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Affengruber im ÖFB-Team: "Mein Weg war kein falscher"

Der Spanien-Legionär stellt sich dem hohen Konkurrenzkampf in der Innenverteidigung. Auf Vereinsebene denkt er trotz Abstiegssorgen nicht an einen Abschied.

Affengruber im ÖFB-Team: "Mein Weg war kein falscher" Foto: © GEPA

David Affengruber steht mit 25 Jahren erstmals im Kader der österreichischen Nationalmannschaft. Die Konkurrenz in der Innenverteidigung ist im ÖFB-Team besonders groß.

Keine zehn Tage hat der Spanien-Legionär Zeit, Teamchef Ralf Rangnick im Hinblick auf die WM von seinen Qualitäten zu überzeugen. Druck macht sich Affengruber deswegen nicht. "Ich bin, wer ich bin - am Fußballplatz und außerhalb", betonte der Niederösterreicher. "Das werde ich hoffentlich gut rüberbringen."

Von Meister Sturm Graz hatte sich der Mostviertler im Sommer 2024 in die zweite spanische Spielklasse zu Elche verabschiedet. Nach dem Aufstieg ist er auch in Spaniens La Liga, die er als eine der drei besten der Welt betrachtet, Stammspieler.

Das Nationalteam sei immer ein Ziel gewesen, versicherte Affengruber. "Natürlich ist es ein bisschen eine Bestätigung, dass mein Weg kein falscher war. Aber das muss jeder selbst bewerten. Wenn ich eine Entscheidung treffe, stehe ich dahinter. Den Weg ziehe ich zu 100 Prozent durch."

Gedränge in der Innenverteidigung

Er soll ihn im Idealfall zur WM nach Nordamerika führen. Mit David Alaba, Philipp Lienhart, Kevin Danso, Marco Friedl, Maximilian Wöber, Michael Svoboda sowie den diesmal nicht einberufenen Samson Baidoo (verletzt) und Leopold Querfeld steht Rangnick eine ganze Riege an hochklassigen Innenverteidigern zur Verfügung.

"Konkurrenz ist ja gut", meinte Affengruber. "Wir haben richtig viele gute Spieler, das hebt das Niveau der Mannschaft." Es herrsche ein "cooles Teamgefüge. Ich hoffe, dass ich mich gut einbringe, das ist das Ziel der Woche."

"Der Verein hat mir viel gegeben. Er hat mir die Möglichkeit gegeben, nach Spanien zu gehen - da heißt es jetzt einmal etwas zurückgeben"

Affengruber denkt nicht an Elche-Abschied

Mit Alexander Prass und Nicolas Seiwald hat Affengruber ab der U13 in Salzburgs Nachwuchs zusammengespielt, mit Prass stand er auch in Sturms Meistermannschaft von 2024.

Ob Affengruber in den WM-Testspielen am Freitag gegen Ghana und am folgenden Dienstag gegen Südkorea in Wien die Chance auf sein Länderspiel-Debüt erhält, ist offen. "Wenn es so ist, freue ich mich. Wenn es nicht so ist, heißt es weiterarbeiten. Das ist überall gleich."

Das Aufnahmeritual im ÖFB-Team - üblicherweise eine Gesangseinlage - hatte Affengruber bis Dienstagnachmittag noch nicht hinter sich gebracht. Am Abend standen im Camp in Marbella wie für alle Neulinge Gespräche auf dem Programm.

Das traditionelle "Welcome back"-Video für die Spieler hat Affengruber aber bereits gesehen. Es zeigte Bilder vom entscheidenden Quali-Spiel im November gegen Bosnien (1:1), als sich Österreich nach 28 Jahren erstmals für eine WM qualifizierte.

Affengruber will Elche "etwas zurückgeben"

Affengruber hatte damals in der spanischen Provinz Alicante vor dem Fernseher mitgezittert. Sein Vertrag bei Elche läuft noch bis 2027 - mit Option auf ein weiteres Jahr.

Das kolportierte Interesse größerer Klubs lässt ihn vorerst kalt. "Ich kümmere mich jetzt nicht um meine Zukunft. Ich konzentriere mich voll, wo ich bin", betonte der Abwehrspieler. "Der Verein hat mir viel gegeben. Er hat mir die Möglichkeit gegeben, nach Spanien zu gehen - da heißt es jetzt einmal etwas zurückgeben."

Nach einem starken Saisonstart hat Elche mit dem ersten Sieg des Jahres 2026, einem 2:1 gegen den direkten Konkurrenten Real Mallorca, erst am Samstag die Abstiegszone wieder verlassen. "Vielleicht ist der Sieg auch ein bisschen ein Befreiungsschlag", meinte Affengruber.

Er sei von der Spielweise des Vereins und Trainer Eder Sarabia nach wie vor sehr überzeugt. "Natürlich sind wir nicht in einer schönen Situation, aber es ist auch nicht extrem schlimm."

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