Der FC St. Pauli entscheidet das mit Spannung erwartete Stadtderby gegen den Hamburger SV für sich. Dzwigala und Hountondji sind die Torschützen im ersten Bundesliga-Duell der beiden Klubs seit über 14 Jahren.
Am Freitagabend wird zum ersten Mal seit sieben Jahren wieder Bundesliga-Fußball im Hamburger Volksparkstadion gespielt. Ex-Salzburger Nicolas Capaldo führt die Gastgeber als Kapitän auf das Feld. ÖFB-Legionär Jannik Robatsch bleibt bei den Gästen auf der Bank, David Nemeth fehlt im Kader.
Pausenführung für St. Pauli
Die Anfangsphase der Partie ist umkämpft, Schiedsrichter Dingert versucht, nach sechseinhalb Minuten mit der ersten Gelben Karte gegen St. Paulis Dzwigala etwas Aufregung aus dem Spiel zu nehmen.
Mehr vom Ball hat zu Beginn der HSV, die Gäste werden aus dem Spiel heraus nicht zwingend – doch nach einer Ecke klingelt es plötzlich im HSV-Tor. Die "Rothosen"-Defensive ist etwas unaufmerksam, Dzwigala perfektioniert die einstudierte Variante mit seinem Treffer zum 1:0 (19.).
Nur wenig später hat der HSV großes Glück. Verteidiger Torunarigha verliert das Laufduell gegen Hountondji und geht zu Boden, der St. Pauli-Stürmer hat freie Bahn. Doch Schiedsrichter Dingert pfeift die Szene wegen eines Stürmerfouls ab, das, wie die Wiederholung zeigt, nicht vorliegt (25.).
Die HSV-Elf fängt sich zwischenzeitlich wieder, doch vor dem Pausenpfiff treffen die "Kiezkicker" beinahe zum zweiten Mal. Pereira Lage verpasst die Vollendung eines herrlich vorgetragenen Vorstoßes um nur wenige Zentimeter, bei seinem Abschluss rollt der Ball knapp am rechten Pfosten über die Torauslinie (41.). So geht St. Pauli mit einer knappen Führung und der HSV ohne Schuss aufs Tor in die Pause.
HSV schafft in Unterzahl nicht die Wende
Der in der ersten Hälfte harmlose Gastgeber kommt nach dem Seitenwechsel schnell in die Partie zurück. Königsdörffer wird mit einem langen Ball auf die Reise geschickt und schiebt zum 1:1 ein – doch die Ekstase im Volksparkstadion hält nicht lange an. Königsdörffer steht ganz knapp im Abseits, der Treffer wird zurückgenommen (48.).
Das Abseitstor gibt den Hausherren aber Auftrieb, die Gastmannschaft wackelt – allerdings nur kurz. Nach rund einer Stunde geht Hountondji tief und trifft aus extrem spitzem Winkel zum 2:0 für St. Pauli (59.).
Als HSV-Außenbahnspieler Gocholeishvili in der 77. Minute mit Gelb-Rot vom Platz muss, da er einen Konter unerlaubt stoppt, glauben nur mehr die Wenigsten an eine Derby-Wende. Vielmehr hat St. Pauli Chancen auf das dritte Tor, Hamburgs Keeper Heuer Fernandes pariert zweimal gut (78., 80.).
Ein Aufrappeln des HSV gibt es schließlich auch in der zehnminütigen Nachspielzeit nicht mehr und so geht St. Pauli als Sieger vom Feld. Vier Punkte haben die "Kiezkicker" nun auf dem Konto, während der HSV noch auf den ersten Bundesliga-Sieg wartet.
Nach der Länderspielpause muss der Aufsteiger zum FC Bayern München, St. Pauli empfängt daheim den FC Augsburg.