Dennoch griff Sturm nach dem Abgang von Rasmus Höjlund zu. Dass Ajeti nämlich sehr genau weiß, wo das Tor steht, ist längst bekannt. 2017/18 wurde er – zunächst als Spieler des FC St. Gallen, danach im Trikot des FC Basel – mit 17 Treffern Torschützenkönig der Schweizer Super League.
Es folgte eine weitere Spielzeit in Basel mit 21 Toren und elf Assists in 43 Pflichtspielen. Im August 2019 überwies West Ham dann 11,3 Millionen Euro für den elffachen Internationalen. Doch in London kam Ajeti nicht zurecht, wurde ein Jahr später für 5,5 Millionen Euro an Celtic abgegeben.
"Wir haben in seiner Spielweise Anlagen gesehen, speziell in Basel hat er gezeigt, dass er ein Spieler ist, der uns enorm helfen kann", berichtet Ilzer.
Viele Stärken
Die Stärken des Angreifers mit kosovarischen Wurzeln beschreibt der Trainer so: "Er kann zwischen den Linien Bälle sichern, bewegt sich unheimlich intelligent. Im Abschluss hat er recht und links Stärken, hat eine Geradlinigkeit zum Tor."
Der Neuzugang habe im Duell mit der Austria "nicht nur bei seinem Tor seine Klasse aufblitzen lassen", findet Ilzer. Tatsächlich wirkte der Schweizer bereits gut ins Kombinationsspiel in der Offensive integriert, stellte die FAK-Abwehr immer wieder vor große Probleme.
"Ich probiere, das Spiel möglichst gut zu lesen. Natürlich klappt noch nicht alles perfekt, aber wir verstehen uns sehr gut. Ich versuche, der Mannschaft mit Tiefenläufen und Klatschenlassen zu helfen. Ich probiere, immer da zu sein, wenn es gefährlich wird. Das hat gegen die Austria schon sehr gut geklappt", stellt der Kicker selbst zufrieden fest.
Seine bisherige Bundesliga-Bilanz im Sturm-Trikot kann sich sehen lassen. 139 Spielminuten, alle 12 Minuten ein Torschuss, 97 Prozent der kurzen Pässe kommen beim Mitspieler an, er gewinnt 62,5 Prozent seiner Kopfballduelle und fast 60 Prozent seiner Zweikämpfe.
Noch lange nicht bei 100 Prozent
Und das soll erst der Anfang sein. Denn die vielen Monate, in denen er an seinem Comeback arbeitete, haben Spuren hinterlassen.
Ilzer sagt: "Wir müssen ihn erst Schritt für Schritt heranbringen, von der Kraft her. Ich hätte mir nicht gedacht, dass er gegen die Austria so lange am Platz stehen kann, als wir ihn ausgetauscht haben, war er wirklich leer."
Ajeti erkennt Fortschritte: "Meine Beine werden immer fitter, von der Luft geht es auch immer besser."
Letztendlich soll der 25-Jährige wieder zu dem Angreifer werden, der in der Schweiz den gegnerischen Verteidigern das Fürchten gelehrt hat.
"Er kann ein Klassestürmer sein, wenn er in den Rhythmus kommt und wenn er wieder auf dem Fitness-Level ist, das er hatte, als er Schweizer Torschützenkönig wurde", sagt Ilzer.
Der erste Schritt ist mit dem ersten Tor getan.
VIDEO: So gut war Ajeti beim FC Basel