Das kommt einem doch bekannt vor...
Elferstreit bei Rapid? Erst vergangene Saison waren sich Ercan Kara und Taxiarchis Fountas uneinig, wer den Strafstoß schießen sollte. Der Grieche stahl seinem Sturmkollegen den Ball. Eine Auseinandersetzung auf dem Platz war die Folge, Fountas traf, aber die Wogen wurden erst danach intern geglättet.
Beim 6:0-Kantersieg der Hütteldorfer gegen Wr. Viktoria gab es eine Neuauflage. Beim Stand von 5:0 in der 88. Minute bricht Marco Grüll auf der linken Seite durch und wird im Strafraum gelegt.
Der vermeintliche Einserschütze Kara, der auch das 1:0 aus einem Elfer scorte, war bereits ausgewechselt. Also wollte Knasmüllner, mittlerweile langgedienter Rapidler, seinen Hattrick perfekt machen - es wäre ein würdiger Schlusspunkt unter eine starke Leistung gewesen.
Doch Srdjan Grahovac und Neuzugang Grüll mischten mit - ehe Letzterer sich zum Ärger von Knasmüllner einfach den Ball schnappte und am Elferpunkt auflegte. Der Ex-Rieder verwandelte eiskalt, während Knasmüller zähneknirschend dann doch beim Treffer mitjubelte.
Wenige Augenblicke später beim Schlusspfiff nahm Co-Trainer Manfred Nastl Knasmüllner zur Seite, flüsterte ihm versöhnliche Worte ins Ohr. Die scheinbar Wirkung zeigten. Grüll und der Mittelfeldmotor sprachen sich noch auf dem Platz aus, jubelten danach Seite an Seite vor der gut gefüllten Fan-Tribüne. Intern könnte es aber auch diesmal zu einem Nachspiel kommen. Gut fürs Selbstvertrauen war der verwandelte Strafstoß im ersten Spiel für den neuen Klub aber mit Sicherheit für Grüll.