Der zehnte Serienerfolg würde jetzt warten. "Die Zahl zehn ist was besonderes. Das Wort Finale reicht aber schon für einen absoluten Motivationsschub", so Kapitänin Jennifer Klein.
Bei allen neun Triumphen dabei war Julia Tabotta, erzielte im ersten Endspiel sogar einen Treffer. "Ich bin noch nicht fertig", machte sie bei LAOLA1 klar.
Am Endspieltag sind es unglaubliche 4.444 Tage, die der Klub im Cup ungeschlagen ist, das sind 51 Spiele in Folge. Der Weg ins diesjährige Finale war alles andere als einfach. Zwei Mal musste der SKN in die Verlängerung.
Austria noch ohne Finalerfahrung
Die Wiener Austria bringt im Gegensatz zum Abo-Titelträger gar keine Finalerfahrung mit. Es ist die Endspielpremiere als eigenständiger Verein, nie zuvor gelang den "Veilchen" ein solcher Erfolg, überhaupt ist eine solche Situation ein Novum für eine Vielzahl der Austrianerinnen.
"Ich persönlich stand noch nie in so einem großen Finale und weiß, dass es ganz vielen aus unserer Mannschaft auch so geht", erklärt Kapitänin Verena Volkmer. Die Vorfreude sei aber groß, man könne es "gar nicht erwarten, dass es endlich losgeht", so die Deutsche. "Im Gegensatz zur Austria haben wir Spielerinnen, die routiniert sind, was Finalspiele angeht", richtet die SKN-Kapitänin Klein dem Gegner aus.
Der Austria-Erfolg hängt in vielen Bereichen an Verena Volkmer. Die 28-Jährige ist nicht nur Kapitänin der "Violetten", sondern auch Toptorjägerin. In der Liga führt sie die Torschützinnen-Liste mit zwölf Treffern an, im Cup erzielte nur ihre Teamkollegin Yvonne Weilharter (5) mehr Treffer als Volkmer (4).
Bittere Ausfälle beim SKN
Die SKN-Toptorjägerin Valentina Mädl hinkt im Vergleich zu Volkmer mit acht Treffern etwas hinterher. Die 18-Jährige gilt aber als die Zukunftshoffnung im SKN-Lager.
Bei der Austria stellt das für Kenesei kein Problem dar: "Mentalität, Teamspirit und Zusammenhalt stehen bei uns im Team von Anfang an über allem. Nur mit einem guten Team und Zusammenhalt kann das so funktionieren, deswegen konnten wir solche Leistungen zeigen." Extra dafür trainieren müsse man nicht.
Auf diesen Aspekt verweist man auch beim Gegner. "Die Mentalität wird wichtig sein, bereit sein über Grenzen zu gehen. (...) Der Kopf trägt den Körper", so Jennifer Klein. Die Kapitänin erwartet in Wiener Neustadt ein "Kampfspiel".
In der Rolle des Favoriten fühlt sich die Abwehrspielerin wohl. "Es ist schön, verfolgt zu werden", grinst sie. Jetzt gilt es den Weg der vergangenen Jahre mit einer weiteren Trophäe fortzusetzen.
Liese Brancao erwartet auf jeden Fall ein enges Spiel. Es würden aber einige Sachen für den SKN sprechen, auch die gezielte Mischung aus Youngsters und Routiniers. "Mit den Jungen, die keine Erfahrung haben, mache ich auch nichts. Sie müssen Erfahrung sammeln. Das ist schön", meint Brancao.