Balotelli - und sonst so?

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OGC Nizza: Mehr als nur Mario Balotelli

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Selbst Salzburg-Trainer Oscar findet es schade, dass Mario Balotelli heute (19 Uhr) nicht in der EM-Arena in Wals-Siezenheim gastiert.

Doch der französische Tabellenführer ist auch ohne das italienische Enfant terrible gut genug bestückt, um dem österreichischen Meister mehr als ein Bein zu stellen.

In der Ligue 1 führt OGC Nizza vier Punkte vor Paris St. Germain und die Fans träumen bereits von der fünften Meisterschaft - der ersten seit 1959. Die "Goldenen 50er" an der Cote d'Azur brachten die bisherigen vier Meister-Titeln (1951, 1952, 1956, 1959).

Dass man 2016 so gut gestartet ist (23 von 27 möglichen Punkten in den ersten neun Partien), kommt überraschend, zumal Nizza im Sommer mit Hatem Ben-Arfa (PSG) und Valerie Germain (zurück zu Monaco) die beiden Torjäger (18 bzw. 14 Treffer) der vorangegangenen Saison sowie Erfolgs-Trainer Claude Puel (Southampton) verlor.

Vor knapp 20 Jahren gewann Nizza, das erstmals überhaupt auf eine österreichische Mannschaft trifft (aber zwei ÖFB-Legionäre hatte: Goran Kartalja 1997/98 bzw. Roland Linz 2004), den franzöischen Pokal (1997). Seither herrscht Titel-Ebbe beim Klub aus Südfrankreich, der zu 80 Prozent chinesischen und US-amerikanischen Investoren gehört.

Noch nie auswärts gewonnen

Die restlichen 20 Prozent gehören dem wagemutigen Geschäftsmann Jean-Pierre Rivere, der nach Balotellis Verpflichtung meinte: "Wir kennen das Risiko, das wir eingehen. Aber es ist eines, das ich mit Freude eingehe."

In der Europa League hält Nizza wie Salzburg nach zwei Spielen bei null Punkten. Nach dem 0:1 gegen Schalke folgte ein 2:5 in Krasnodar. Bis zur 86. Minute stand es in Russland aber immerhin noch 2:3.

Nizza hat de facto keines seiner 14 Auswärtsspiele in UEFA-Bewerben gewonnen (vier Remis, zehn Niederlagen). Den einzigen Erfolg in der Fremde gab es im Dezember 1959, als Fenerbahce in einem Wiederholungsspiel der ersten Europapokal-Runde auf neutralem Platz in Genf mit 5:1 geschlagen wurde.

Die bisherigen Leistungen in der Ligue 1 in dieser Saison machen in jedem Fall klar, dass Nizza mehr als nur Mario Balotelli (fünf Tore in vier Ligue-1-Spielen) ist. LAOLA1 hebt fünf Protagonisten hervor:

  • DANTE

Nach Mario Balotelli der klingendste Name bei OGC Nizza. Der Brasilianer feierte am Dienstag seinen 33. Geburtstags und kam Ende August aus Wolfsburg nach Frankreich. Damit ist der Innenverteidiger wieder mit Lucien Favre vereint, mit dem er bereits in Gladbach gemeinsam arbeitete. Seine erfolgreichste Zeit hatte Dante freilich bei den Bayern, für die er in drei Jahren (2012 bis 2015) 133 Partien machte und drei Mal Meister wurde sowie 2013 die Champions League gewann. Seit Dante für Nizza spielt, hat er keine Minute auf dem Feld verpasst. Einmal war er auch schon in der Red-Bull-Arena zu Gast: Beim 0:3 der Bayern im Testspiel gegen Red Bull Salzburg.

  • MALANG SARR

Die zwei jüngsten Europa-League-Startelf-Spieler in dieser Saison heißen Malang Sarr und Dayot Upamecano - beide aus Frankreich. Während der 17-jährige Salzburg-Spieler, der in einer Woche 18 Jahre alt wird, wegen einer Hüftverletzung fraglich ist, wird sich Sarr den zahlreichen prominenten Scouts zeigen können. Sarr ist wie Upamecano Innenverteidiger. Während sich der Salzburger aktuell im defensiven Mittelfeld austoben darf, ist Sarr in dieser Saison als Innenverteidiger bei Nizza gesetzt und erzielte auch das Goldtor beim 1:0 am ersten Spieltag gegen Rennes, das den Erfolgslauf in der Meisterschaft einläutete. Der Nachwuchs-Nationalspieler stand in allen elf Partien von Beginn an in der Startelf - und wurde nur einmal ausgetauscht. Ein großes Talent, das dem eigenen Nachwuchs in Nizza entstammt, steht unter internationaler Beobachtung.

  • PAUL BAYSSE

Kapitän und Abwehrchef, der auch schon zwei Mal in dieser Saison in der Ligue 1 traf. Der 28-Jährige wurde vergangene Saison von St. Etienne an Nizza verliehen und trug vor allem in der zweiten Saisonhälfte dazu bei, dass Nizza hinter PSG, Lyon und Monaco den vierten Platz belegte. Auch deswegen wurde er für 500.000 Euro verpflichtet, spielte wie Goalie Yoan Cardinale bislang jede Minute und dirigiert die stärkste Abwehr der Liga, die nur fünf Gegentore bekam. In Krasnodar bekam man allerdings in nur einem Spiel ebenfalls fünf Stück und da waren die Stammkräfte ebenso am Werk.

  • YOUNES BELHANDA

Ihn kennen Fans der deutschen Bundesliga. Belhanda spielte im Frühjahr bei Schalke 04 und erzielte in 17 Partien zwei Treffer. Er ist der teuerste Spieler im Kader, der laut "transfermarkt" einen Wert von 7,5 Milionen Euro aufweist. Der 26-Jährige ist allerdings wiederum auf Leihbasis in Frankreich, kam für diese Saison wie schon nach Gelsenkirchen von Dynamo Kiew. Wohl auch deshalb, weil er in Montpellier aufwuchs und spielte sowie in 144 Partien 29 Tore erzielte. Belhanda ist offensiv universell einsetzbar und traf ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub in seinem zweiten Spiel für Nizza, dem ersten von Beginn an. Der 32-fache marrokanische Teamspieler ließ nach starkem Start mit drei Scorer-Punkten etwas nach.

  • LUCIEN FAVRE

Der Schweizer hat diese Saison das Amt des Trainers in Nizza übernommen. Der Tüftler führte zuvor Gladbach vom Abstiegs-Kandidaten zum Champions-League-Teilnehmer. Nach fünf Niederlagen zum Saisonstart vergangene Saison nahm der smarte Schweizer elegant den Hut und pausierte für ein gutes Jahr, um nun in Frankreich neu durchzustarten. Favre kommt aus dem frankophonen Teil der Schweiz, Nizza ist wie ein Heimspiel. Wie Dante trifft Favre, der auf Dreierkette setzt, übrigens nicht zum ersten Mal auf Red Bull Salzburg. Im allersten CL-Versuch der "Bullen" zog der Schweizer damals mit dem FC Zürich in der 2. Runde nach 2:1-Heimsieg den Kürzeren in der Mozartstadt (2:0). Das heutige Gastspiel Favres in Salzburg ist sein 50. Spiel als Trainer in einem UEFA-Wettbewerb.



VIDEO: Nizza feiert den nächsten Sieg in der Ligue 1!


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Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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