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Wydra: Das Ziel ist klar, der Weg nicht

LAOLA1 Foto: ©

Abschalten – das ist das Ziel, das jeder Fußballer nach Saisonende hat. Dominik Wydra hat das im Urlaub in Italien versucht. Gelungen ist ihm das nur zum Teil. Denn die Zukunft des ÖFB-Legionärs ist ungewiss.

„Das ist eine gute Frage, die ich leider nicht beantworten kann“, sagt der 25-Jährige von LAOLA1 auf seine Zukunft angesprochen.

Sein Vertrag bei Erzgebirge Aue ist ausgelaufen, ein Wechsel zu einem anderen Verein ist ebenso möglich wie eine neuerliche Unterschrift beim deutschen Zweitliga-Verein.

Schlimmer Herbst, tolles Frühjahr

Dass es überhaupt zu dieser Situation gekommen ist, war im Winter nicht unbedingt absehbar. Denn der Defensiv-Allrounder hatte einen Herbst zum Vergessen hinter sich. „Ich habe im Winter überlegt, ob ich Aue verlasse“, gibt der Wiener zu.

Lediglich sieben Einsätze hatte er vor dem Jahreswechsel in den Beinen, vier davon in der Startelf, einmal wurde Wydra sogar schon vor der Pause ausgetauscht. „Ich bin gar nicht in meinen Rhythmus gekommen. Es war ein schlechtes Halbjahr für mich persönlich, ich war überhaupt nicht zufrieden“, sagt der ehemalige U21-Teamkapitän.

"Mittlerweile taugt es dem Trainer, wie ich spiele."

"Es ist nicht mein Ziel, in der zweiten Liga herumzupendeln und mich auf Aue-Niveau von Mannschaft zu Mannschaft zu bewegen"

Trainer Daniel Meyer habe ihm in der Winterpause jedoch versichert, dass er ihn unbedingt brauche. Also entschied sich der ÖFB-Legionär, das Frühjahr in Aue in Angriff zu nehmen. „Das war im Nachhinein auf jeden Fall die absolut richtige Entscheidung“, stellt Wydra zufrieden fest.

Denn mit dem Start in die Rückrunde wendete sich das Blatt. Der Ex-Rapidler absolvierte – abgesehen von einer Gelbsperre gegen den 1. FC Köln – jedes Spiel, stand bis auf einmal immer in der Startelf. „Ich habe gut gespielt, es war durchgehend positiv“, freut er sich.

Mehrzweckwaffe in der Defensive

Im Frühjahr bestätigte Wydra, was sich schon in seiner ersten Saison im Erzgebirge angedeutet hat – er hat sich in der Defensive zu einer Mehrzweckwaffe entwickelt. Mal war er in der Dreier-Abwehrkette in zentraler Position im Einsatz, wenn mit einer Viererkette gespielt wurde, lief er davor als Sechser auf.

„Im Großen und Ganzen ändert sich für mich dadurch nicht viel. Auch wenn ich zentral in der Dreierkette spiele, spiele ich eher offensiv. Ich attackiere viel nach vorne. Dem Trainer hat das am Anfang nicht so getaugt, wir hatten da im ersten halben Jahr schon Probleme. Aber er hat dann gesehen, dass es funktioniert. Mittlerweile taugt es ihm, wie ich spiele“, berichtet der 25-Jährige.

Die Veilchen wissen, was sie an dem Mann, der inzwischen 88 Mal in Deutschlands zweiter Spielklasse im Einsatz war, haben. Und Wydra weiß auch, was er an den Veilchen, die zwei Spieltage vor Schluss den Klassenerhalt fixieren konnten, hat.

„Ich fühle mich in Aue sehr, sehr wohl. Ich bekomme meine Spielzeit, der Trainer setzt auf mich, wir haben eine gute Mannschaft und ich habe keine Sorge, dass wir da nächstes Jahr abrutschen könnten. Das neue Stadion ist letztes Jahr fertig geworden. Die Bedingungen hier sind auf höchstem Niveau, es ist alles ganz neu“, findet Wydra sehr positive Worte für den Verein.

"Mein Ziel ist die Bundesliga!"

Klar ist aber auch, dass der Wiener nicht bei den Sachsen alt werden will. „Mein Ziel ist die deutsche Bundesliga“, stellt er klar. Und genau das ist der Knackpunkt in den aktuellen Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung.

„Einige Punkte sind noch nicht so, wie ich mir das persönlich vorstelle. Mein Ziel ist es, in die Bundesliga zu kommen, das habe ich den Verantwortlichen in Aue auch immer so gesagt. Ich will das in meinen eigenen Händen haben, habe keine Lust, dass das dann an einer Ablösesumme scheitert. Es muss im Vorhinein geklärt sein, welche Ausstiegsmöglichkeiten ich habe – das ist der Hauptpunkt, um den es in den Verhandlungen noch geht“, spricht er ganz offen über den Status quo.

Wenn seine Wünsche nicht erfüllt werden würden, müsse er sich eben „anders orientieren“, sagt Wydra. Zwischen den Zeilen klingt aber durch, dass er schon ganz gerne bleiben würde: „Es gibt schon andere Möglichkeiten, aber wenn ich in der zweiten Liga bleiben sollte, macht es für mich nur Sinn, wenn ich den nächsten Schritt mache. Es ist nicht mein Ziel, in der zweiten Liga herumzupendeln und mich auf Aue-Niveau von Mannschaft zu Mannschaft zu bewegen.“

Der Idealfall sieht also so aus: Wydra, der zuvor schon in Paderborn und Bochum war, verlängert seinen Vertrag in Aue mit einer festgeschriebenen, erschwinglichen Ablösesumme, legt eine starke Saison 2019/20 hin und schafft dann den Sprung in die deutsche Bundesliga. Das wissen sie auch in Aue: „Wir kommunizieren ganz offen, innerhalb des Vereins sind die Wege kurz, wir haben einen direkten Kontakt zum Präsidenten, es geht familiär zu.“

Auf Fodas Radar

Dass der Defensivspieler zu Höherem berufen ist, wenn er sein Potenzial konstant ausschöpft, daran besteht kein Zweifel. Dass ihn auch Franco Foda am Zettel hat, kann als Beleg dafür gewertet werden. Für die EM-Quali-Duelle mit Slowenien und Nordmazedonien steht Wydra auf Abruf.

Der ÖFB-Legionär freut sich: „Das zeigt, dass schon auch andere Leute mitbekommen haben, dass ich ein sehr gutes Halbjahr gespielt habe. Es ist nicht selbstverständlich, dass man es als Spieler von Erzgebirge Aue auf die Abrufliste des Nationalteams schafft. Das macht mich stolz.“

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