Zsak: "Jakupovic hat es drauf, keine Frage!"

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Österreich hat wieder einen Serie-A-Legionär.

Am vergangenen Wochenende debütierte der 18-jährige Arnel Jakupovic beim 3:1-Sieg gegen Bologna für den FC Empoli. Der Stürmer wurde in Minute 88 eingewechselt.

In seiner Heimat ist das Talent noch ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. Bei LAOLA1 schätzt Junioren-Teamchef Manfred Zsak, für den er zuletzt im U19-Nationalteam agierte, die Qualitäten von Jakupovic ein.

Die wichtigste Erkenntnis: "Er weiß, wo das Tor steht, das ist für einen Stürmer wichtig."

Empoli siegt bei Jakupovic-Debüt:

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)


Anlagen zum A-Team-Stürmer

Zsak hält große Stücke auf seinen Schützling. Vom Potenzial her sei er ein künftiger Nationalspieler: "Unbedingt! Die Anlagen hat er! Und nachdem wir in Österreich mit Mittelstürmern eh nicht weiß Gott wie gesegnet sind, kann ich mir vorstellen, dass der Teamchef ein Auge auf ihn werfen wird, wenn er in Italien weitere Einsätze kriegt und vor allem zu Beginn der nächsten Saison noch näher an der ersten Mannschaft dran ist."

"Aus meiner Sicht hat er einen super Klub erwischt, um seine Entwicklung noch weiter nach vorne zu bringen."

Manfred Zsak

Noch sind das A-Nationalteam und Interesse von Marcel Koller natürlich Zukunftsmusik. Nach derzeitigem Stand scheint der Karriereplan des Goalgetters jedoch aufzugehen.

Im Sommer 2015 übersiedelte Jakupovic aus dem Austria-Nachwuchs nach England zum FC Middlesbrough. Ende Jänner dieses Jahres vollzog er am Ende der Transferzeit den Wechsel nach Italien zu Empoli.

Empoli als gute Wahl

Im Nachwuchs eines Abstiegskandidaten der Serie A anzuheuern, mag auf den ersten Blick überaschend sein. "Damit hat man nicht rechnen müssen, dass er von England nach Italien wechselt, aber in der heutigen Zeit darf man sich über fast gar nichts mehr wundern, weil viele Transfers passieren, auf die du nie gekommen wärst, so auch bei diesem Wechsel nach Empoli", gibt der 52-Jährige zu, der sich am zweiten Blick jedoch als Befürworter dieses Schritts erwies:

"Ich habe einige Freunde in Italien und die haben mir gesagt, dass Empoli und Atalanta Bergamo in Italien die beiden besten Vereine für junge Spieler sind, die immer wieder Talente in die Kampfmannschaft einbauen und dann, wenn sie reif sind, versuchen sie zu verkaufen. Aus meiner Sicht hat er einen super Klub erwischt, um seine Entwicklung noch weiter nach vorne zu bringen. Vielleicht hätte er in England auch irgendwann gespielt, aber Italien ist Italien, das ist eine fußballverrückte Nation, und wenn du zu einem Verein, der so wie Empoli gestrickt ist, kommst, ist das sicherlich nur positiv."

Österreichs Youngster-Legionäre! LAOLA1 präsentiert eine Auswahl der Hoffnungsträger im Ausland bis zum Alter von 20 Jahren:

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THIERNO BALLO - 15 Jahre - Viktoria Köln. Das "Wunderkind" soll am Sprung zum FC Chelsea stehen.

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FLAVIUS DANILIUC - 15 Jahre - FC Bayern München. Der zentrale Mittelfeldspieler war auch schon vier Jahre in der Jugend von Real Madrid.

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CHRISTOPH KLARER - 16 Jahre - Southampton. Der Innenverteidiger übersiedelte im Sommer 2016 von Rapid auf die Insel.

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TIM LINSBICHLER - 17 Jahre - Hoffenheim. Der U17-Teamspieler wechselte im Sommer 2016 von Rapid zur TSG.

