Ortlechner: "Stöger holt die Spieler richtig ab"

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Seit Sonntagmittag ist Peter Stöger neuer Trainer von Borussia Dortmund.

Der 51-Jährige, der erst vor einer Woche beim abgeschlagenen Tabellenschlusslicht 1. FC Köln nach viereinhalb Jahren entlassen wurde, soll den BVB aus dem vorzeitigen Winterschlaf holen und nach den jüngsten Negativerlebnissen zurück in die Spur bringen.

Jemand, der dem Wiener dieses Unterfangen voll zutraut, ist Manuel Ortlechner. Der mittlerweile 37-Jährige wurde als Kapitän der Wiener Austria in der Saison 2012/2013 unter Stöger Meister mit den Veilchen.

"Er hat den Fußball sicher nicht neu erfunden"

„Ich werde immer gefragt, warum Peter (Stöger, Anm. d. Red.) so erfolgreich ist. Er hat den Fußball sicher nicht neu erfunden, aber er holt die Spieler einfach richtig ab. Er versteht den Menschen und hat die Spieler gerne“, erklärt der Oberösterreicher, der im Sommer 2017 seine Karriere beendete, im Gespräch mit LAOLA1.

„Orti“ schildert: „Ich hatte um die 27 Profitrainer in meiner Karriere und wenige haben es verstanden, auf was es ankommt. Sie haben den Sport verkompliziert. Natürlich sind Analysen wichtig, aber man muss es nicht übertreiben. Teilweise habe ich gehört: Du musst das essen und das trinken und das machen… Ich bin mir teilweise wie im falschen Film vorgekommen. Viele von ihnen haben einfach den Menschen vergessen.“

Der neunfache Ex-Internationale verrät: „Warum haben wir 2012/13 die Salzburger, bei denen damals die Manes, Kampls und Alans gespielt haben, in die Schranken gewiesen? Wir waren nicht qualitativ besser. Wir haben einfach am Limit gespielt. Denn das ist die Aufgabe des Trainers: Das vorhandene Potenzial der Mannschaft auszuschöpfen. Es gibt einen Grund, warum ich bzw. wir im Meisterjahr so performen konnten: Mit Stöger war jemand da, der mich/uns verstanden hat.“

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Stögers Eigenschaft

Diese Gabe sei das Nonplusultra. „Es ist bestimmt nicht einfach, denn versteh‘ einmal den Menschen. Es sagt sich so leicht: ‚Du musst auf den Spieler eingehen‘. Aber leb‘ es einmal.“

Stöger besitzt diese Eigenschaft.

„Die Fußball-Generation von heute ist immer schnelllebiger. Wenn du dann einen Trainer hast, der wirklich auf dich zukommt, dich wertschätzt und mit dir respektvoll umgeht, sowie im Fall von Peter sich auch noch im Fußball auskennt und eine hohe Fachkompetenz mitbringt, ist man erfolgreich.“

Ortlechners Sichtweise

Ortlechner sagt aber auch klipp und klar: „Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Trainer ist aber natürlich auch, dass ich eine Spiel-Vorbereitung und Analyse mache, die state of the art ist. Doch viele glauben, wenn ich das beherrsche, bin ich ein guter Trainer. Die Spreu vom Weizen trennt sich, wie ich dann mit dem Menschen umgehe.“

Abschließend bricht der ehemalige Innenverteidiger grundsätzlich eine Lanze für eine gewisse Menschenführung.

„Im Umgang mit den Spielern und Mitarbeitern ist auch der Verein gefragt. Diejenigen, die das in ihrer Unternehmenskultur verankert haben, die sind erfolgreich.“

Textquelle: © LAOLA1.at

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