"Seltsame Saison" für Real
Denn es war bei Weitem keine einfache Saison für die "Königlichen". Zidane, seit April 2019 wieder Trainer in Madrid, musste in der Spielzeit viel Kritik einstecken, Höhen und Tiefen waren an der Tagesordnung.
Doch im Saison-Finish kehrte Real zu alter Stärke zurück, stieß Barcelona von Platz eins und baute bis zum vorletzten Spieltag einen Vorsprung von sieben Zählern auf die zweitplatzierten Katalanen aus. Zehn Siege en suite feierte Madrid seit dem Re-Start.
Reals Meisterstück im VIDEO:
(Text wird unter dem Video fortgesetzt)
"Es war nach dem, was wir erlebt haben, eine etwas atypische, seltsame Saison", analysiert Kapitän Sergio Ramos. "Als wir sie fortgesetzt haben, war klar, dass wir alle Spiele gewinnen wollen, damit wir Chancen haben, den Titel zu gewinnen. Barca lag zwei Punkte vor uns, der Titel lag daher nicht in unserer Hand. Es gab keinen Raum für Fehler."
Ramos über Zidane: "Er ist der Patron"
Grund für die fehlerlose Arbeit ist aus Ramos Sicht vor allem Zidane: "Er ist entscheidend, der Patron. Er war immer jemand, der dem Spieler Vertrauen entgegengebracht hat. Das macht nicht jeder Trainer. Wir glauben an ihn und an seine Arbeit. Er fasst alles mit einer heiligen Hand an. Ich hoffe, dass es mit ihm lange anhält und man wirklich schätzt, was für eine tolle Person er ist. Er ist ein einmaliger Trainer.“
Real-Präsident Florentino Perez spricht von einem speziellen Titel inmitten der Coronakrise. "Das Team hat eine enorme Performance hingelegt, speziell Karim Benzema, Thibout Courtois und Casemiro", sagt Perez, "Sergio Ramos ist sowieso mehr als ein Kapitän".
Der Teamspirit sei dank Zidane brillant gewesen. "Zidane ist der Architekt dieses Titels", so Perez. "Er ist ein Geschenk des Himmels und ich hoffe, er bleibt für eine lange Zeit bei uns."
Reals Meistertitel ist verdient - auch wenn man das in Katalonien anders sieht, wie Thibaut Courtois verrät: "Aus Katalonien hat mir mehr als einer per Nachricht gesagt, ich solle doch die Klappe halten. Ich sagte, dass wir uns die Liga verdienen würden und in Katalonien hat man über mich gelacht."
Jetzt lacht man vor allem in Madrid. Die "Königlichen" empfingen direkt nach dem Schlusspfiff die Meistertrophäe und feierten auf dem Rasen des Estadio Alfredo Di Stefano im Trainingskomplex Valdebebas. Anschließend gingen die Spieler und das Trainerteam zu einem gemeinsamen Abendessen, die große Meistersause in der Stadt fällt aufgrund der Corona-Krise jedoch aus.
Nun liegt der Fokus auf der Endrunde der Champions League in Portugal. Der frühere Seriensieger - mit Zidane gewann Real drei der vier Titel zwischen 2014 und 2018, muss allerdings gleich zu Beginn des Finalturniers eine große Hürde überwinden. Der Abonnementsieger der "Königsklasse", der den Pott allein zwischen 2014 und 2018 vier Mal gewann, hat das Ticket für Lissabon allerdings noch nicht sicher.
Am 7. August muss zunächst bei Manchester City von Ex-Barca-Coach Pep Guardiola das 1:2 aus dem Hinspiel wettgemacht werden.
???? ???? ????#34Ligas | #RealFootball pic.twitter.com/15MnbPSacf
— Real Madrid C.F.⚽ (@realmadrid) July 16, 2020