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MAURICE MATHIS - 17 Jahre - 1860 München. Der Vorarlberger stürmt seit zwei Jahren für die "Löwen".

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LEONARDO ZOTTELE - 17 Jahre - 1. FC Nürnberg. Der Vorarlberger Verteidiger versucht sich in Nürnberg nach oben zu kämpfen.

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DENIS OMIC - 17 Jahre - AS Roma. Der frühere Rieder ist seit 2015 bei der Roma, war zwischenzeitlich an ProVercelli ausgeliehen.

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KEVIN DANSO - 18 Jahre - FC Augsburg. Das Supertalent hat bereits seine ersten Bundesliga-Einsätze für Augsburg hinter sich.

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ARNEL JAKUPOVIC - 18 Jahre - Empoli. Nach zweieinhalb Jahren in England bei Middlesbrough versucht sich einer der größten österreichischen Stürmer-Hoffnungsträger nun in Italien.

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ANTHONY SCHMID - 18 Jahre - SC Freiburg. Ebenfalls ein "Franzose" wie sein Bruder und Vereins-Kollege Jonathan Schmid. Die erste ÖFB-Junioren-Einsätze sind jedoch absolviert.

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MARIO SCHRAGL - 18 Jahre - Karlsruher SC. Der Torhüter aus Graz versuchte sich in der Vorsaison bei Borussia Dortmund, nun beim KSC.

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MARCO FRIEDL - 19 Jahre - Bayern München. Der Linksverteidiger durfte schon mit den Profis ins Trainingslager, im Sommer rückt er in die erste Mansnchaft auf.

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STEFAN POSCH - 19 Jahre - Hoffenheim. Der Innenverteidiger trainiert in Hoffenheim bei den Profis und wurde von Julian Nagelsmann auch schon ein Mal in den Spieltags-Kader befördert.

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MARCEL CANADI - 19 Jahre - Borussia Mönchengladbach. Der Sohn des Rapid-Trainers ist in dieser Saison in der zweiten Mannschaft der Borussia noch ohne Regionalliga-Einsatz.

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PATRICK HASENHÜTTL - 19 Jahre - Ingolstadt. Der nächste Trainer-Sohn. Hasenhüttl Jr. blieb in Ingolstadt und stürmt dort in der zweiten Mannschaft.

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ALEXANDER KOGLER - 19 Jahre - RW Erfurt. Apropos Trainer-Sohn. Alexander blieb nach dem Abgang von Walter Kogler in Erfurt, ist aber im Gegensatz zum Papa Offensivspieler.

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PHILIPP LIENHART - 20 Jahre - Real Madrid. Das riesige Innenverteidiger-Talent muss man vermutlich nicht mehr vorstellen. Er ist Stammspieler in der zweiten Mannschaft von Real.

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FABIAN GMEINER - 20 Jahre - NEC Nijmegen. Der Vorarlberger war jahrelang im Nachwuchs des VfB Stuttgart. Vergangenen Sommer übersiedelte er in die Niederlande. Ein Mal schickte ihn Trainer Peter Hyballa bisher in der Ehrendivision aufs Feld.

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STEFAN PERIC - 20 Jahre - VfB Stuttgart. Der vielfache Junioren-Teamspieler verteidigt nach wie vor in der zweiten Mannschaft. Der Sprung nach oben lässt auf sich warten.

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SEBASTIAN GESSL - 20 Jahre - Karlsruher SC. Ein weiterer österreichischer Goalie im KSC-Nachwuchs. Der Ex-Rapidler spielte schon einige Male in der zweiten Mannschaft.

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RENNY SMITH - 20 Jahre - Mantova. Der gebürtige Engländer mit Vergangenheit im ÖFB-Nachwuchs spielte im Herbst zwei Mal für Vicenza in der Serie B, ist nun aber an Mantova verliehen.

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Der erste Schnuperkurs in der Profi-Mannschaft deutet darauf hin, dass der Klub aus der Toskana auf das ÖFB-Juwel setzt. Sechs Tore und zwei Assists in neun Primavera-Einsätzen nach seinem Wechsel waren auch ein gutes Bewerbungsschreiben für höhere Aufgaben.

