Jose Mourinho bei Manchester United gefeuert

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Manchester United zieht die Reißleine! Die "Red Devils" trennen sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Jose Mourinho. Bis Saisonende soll eine Interimslösung übernehmen. Das gibt der englischen Rekordmeister am Dienstag bekannt. Der 55-jährige Portugiese war seit Sommer 2016 im Amt.

United belegt nach dem 17. Spieltag der Premier League mit lediglich 26 Punkten den sechsten Tabellenplatz. Der Rückstand auf Spitzenreiter Liverpool beträgt bereits 19 Zähler.


Nach Informationen von "Sky Uk" soll der aktuelle Co-Trainer, Michael Carrick, gemeinsam mit Kieran McKenna vorerst das Training leiten. Und aut "Mirror" sollen die Klub-Verantwortlichen Laurent Blanc als langfristige Lösung favorisieren. Der 53-jährige Franzose ist seit seinem Ende als Trainer von Paris St. Germain (Juni 2016) vereinslos.

Blanc kickte in der letzten Phase seiner aktiven Karriere von 2001 bis 2003 bei den "Red Devils". Bei den Buchmachern wurde am Dienstag hingegen der aktuelle Tottenham-Trainer Mauricio Pochettino als heißester Kandidat gehandelt. Zudem geistert auch immer wieder der Name Zinedine Zidane herum.

Schlechtetste Punkteausbeute seit der Saison 1991/92

Fix ist jedenfalls, dass United aktuell die schlechteste Punkteausbeute nach 17 Runden seit der Saison 1991/92 aufweist. Nur sieben Mal ging der Rekordmeister als Sieger vom Platz - bei fünf Unentschieden und fünf Niederlagen. Die Abwehr ist anfällig.

United kassierte mehr Gegentore (29) als der Tabellenvorletzte Huddersfield Town (28). Nach dem 1:3 gegen Liverpool attestierte die BBC einen "kreativen Bankrott". Minimalist Mourinho wurde zum Chauffeur jenes "parkenden Busses", den er einst metaphorisch für die defensive Spielweise der Gegner seiner Chelsea-Elf ins Spiel gebracht hatte.

Bei seiner Ankunft im Sommer 2016 hoffte man, Mourinho, der sich einmal als "The Special One" bezeichnete, würde den Club zu alter Größte zurückführen. Mit Porto (2004) und Inter Mailand (2010) hatte er die Champions League gewonnen, war mit Chelsea dreifacher (2005, 2006, 2015) und mit Real Madrid einmal (2012) Meister geworden. Doch im ersten Jahr unter Mourinhos Führung kam United in der Premier League nur auf Platz sechs, rettete die Saison jedoch halbwegs mit dem Sieg in der Europa League. In der vergangenen Saison schaffte man es zwar auf Platz zwei, allerdings mit 19 Punkten Respektsabstand zu Meister Manchester City.

Mourinhos Bilanz ist nicht niederschmetternd

Mourinhos Bilanz ist freilich nicht niederschmetternd. Was die Siegesquote betrifft, ist er fast auf Augenhöhe mit Ferguson. Dieser hatte 59 Prozent seiner Spiele mit Manchester United gewonnen, Mourinho kam auf eine Quote von 58 Prozent. Damit ist der Portugiese klar besser als seine Vorgänger David Moyes und Louis Van Gaal oder der legendäre Matt Busby, die je 52 Prozent verzeichneten.

Letztlich wurden Mourinho neben der aktuell schwierigen sportlichen Situation auch weiche Faktoren zum Verhängnis. Das teure Team praktizierte unter ihm einen wenig spektakulären Stil. Das verwöhnte Publikum im Old Trafford goutierte die teilweise erschreckend ideenlosen Darbietungen schon lange nicht mehr.

Zudem legte sich Mourinho wiederholt mit Paul Pogba an. Der Weltmeister aus Frankreich enttäuschte seit dem Transfer von Juventus Turin im Sommer vor zwei Jahren wiederholt und wurde von Mourinho oft auch öffentlich kritisiert oder sogar bloßgestellt. Deshalb kokettierte Pogba seit Monaten mit einem baldigen Abgang aus Manchester - wirtschaftlich eine schlechte Entwicklung für den Club, der für den Spieler die damalige Rekordsumme von rund 105 Millionen Euro nach Italien überwiesen hatte.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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