Da wäre etwa der Umstand, dass der Wechsel schon ein halbes Jahr früher stattfinden hätte sollen. Von Borussia Dortmund heftig umgarnt, entschied sich der Offensivspieler im Winter 2018/19 angeblich nach Intervention von Ralf Rangnick dann doch für einen Red-Bull-internen Transfer.
Es sollte früher sein, es wurde viel später
„Grundsätzlich wollte ich den Transfer ja schon im Winter machen, das hat aber nicht geklappt“, berichtete er einmal. Ein Winter-Transfer wäre ganz nach Wolfs Geschmack gewesen, hätte er sich doch ein halbes Jahr in Leipzig einleben können, um dann im Sommer richtig anzugreifen.
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Doch nicht einmal das war ihm vergönnt. Denn am 17. Juni 2019 traf Wolf in Triest mit der ÖFB-U21 zum EM-Auftakt auf Serbien und sein rechtes Bein überaus unglücklich auf Vukasin Jovanovic. Die Folge: ein praktisch komplett zerstörtes Sprunggelenk, eine offenbar nicht ganz so ideale Behandlung vor Ort, wochenlang Gips.
Der Start in Leipzig war also von monatelangen Reha-Maßnahmen geprägt, der ÖFB-Legionär sah die deutsche Bundesliga zunächst nur von der Tribüne aus.
Ein kurzer Geduldsfaden
Überraschend konnte der Angreifer dann aber doch im Dezember 2019 noch sein Debüt für RBL feiern, gegen Hoffenheim und Düsseldorf stand er insgesamt rund eine Viertelstunde auf dem Feld. Doch es folgten wieder viele Minuten auf der Bank. Und Wolfs Geduld erwies sich als sehr schnell enden wollend.
Mitte Jänner 2020 hat der Youngster bei der Klub-Führung seinen Wechselwunsch deponiert. Abgelehnt. Vielmehr gab es öffentliche Schelte von Coach Julian Nagelsmann.
„Es wird keinen im Leben weiterbringen, wenn ich immer nur weglaufe, wenn etwas nicht gut funktioniert. Dann habe ich 24 oder 27 Vereine und mich nirgendwo durchgesetzt. Es gehört auch mal dazu, was Negatives durchzustehen, dranzubleiben, Gas zu geben und nicht zu hadern“, so der Coach.
Wolf sorgte rund einen Monat später wieder abseits des Platzes für Schlagzeilen. Ein Instagram-Video mit Privat-Jet, Rolex und Designer-Kleidung war nicht nach dem Geschmack der Vereinsführung, musste vom Jungstar wieder gelöscht werden.
Nagelsmann fordert Ruhe am Ball
Kurz darauf folgte Wolfs dritter – und bisher letzter – Auftritt im Trikot der „Roten Bullen“, acht Minuten gegen Leverkusen.
Nagelsmann hat erst unlängst erklärt, welchen Entwicklungsschritt er vom ÖFB-Legionär erwartet: „Er muss insgesamt in seinen Ballbesitz-Phasen ruhiger werden. Diese positive Hektik und den Stress, den er durch sein gutes Anlaufen erzeugt, den muss er aus dem eigenen Ballbesitz ein wenig rausnehmen und stabiler werden. Wenn er all das beherzigt, wird er auch Einsatzzeit bekommen, sich durchsetzen und in nächster Zeit Spiele sammeln können.“
Vieles deutet allerdings darauf hin, dass sich Wolf im Sommer – zumindest leihweise – aus Leipzig verabschiedet. Es wäre nicht weiter verwunderlich, denn so richtig warm geworden sind Hannes Wolf und RB Leipzig nie.