Grad-Klub für Abschaffung der Regionalligen

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Wer oder was ist ASKÖ Oedt?

Noch kann die breite Mehrheit in Fußball-Österreich wenig mit dem Klub aus Traun bei Linz anfangen.

Das könnte sich bald ändern: Sollte etwa der Tabellenführer der Oberösterreich-Liga am Dienstag (15 Uhr - LIVE im LAOLA1-Ticker) im Achtelfinale des ÖFB-Cups den SV Mattersburg ausschalten.

Wahrscheinlicher: Der Klub wird Meister und spielt in naher Zukunft in der neuen zweiten Liga.

Aber was ist mit der Regionalliga? "Wir sind für die Abschaffung der Regionalligen und die Stärkung der Landesligen", fordert Oedts sportlicher Leiter, Ex-Ried-Manager Stefan Reiter, gegenüber LAOLA1.

"Wir werden auch Meister"

Nach zwölf Spielen führen die Trauner die Tabelle in der OÖ-Liga an, gewannen zehn Partien und mussten sich nur einmal geschlagen geben.

"Unsere Zielsetzung ist klar: Wir wollen Meister werden – und wir werden auch Meister", gibt sich Reiter selbstbewusst. Alles andere als der Titel wäre ob dieses Kaders auch eine faustdicke Überraschung.

Diesem gehören nämlich die ehemaligen Bundesliga-Spieler Pirmin Strasser, Mario Reiter und Ali Hamdemir an, ebenso wie die früheren Profis Radovan Vujanovic oder Aleksandar Djordjevic.

Trainiert wird die Truppe vom 29-fachen ÖFB-Teamspieler Christian Mayrleb, der seit Winter das Zepter schwingt und im Schnitt 2,52 Punkte pro Spiel einheimst.

"Regionalliga macht keinen Sinn"

Seit Jahren investiert Franz Grad in den Klub.

Jener Spediteur, der in den Nuller-Jahren mit Pasching (früher ASKÖ Pasching, später FC Superfund) für Furore sorgte und dann 2007 die Bundesliga-Lizenz nach Kärnten abgab.

„Die höchste Liga ist aber sicher nicht unser Ziel“, sagt Reiter. Die neue zweite Liga ist hingegen Thema. Ab 2018/19 greift die Bundesliga-Reform mit zwölf Klubs im Oberhaus und 16 eine Liga darunter.

"Die Regionalliga ist absolut uninteressant. Die Liga heißt Regionalliga, aber Oberösterreich, Steiermark und Kärnten sind keine Region. Wir könnten hingegen eine ganz tolle Landesliga zusammenstellen."

Stefan Reiter

Noch gibt es auch die Regionalligen, die zwischen den höchsten Ligen der Landesverbände und Liga zwei neu liegen. Das soll sich laut Oedt ändern.

"Für uns macht die Regionalliga so keinen Sinn. Es fehlt der Mehrwert. Wir wissen, was sie kostet und dass das Interesse und die Attraktivität gering sind. Sie ist absolut uninteressant", betont Reiter.

"Die Liga heißt Regionalliga, aber Oberösterreich, Steiermark und Kärnten sind keine Region. Wir könnten hingegen eine ganz tolle Landesliga zusammenstellen", hält der 56-Jährige weiter fest.

Oedt gegen Bad Gleichenberg hat eben nicht den (lokalen) Reiz wie Oedt gegen Vorwärts Steyr. Der Sportchef hat ähnliche Signale aus anderen Bundesländern vernommen, nun seien vor allem die Landesverbände und auch der ÖFB gefragt, hier Entscheidungen zu treffen.

„Die Verbände sind massiv gefordert, aufs Gas zu treten“, fordert Reiter einen schnelleren Diskurs.

Probleme mit der Infrastruktur

Selbst wartet Oedt ab, wohin die Reise gehen soll. Möglicherweise verzichtet der Klub bei einem Meistertitel in der OÖ-Liga auf einen Aufstieg, sollte sich punkto Regionalligen nichts ändern.

Infrastrukturell wäre ein Aufstieg in die dritte Liga machbar. Trotz der Tatsache, dass die Transdanubia Sportanlage (trägt den Namen der Grad-Spedition) über kein Flutlicht verfügt.

Der Mäzen sieht sich diesbezüglich mit politischen Problemen konfrontiert. Weil der Sportplatz in einem Wasserschutzgebiet liegt, durften bislang keine Flutlicht-Anlage und Tribünen gebaut werden.

Grad hielt dazu in einem "LT1"-Interview fest: "Dass in der höchsten oberösterreichischen Liga ein Verein kein Flutlicht hat, ist peinlich." Er habe die Sachlage sondiert, aber "es geht einfach nichts".

Die Frage nach einem Platz-Wechsel stellt sich aktuell nicht, zumal die Bestimmungen in der Regionalliga nicht vorsehen, dass der Platz ein Flutlicht (oder Tribüne) haben muss.

"Wir könnten mit marginalen Adaptierungen auch in der Regionalliga auf dem Platz spielen", so Reiter, der aber die Sinnhaftigkeit in Frage stellt, "wenn wir die Qualität nicht bieten können".

Nun wird bis Winter zugewartet, wie die Entscheidungen bezüglich der dritten und vierten Leistungsstufe aussehen werden. Grad sagte schon im Sommer diesbezüglich: "Ich glaube, dass die Reform in kürzester Zeit wieder eine Reform nach sich ziehen wird."

Cup-Duell bereits um 15 Uhr

Die nahe Zukunft heißt vorerst Mattersburg, Oedts erster Gegner aus dem Oberhaus, der wegen eben diesem nicht vorhandenen Flutlicht bereits um 15 Uhr in Oberösterreich antreten muss.

In der ersten Runde warf Oedt Regionalligist und Ex-Mayrleb-Klub ATSV Stadl-Paura 3:1 raus, in Runde zwei flog dann Erste-Liga-Klub Austria Lustenau mit 0:2 aus dem Bewerb.

"Wir rechnen uns nichts aus, es ist in erster Linie eine Belohnung für die Spieler", sagt Reiter.

Doch sollte Oedt, das sich via Landescup für den ÖFB-Cup qualifiziert hat, wieder eine Überraschung gelingen, würden sich immer weniger Fußball-Fans fragen: Wer oder was ist ASKÖ Oedt?


Textquelle: © LAOLA1.at

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