Warum Mourinho Arnautovic eine Uhr schenkte

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Der Start bei seinem neuen Klub West Ham United macht Marko Arnautovic nicht glücklich.

Nach fünf Einsätzen stehen noch keine Scorerpunkte für den ÖFB-Teamspieler zu Buche, dafür eine Rote Karte, die ihn sogar für drei Spiele außer Gefecht setzte.

Im Interview mit der "Daily Mail" spricht Arnautovic offen und ehrlich über seine bisherige Karriere. Eine, die schon viele amüsante Anekdoten hervorgebracht hat.

So wie 2009, als ihm Jose Mourinho ein Geschenk machte, weil Arnautovic unabsichtlich überpünktlich war.

Marko Arnautovic über...

... ein Geschenk von Jose Mourinho: "Wir waren zur Saisonvorbereitung in Abu Dhabi mit Inter im Jahr 2009. Ich habe das Frühststück verschlafen. Dann war Teammeeting. Das Hotel war riesig und mein Zimmer im 75. Stock. Ich habe auf den Lift gewartet und wie wild gedrückt. Da hatte ich noch sieben Minuten. Es ist sich trotzdem nicht ausgegangen. Das ist dann wieder passiert und ich habe mir gedacht: Er wird mich umbringen. Wir haben uns gestritten und ich bin an diesem Tag aus dem Mannschaftstraining geflogen. Zurück in Mailand habe ich mir gedacht, dass wir an diesem Tag am Vormittag trainieren. Ich war überpünktlich. Es waren noch keine Autos am Parkplatz. Allerdings war für diesen Tag das Training am Nachmittag geplant. Mourinho stand da mit seinem Staff und hat begonnen, mir zu applaudieren und zu lachen: Du bist mein Mann! Du kommst fünf Stunden vor dem Training. Ich liebe dich! Hier, nimm meine Uhr! Diese Uhr habe ich heute noch bei mir zuhause."

... sein Gesicht auf den Bäumen in Bremen: "Ich war an vielen Dingen in Bremen selbst schuld, aber sogar wenn ich nicht schuld war, wurde gesagt, ich habe den Fehler gemacht. Die Polizei in Deutschland hat mich sogar gesucht als ich in Stoke war. Da waren Bilder von meinem Gesicht auf den Bäumen und darunter stand: Findet diesen Typ! Sie meinten, ich müsste noch eine Strafe über 80 Euro oder so bezahlen. Ich habe aber mit meinem Anwalt darüber gesprochen und es stellte sich heraus, dass ich gar nichts schuldig war."

... seine Jugend auf den Straßen von Wien: "Meine Eltern haben alles versucht, aber ich habe mich dafür entschieden, auf der Straße zu sein. Ich war kein Gangster aber zwei Freunde von mir wanderten ins Gefängnis. Keiner wurde ermordet, aber es waren Schlägereien auf der Straße und solche Sachen. Wenn du auf der Straße unterwegs bist und jemand auf dich zukommt, ist es besser, wenn du nach unten siehst. Wir haben den Leuten aber immer direkt ins Gesicht gestarrt, um zu provozieren. Und um zu kämpfen. Manche von ihnen haben dann auch mit Raub begonnen. Ich bin froh, dass ich damals davon weggekommen bin. Ich habe meinen Freunden immer gesagt: Macht das nicht, ihr werdet im Gefängnis enden. Und ich habe ihnen gesagt, dass sie sich eine Arbeit suchen sollen, um ein gutes Leben zu führen. Aber lass' uns nicht übertreiben. Die meiste Zeit waren wir im Park und haben Fußball gespielt. Fußball war alles."

... einen Trainer während eines Probetrainings in Nottingham im Alter von 16: "Ich habe zwei Mal getroffen und zwei Tore aufgelegt. Aber der Jugendcoach hat gesagt, sie brauchen einen kleinen und starken Spieler wie Wayne Rooney. Ich habe nicht einmal gewusst wer Rooney war. Ich habe dem Coach dann gesagt, dass er eines Tages noch von mir träumen wird."

... den Neustart in England: "Ich hatte eine schlechte Zeit in Deutschland, aber Stoke hat mich verpflichtet und dafür bin ich noch immer dankbar. Keiner kannte mich hier und das war gut. Ich war sehr still zu Beginn. Ich musste neu starten und mich neu fokussieren. Ich war die ganze Zeit daheim bei meiner Familie und bin nicht fortgegangen und habe keine dummen Dinge gemacht. In Deutschland kam ich nicht zurecht, hier ist es ruhig und das schulde ich meiner Familie auch."

... seine Antwort an die Hater: "Nach meiner Roten Karte bei West Ham war ich stinksauer und sehr niedergeschlagen. Keiner durfte mit mir reden. Ich habe mich furchtbar aufgeregt. Es ist nicht einfach für meine Leute zuhause, wenn ich so bin. Ich möchte, dass meine Kinder stolz auf ihren Vater sind und nicht in die Schule gehen und Beleidigungen hören. Eines Tages werden sie Dinge über mich lesen und ich will, dass es um Fußball geht. Ich würde viele Dinge in meiner Jugend ändern, aber ich bin auch glücklich und dankbar, hier zu sein. Ich bin auch noch nicht fertig. Ich bin 28 und noch nicht dort, wo ich sein will. Ich will den Leuten - und speziell den Hatern - zeigen was ich kann und diesen Klub nach oben bringen. Mit allem was ich habe."


Textquelle: © LAOLA1.at

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