Courtois: "Frankreich spielte Anti-Fußball"

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Bei Belgien sitzt der Frust nach der 0:1-Pleite gegen Frankreich im WM-Halbfinale tief. Bei Thibaut Courtois und Eden Hazard mischt sich noch Wut über die Taktik der Franzosen hinzu.

"Frankreich spielte Anti-Fußball", sagt Courtois der belgischen Zeitung "Het Nieuwsblad". Frankreich habe gut verteidigt, das sei aber alles. "Das ist nicht schön anzuschauen. Diese Mannschaft war nicht besser als wir."

"Ich hätte lieber im Viertelfinale gegen Brasilien verloren, das war wenigstens ein Team, das Fußball spielen wollte", sagt der Chelsea-Keeper.

Hazard stimmt Courtois zu: "Ich verliere lieber mit diesem belgischen Team, als mit diesem französischen zu gewinnen."

Auch der Schiedsrichter muss Kritik von Seiten der Belgier einstecken. Die Franzosen hätten zu viel Zeit geschunden und der Unparteiische hätte ein klares Foul an Hazard vor dem Strafraum nicht gepfiffen, so die Meinung.

Martinez: "Meine Spieler haben Großes geleistet"

Courtois findet aber auch selbstkritische Worte: "An einem guten Tag kannst du gegen ein Anti-Fußballteam bestehen, aber der letzte Ball kam nicht an und wir waren manchmal schlampig in unserem Passspiel."

Belgien-Teamchef Roberto Martinez macht seiner Mannschaft wenig Vorwürfe. "Das Spiel war sehr eng. Die Einstellung meiner Spieler war fantastisch. Einer muss gewinner, einer verlieren. Aber meine Spieler haben Großes geleistet. Wir müssen diese Enttäuschung hinter uns lassen und versuchen, dass Turnier mit einem positiven Gefühl zu beenden."

Aber: "Man hat nicht oft die Möglichkeit WM-Dritter zu werden." Beim bisher einzigen Versuch verlor Belgien 1986 das kleine Finale gegen Frankreich 2:4 nach Verlängerung.

Seine persönliche Zukunft sieht der 44-jährige Spanier weiter als Teamchef. "Ich habe die Europameisterschaft 2020 schon im Hinterkopf. Aber zunächst konzentrieren wir uns auf das letzte Spiel um die Bronzemedaille."

Letzter Auftritt der "Goldenen Generation"?

Dass dieses vermutlich der letzte gemeinsame Auftritt der oftmals als "Goldene Generation" gepriesenen Mannschaft sein wird, bereitete Martinez keine Sorgen: "Es rücken viele Talente im belgischen Fußball nach."

Zumindest auf WM-Ebene war es wohl die letzte Möglichkeit der Belgier, in dieser Konstellation um den Titel mitzuspielen. Routiniers wie etwa Vincent Kompany (Jahrgang 1986), Thomas Vermaelen (1985) und Marouane Fellaini (1987) sind für die Winter-WM 2022 in Katar wohl eher kein Thema mehr, auch die Offensivstars Eden Hazard und Kevin De Bruyne (beide 1991) sind dann bereits jenseits der 30.

Obwohl es zum Titelgewinn nicht ganz gereicht hat, kann man der WM in Belgien auch viel Positives abgewinnen. "Die Spieler haben bewiesen, dass Belgien tatsächlich eine Nation ist", brachte die Zeitung "La Derniere Heure" die Stimmung im in vielen Bereichen zwischen Flamen und Wallonen gespaltenen Land auf den Punkt.

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Frankreich besiegt Belgien und steht im WM-Finale 2018

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