weiter Flur war, nach einem langen Zuspiel klar über das Tor (18.).

Der Favorit hatte das Spiel vorerst klar in der Hand, die Österreicher fanden im Mittelfeld kaum Zugriff und verzeichneten auch einige Ballverluste. Ciro Immobile schlug aus einer nicht funktionierenden Abseitsfalle kein Kapital (25.). Sieben Minuten später setzte Italiens Mittelstürmer den Ball aus mehr als 20 Metern an knapp unterhalb des Lattenkreuzes an die linke Außenstange.

ÖFB-Tor wird zurückgenommen

Nach Seitenwechsel traute sich auch das ÖFB-Team mehr zu, die Österreicher wurden gefährlicher. Arnautovic brachte ein Solo nicht zum Abschluss (49.), ein Alaba-Freistoß aus 17 Metern zentral vor dem Tor segelte gefährlich knapp über das rechte Kreuzeck (52.). Ein abgefälschter Schuss von Sabitzer ging am linken Eck vorbei (62.).

Dann brachte Arnautovic den Ball per Kopf via Unterkante der Latte im Tor unter. Die Torsperre der Italiener schien gebrochen, der Treffer hielt der VAR-Überprüfung aber nicht stand. Arnautovic befand sich im Moment der Kopfball-Vorarbeit durch Alaba mit der Fußspitze im Abseits. Italien wackelte gehörig. Vom Selbstvertrauen der jüngsten elf Spiele in Serie ohne Gegentor war nur noch wenig zu sehen. Ein Seitfallzieher von Domenico Berardi aus aussichtsreicher Position misslang völlig (83.).

Österreichs erste K.o.-Partie bei einem großen Turnier seit der WM 1954, gleichzeitig das 800. Männer-Länderspiel der Verbandsgeschichte, ging in die Verlängerung. Dort musste Bachmann früh gegen Chiesa zupacken (94.). Eine Minute später schlug der 23-Jährige von Juventus Turin zu. Chiesa hatte zwar Mühe, eine lange Flanke von Spinazzola zu kontrollieren, düpierte aber danach Laimer und schoss mit links ein. Alaba hatte von seiner Linksverteidiger-Position ins Zentrum geschoben.

Kalajdzic lässt Österreich bis zum Schluss hoffen

Bachmann fischte einen Freistoß von Lorenzo Insigne aus dem Kreuzeck (105.), Sekunden später stellte Pessina auf 2:0. Der Mittelfeldmann von Atalanta Bergamo war nach Vorarbeit von Chiellini-Ersatz Francesco Acerbi im Strafraum etwas glücklich an den Ball gekommen. Foda reagierte, brachte mit Michael Gregoritsch und Louis Schaub noch zwei Offensivakteure. Letzterer legte mit einem sehenswerten Distanzschuss los, Donnarumma holte ihn aber aus dem Eck (106.). Marcel Sabitzer schoss aus spitzem Winkel in die Wolken (111.).

Die Österreicher gaben nicht auf - und schöpften nach einem Schaub-Corner noch einmal Hoffnung. Zwei-Meter-Mann Kalajdzic tauchte am kurzen Eck ab und überwand Donnarumma. Italiens Torsperre, die längste der Verbandsgeschichte, war damit nach 1.169 Minuten gebrochen. Das bis dahin letzte Gegentor hatten die Italiener im Oktober gegen die Niederlande (1:1) kassiert. Ein zweiter Treffer gelang dem ÖFB-Team aber nicht mehr. Es hat damit weiter kein Pflichtspiel gegen Italien gewonnen. Seit 1960 ist Österreich gegen den südlichen Nachbarn sieglos.



Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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