"Neue" Waffe bei Herzog-Debüt

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Am Freitag debütiert Andreas Herzog als Teamchef von Israel in der UEFA Nations League in Albanien (20:45 Uhr).

Mit Klaus Lindenberger (Tormann-Trainer) und Willi Ruttensteiner (Sportdirektor) hoffen zwei weitere Österreicher auf einen erfolgreichen Start der rot-weiß-roten Ära im israelischen Fußball.

Ruttensteiner: "Die Zeit war zwar sehr knapp, aber ich bin positiv gestimmt, dass wir in Albanien bestehen können."

Dem Oberösterreicher gelang dabei noch vor Ankick ein Coup: Top-Stürmer Eran Zahavi (Guangzhou) feiert sein Comeback.


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Zahavi zurück im Team

Der Torschützenkönig der chinesischen Super League war 2017 bei der Heimniederlage Israels in der WM-Qualifikation gegen Mazedonien von den eigenen Fans ausgepfiffen worden und hatte daraufhin wutentbrannt seine Kapitänsbinde auf den Rasen geworfen.

Nach dem Spiel erklärte Zahavi seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft und wurde darüber hinaus noch vom Verband für ein Jahr gesperrt.

Das Tischtuch schien endgültig zerschnitten, aber Ruttensteiner nahm wieder Kontakt mit Zahavi auf und konnte den ehemaligen Stürmer in der Serie A (Palermo) in vielen Gesprächen von einem Neubeginn überzeugen.

"Als ich ihm Herzogs und meine Pläne für einen Neuaufbau der Nationalmannschaft mit professionellen Strukturen dargelegt habe, war er bereit, wieder für Israel zu spielen. Zahavi ist ein ganz feiner Fußballer mit einem unglaublichen Torinstinkt, der für uns den Unterschied ausmachen kann. Zahavi steht von der Qualität her zumindest auf einer Stufe mit dem Salzburger Munas Dabbur", freut sich Ruttensteiner.

Herzog kann damit in Albanien auf ein extrem gefährliches Offensiv-Duo bauen.

Auftakt gegen Albanien

Was den Auftakt in Albanien betrifft, hat Ruttensteiner "ein sehr gutes Gefühl. Unsere ersten Sofortmaßnahmen in organisatorischer und sportlicher Hinsicht greifen und ich spüre, dass ein neuer Teamgeist und Spirit entstehen. Die Zeit war zwar sehr knapp, aber ich bin positiv gestimmt, dass wir in Albanien bestehen können", ist der Österreicher überzeugt, der von seiner Aufgabe in Israel schwer begeistert ist.

"Ich versuche hier die Basis für einen eigenen israelischen Weg zu legen, der die Nationalmannschaft wesentlich näher an die europäische Spitze bringen soll. Das geht nicht von heute auf morgen, aber es ist hier allen bewusst, dass mein Konzept langfristig und nachhaltig angelegt ist. Die Arbeit nur an den Ergebnissen der Nationalmannschaft zu messen, wäre zu kurz gegriffen. Wenn wir jedoch in der Nations League erfolgreich sind, würde das auch einen großen Schub für die geplanten Reformen im Nachwuchs und Verband bedeuten", weiß Ruttensteiner.

Dass er mit seinen beiden Mitstreitern auch als Botschafter des österreichischen Fußballs tätig ist, hält Ruttensteiner für "eine Auszeichnung. Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Nationalverband auf österreichisches Know-how baut. Wenn wir hier erfolgreich sind, ist das auch für die Reputation der österreichischen Trainerausbildung und des Fußball generell sehr wichtig. Man schätzt hier in Israel den Weg, den wir beim ÖFB in den letzten 15 Jahren gegangen sind."

"Ein eigenartiges Gefühl"

Perfektionist Ruttensteiner ist zwar bekannt dafür, nichts dem Zufall zu überlassen – eines wird er jedoch morgen in Albanien nicht vorhersagen können: "Es wird ein eigenartiges Gefühl sein, wenn die Hymnen abgespielt werden und man für ein fremdes Land verantwortlich ist. Ich werde mich daran gewöhnen müssen."

Die neue Nations League sieht Ruttensteiner "als sehr positiv. Kleinere Länder haben eine zweite Chance, sich für die Europameisterschaft zu qualifizieren und sich eine Wild Card zu holen. Das ist eine gelungene Sache und sicher auch finanziell für die nicht so gut aufgestellten Verbände sehr reizvoll."


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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