Foda: Wenn das in die Hose gegangen wäre...

 

Diese Überraschung ist Franco Foda fraglos gelungen.

Beim Auftakt-Spiel in die Europameisterschaft gegen Nordmazedonien erstmals die Variante mit David Alaba als Organisator einer Dreierkette auszupacken, war durchaus ein mutiger Schachzug.

Einer, der beim 3:1-Sieg Österreichs aufging.

Alaba lieferte seine beste Leistung im ÖFB-Trikot seit längerer Zeit ab und wurde zum "Man of the Match" gekürt.

"Für mich persönlich war das kein Risiko, sonst hätte ich es nicht gemacht", stellt Foda nach der Partie klar, gesteht jedoch gleichzeitig ein:

"Natürlich, wenn es in die Hose gegangen wäre, wären die Journalisten die Ersten gewesen, die alles hinterfragt hätten. Aber wir haben es so umgesetzt, wie wir wollten, und es hat gut funktioniert."

Spielplan der Gruppe C>>>

Tabelle der Gruppe C>>>

Foda will flexibel bleiben

Das 3-5-2-System an sich ist für das ÖFB-Team nichts Ungewöhnliches.

"Unter meiner Regie haben wir schon oft mit eine Dreierkette gespielt, zuletzt in Schottland", erinnert der ÖFB-Teamchef, "ich habe immer gesagt, wir wollen flexibel bleiben. Die Mannschaft kann auch beide Systeme spielen."

Der Gedanke, es mit Alaba in dieser Rolle zu wagen, reifte schon länger, auch wenn die Mannschaft erst relativ kurzfristig das endgültige Go für diese Variante bekommen hat.

Zweigleisige Vorbereitung

"Die Aufstellung bekommt die Mannschaft immer erst zwei bis drei Stunden vor dem Spiel mitgeteilt", erklärt Foda, der das Team laut eigener Aussage unter der Woche in Seefeld zweigleisig vorbereitet hat:

"Wir haben die ganze Woche in diesem Bereich mit Dreier- und auch Viererkette gearbeitet. Das 4-2-3-1 war die erste Idee. Die zweite Idee war das 5-3-2, also haben wir das schon auch im Training geübt. Insofern war die Mannschaft gut vorbereitet. Das sind alles Spieler, die in ihren Vereinen unterschiedliche Systeme spielen, die sehr variabel sind. Insofern war das jetzt auch kein großes Problem."

Rolle für Alaba "überhaupt kein Problem"

Und schon gar kein Problem sei diese Rolle für Alaba gewesen.

"David hat ja im letzten Jahr für Bayern fast alle Spiele als Innenverteidiger absolviert. Die einzige Umstellung war, dass wir mit einer Dreierkette gespielt haben, aber selbst das hat er bei den Bayern auch schon gespielt. Für David ist das überhaupt kein Problem."

Die Intention dieser Maßnahme sei gewesen, gegen die beiden nordmazedonischen Stürmer mit dieser Variante das Spiel besser aufbauen zu können.

"In der zweiten Halbzeit hat David vor allem über die linke Seite das Spiel nach vorne mitangetrieben. Das war auch Sinn und Zweck seiner Aufgabe, und ich war mit ihm über 90 Minuten sehr zufrieden. Er hat die Abwehr gut organisiert, viel mit seinen Neben- und Vorderleuten gesprochen", lobt Foda.

Alabas Versprechen an Foda

Alaba selbst betonte schon in der Vergangenheit stets, dass er dort spielt, wo der Trainer ihn aufstellt. Foda hat den zukünftigen Real-Legionär vor einigen Tagen in seine Pläne eingeweiht.

"Wir hatten in den letzten Tagen immer wieder Gespräche, er hat mir von seiner Idee erzählt. Der Trainer hat so entschieden, weil er den Gegner analysiert und dementspreched aufgestellt hat. Das ist wirklich sehr gut aufgegangen", meint der 28-Jährige, der dem Teamchef versprach:

"Das Einzige, was ich dem Trainer sagen konnte: 'Egal, wo du mich aufstelltst, ich verspreche dir, alles zu geben.'"

Eine Variante auch fürs Niederlande-Match?

Zuletzt gab es immer wieder intensive Diskussionen darüber, auf welcher Position Alaba im Nationalteam am besten aufgehoben sei. Ob der EM-Auftakt die Antwort darauf geliefert hat, oder ob diese Maßnahme tatsächlich nur für diese Partie gedacht war?

Diese Frage wird erst das Gastspiel in den Niederlanden am Donnerstag beantworten.

Denn Foda lässt sich logischerweise nicht in die Karten blicken: "Ob wir gegen Holland genauso spielen werden, wird man dann sehen."



Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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