Transfer-Posse: Barcelonas guter Ruf leidet

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Noch bevor die neue Meisterschaft in La Liga startet (17. August), wird am Sonntag der erste Titel in Spanien vergeben.

Double-Sieger FC Barcelona und Cup-Finalist FC Sevilla stehen sich in der Supercopa (ab 22:00 LIVE und kostenlos im Stream bei LAOLA1) gegenüber.

Erstmals wird der Sieger in nur in einem Spiel ermittelt –und zwar auf neutralem Boden in Tanger in Marokko.

Barcelona – zwölffacher Supercopa-Triumphator – gilt als Favorit.

Abseits des Rasens haben die Katalanen durch ihre Transferpolitik zuletzt jedoch etliche Sympathie-Punkte verspielt.


Roma über Malcom-Deal empört

Denn das Vorgehen der Verantwortlichen im Werben um neue Spieler passt so gar nicht zur verankerten Vereinsphilosophie.

"Wir sind mehr als ein Klub, weil wir glauben, dass Werte wie Bescheidenheit, Fleiß, Teamwork und Respekt für unsere Art zu spielen genauso wichtig sind, wie zu gewinnen", steht auf der Klub-Homepage.

Bei einigen Transferabschlüssen in letzter Zeit wurden auf diese Werte scheinbar kene Rücksicht genommen. Es hatte mehr den Anschein, als ob Barca über "Leichen" gehen würde.

Bestes Beispiel dafür ist die Verpflichtung von Malcom von Girondins Bordeaux. Eigentlich war sich der 21-jährige Brasilianer bereits mit AS Roma einig, doch Barca funkte dazwischen und überbot das Angebot der Italiener – zwei Mal!

Als "unmoralisch und unethisch" bezeichnete Roma-Präsident James Pallotta die Aktion des spanischen Meisters.


Coutinho: Absage von Liverpool ignoriert

Ähnlich dreist war das Verhalten gegenüber Liverpool im Fall Coutinho. Der Brasilianer, der im Jänner 2018 für 150 Millionen Euro nach Barcelona wechselte, wurde bereits im Sommer 2017 heftige umworben.

Wie der "Spiegel" und "Football Leaks" an Hand von Dokumenten aufzeigen, ignorierte Vorstandschef Oscar Grau die Absage der "Reds".

"Philippe ist leider zu keinem Preis zu verkaufen, und wie Sie wissen, hat er seinen Vertrag mit uns erst vor Kurzem verlängert", schrieb Liverpools Sportdirektor Michael Edwards an Grau.

Doch da dieser weiterhin den Spieler köderte, musste Edwards noch deutlicher werden. "Ich möchte Sie freundlich bitten, es zu unterlassen, Philippe sowohl privat als auch öffentlich nachzustellen. Keine Summe wird uns dazu bringen, unsere Entscheidung rückgängig zu machen", hieß es in der zweiten Mail.

Parallelen zu Dembele

Im Jänner gab Liverpool schlussendlich nach, ließ den 26-jährigen Offensivmann, der wochenlang mit angeblichen Rückenproblemen dem Training fernblieb, ziehen.

Parallelen zu Ousmane Dembele, der seinen Wechsel von Dortmund ins Nou Camp im Sommer 2017 quasi erstreikte, sind durchaus vorhanden.

Dortmunds Geschäftsführer Joachim Watzke meinte damals bei "Sky": "Das glauben Sie doch selbst nicht, dass ein 20-Jähriger nicht zum Training kommt, ohne das Wohlwollen des möglicherweise aufnehmenden Klubs."

Doch nicht immer landete das Objekt der Begierde auch tatsächlich in Barcelona. Antoine Griezmann gab "Blaugrana" etwa einen Korb.

Dennoch legte sein Klub Atletico Madrid gegen Barcelona wegen der unerlaubten Kontaktaufnahme mit dem Franzosen Beschwerde bei der FIFA ein.

Verhält sich der Klub von Superstar Lionel Messi am Transfermarkt auch in Zukunft so brachial, wird der gute Ruf weiter schwinden.

Und das Klub-Motto "Més que un club" wird eine ganz neue Bedeutung erhalten.

>>> Supercopa: FC Sevilla - FC Barcelona, So., 22:00 Uhr im LIVE-STREAM bei LAOLA1 <<<

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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