"Mit 18, 19 musst du bei der Ersten dabei sein"

Zsak beschreibt Jakupovic als "bodenständigen, aber selbstbewussten Typen", der durch seine drei Jahre im Ausland gereift sei: "Er hat mit Sicherheit andere Sachen kennengelernt, die ihm für seine weitere Karriere behilflich sein können."

Fertig entwickelt ist der Angreifer aber natürlich noch nicht. Woran er noch zu feilen habe? "Meiner Meinung nach hat er noch zu viele Launen. Das heißt, er spielt ein Spiel sehr gut, aber es kann dir passieren, dass er drei Tage später beim nächsten Spiel kaum den Ball berührt und kaum in Aktion tritt, und du dir denkst: Was ist jetzt los? Aber das führe ich auf seine Jugend zurück. Das muss er verbessern, wobei ich glaube, dass er auf einem guten Weg ist."

Konstanz ist auch eine Frage der Erfahrung. Dass Jakupovic zu Österreichs größten Hoffnungsträgern seiner Altersklasse gehört, steht außer Frage. Sein ÖFB-Coach hofft, dass sich seine Entwicklung fortsetzt:

"Altersmäßig ist er dort, wo er hingehört, denn mit 18, 19 musst du bei der Ersten dabei sein, wenn du ein Guter bist. Das zählt heute genauso, wie es vor 30 Jahren war, dass die guten Jungen schon relativ zeitig bei der Ersten dabei waren, daran hat sich nichts geändert. Ob er ein richtig Guter wird, muss er jetzt bei der Kampfmannschaft beweisen. Da zählen die Leistungen im Nachwuchs natürlich auch, aber bei weitem nicht so viel wie das, was er im Erwachsenenfußball machen muss. Jetzt schauen wir, ob er den letzten Schritt dorthin macht."

Österreich oder Bosnien?

Im Hinblick auf das ÖFB-Team wäre dies natürlich wichtig. Denn jeder Kandidat, der langfristig die Nachfolge von Goalgetter Marc Janko antreten kann, ist herzlich Willkommen.

"Wir von der ÖFB-Seite haben ihm gegenüber und auch gegenüber seinem Vater immer kundgetan, dass wir alles geben, damit er für Österreich spielt. Aber bevor er nicht sein erstes Länderspiel für die A-Nationalmannschaft gespielt hat, kann alles passieren."

Manfred Zsak

Wobei man zumindest auf der Hut sein muss, ob Jakupovic tatsächlich für Österreich spielen wird. Seine Eltern stammen aus Bosnien-Herzegowina, rein theoretisch könnte er auch für die Heimat seiner Vorfahren auflaufen.

"Ich glaube, da ist alles möglich", ist sich Zsak der ÖFB-Sache nicht sicher, im Gegenteil. Er betont: "Wir von der ÖFB-Seite haben ihm gegenüber und auch gegenüber seinem Vater immer kundgetan, dass wir alles geben, damit er für Österreich spielt. Aber bevor er nicht sein erstes Länderspiel für die A-Nationalmannschaft gespielt hat, kann alles passieren."

"Er hat es wirklich drauf, keine Frage!"

Bislang durchlief Jakupovic sämtliche Junioren-Nationalmannschaften Österreichs. In 34 Einsätzen in diversen Altersstufen bishin zur U21 erzielte er starke 18 Tore. Alleine für das U19-Team traf er in 16 Spielen zwölf Mal.

Setzt sich der Youngster bei Empoli durch, kann sich die Nationalteam-Frage eher früher als später stellen.

Zsak ist jedenfalls guter Dinge, dass Jakupovic seinen Weg gehen wird: "Ich drücke ihm beide Daumen, denn er ist ein netter Bursche. Ich würde es ihm wirklich sehr vergönnen, wenn er bei Empoli Fuß fasst. Es wäre erstens auch wichtig, wieder einmal einen Österreicher in der italienischen Liga zu haben, und zweitens hat er es wirklich drauf, keine Frage!"


Textquelle: © LAOLA1.at

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