Dabei deutete gerade in Halbzeit eins noch nicht allzu viel auf eine magische Sturm-Nacht hin. War doch Feyenoord die tonangebende Mannschaft, Jörg Siebenhandl hielt die Grazer aber mit einigen Glanzparaden am Leben.
"Heute kann ich mich selber auch mal loben", schmunzelt Siebenhandl. "Ich habe heute gespürt, dass ein guter Tag war. Es freut mich, dass ich das durchgezogen habe."
Sturm hat in Halbzeit zwei "anderes Gesicht" gezeigt
Mit Top-Paraden hielt der Schlussmann das Spiel offen, auch wenn es einiges an Aufholbedarf gab. "Es war eine sehr schwierige erste Halbzeit, es war wichtig, dass wir da schadlos davongekommen sind. Feyenoord war in allen Belangen besser, wir haben sehr nervös gewirkt, haben es nicht geschafft, Kontrolle über das Spiel zu kriegen, haben einfache Ballverluste gehabt", analysiert Ilzer.
So wurden in der Kabine zur Halbzeit die Fehler auch lautstark angesprochen, wie Gregory Wüthrich meint: "In der Halbzeit wurde es ein bisschen lauter in der Umkleide."
"Wir haben gewusst, wir können ein anderes Gesicht zeigen in der zweiten Halbzeit", erklärt Siebenhandl, welche Vorsätze man in der Pause auspackte. "Wir haben gesagt, wir hauen alles raus, weil solche Spiele haben wir nicht oft", sagt Affengruber.
"Haben gezeigt, was für eine geile Mannschaft wir sind"
So habe man dann schließlich "einiges korrigiert und alles, wirklich alles, besser gemacht", wie Ilzer nach dem Spiel zugibt.
"Zweite Halbzeit war vieles besser, haben wir viel mehr fußballerische Qualität gezeigt. Ich denke, der Kopfball von Ema (Anm. Emanuel Emegha) war die Initialzündung. Von dort weg waren wir dann drückend überlegen", erklärt der Sturm-Trainer.
Am Ende wurde es zwar zum Zittern, doch der Ausgang ist bekannt. "In der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt, was für eine geile Mannschaft wir sind", zeigt sich Wüthrich emotional.
0:6 in Rotterdem der richtige Ansporn
Es war ein Abend, der umso süßer ist, wenn man sich das Hinspiel Mitte September in Rotterdam in Erinnerung ruft. Während am Donnerstag einer der emotionalsten Abendein Sturms Europacup-Geschichte über die Bühne ging, war es vor rund einem Monat bei der 0:6-Pleite einer der umrühmlichsten.
"Das war ein Ansporn", stellt Siebenhandl klar, dass man etwas gutzumachen hatte. "Wann man so reagiert, ist das ein absolutes Vorwärts-Scheitern", erklärt Ilzer, die richtigen Schlüsse aus der Niederlage gezogen zu haben, ist man seitdem doch ungeschlagen.
Von Platz eins bis vier alles drin
Auch wenn man einen großen Schritt Richtung Aufstieg machen konnte, ist in der Gruppe aber bei weitem noch nicht alles entschieden. Von Platz eins bis Platz vier ist vor dem letzten Spieltag noch alles drin.
"Es ist verrückt, was in dieser Gruppe abgeht. Wir könnten theoretisch Erster oder Letzter werden. Wir brauchen eine gute Performance in einer Woche. Ich bin sicher, dass wir in dieser schwierigen Gruppe aufsteigen können", so Kiteishvili.
Cheftrainer Christian Ilzer zeigte sich da bei weitem nicht so gut informiert wie sein Siegtorschütze, bislang setzte er sich noch nicht mit den Aufstiegsregeln auseinander. "Ich habe mir diese Liste mit all den Regeln gar nicht durchgelesen. Am besten ist, wir gewinnen, dann brauchen wir nicht rechnen", bricht es der Steirer auf das Wichtigste herunter.
Sturm geht gegen Midtjylland voll auf Sieg
Bereits in einer Woche gastiert Sturm auswärts bei Midtjylland. Ein Punkt in Dänemark würde bereits reichen, um unter die besten zwei in der Gruppe zu kommen. Für die Grazer ist aber klar, sie gehen abermals aufs Ganze.
"Wir gehen dort hin und wollen auch dort den Sieg holen", so Wüthrich. Und am besten "so eine Leistung bringen wie heute in der zweiten Halbzeit", fügt Affengruber an.
Dann wäre Sturm der Aufstieg wohl nur schwer zu entreißen.