Salzburgs beachtliche Reaktion

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Borussia Dortmund 1. FC Salzburg 2. (Spielbericht)

Ja, es ist wirklich passiert. Im Achtelfinal-Hinspiel der UEFA Europa League hat erstmals ein österreichisches Team auf (west-)deutschem Boden gewonnen. Und das in Dortmund.

Ekstase? Polonaise? Ausnahmezustand in rot-weiß? Nichts dergleichen.

Da können noch so viele Fragen über Emotionen kommen, die Salzburger zeigten nach eineinhalb Sternstunden des heimischen Fußballs, warum sie ihre unglaubliche Serien auch beim BVB prolongierten.

Allen voran Trainer Marco Rose, der auch sein 24. internationales Spiel als Coach nicht verlor.


"Warum sollten wir jetzt durchdrehen?"

"Tut mir leid, aber wir haben ja jetzt nichts geschafft. Wir fahren mit einem guten Ergebnis nach Hause, das darf uns Selbstvertrauen geben, aber es ist Halbzeit. Ich erwarte eine ganz starke Dortmunder Mannschaft bei uns, warum sollten wir da jetzt durchdrehen und feiern? Das Ziel ist ja in die nächste Runde zu kommen und nicht einmal im Leben in Dortmund zu gewinnen."

Es liegt auch an dieser höchstprofessionellen Einstellung, dass Salzburg seit 31 Pflichtspielen ungeschlagen ist und 18 Europacup-Spiele in Folge nicht verloren hat.

Auch die Spieler verfielen nicht in Euphorie, vielmehr wurde die Tatsache festgehalten, dass Halbzeit ist.

"Wenn wir nicht aufsteigen, wäre alles hier umsonst gewesen, das wollen wir nicht zulassen", hielt etwa Stefan Lainer, Assistgeber zum sehenswerten 2:0 von Valon Berisha, fest.

Andre Ramalho schlug in dieselbe Kerbe: "Wir wissen, dass es noch ein Rückspiel gibt. Das wird ein richtiges Finale. Heute haben wir es im gesamten Paket schon sehr gut gemacht."

Die besten Bilder vom 2:1-Sieg der Salzburger in Dortmund!

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Erfolgreiche Umstellung der Umstellung

Anfangs lief es aber nicht ganz nach Wunsch. Um auch die Kreise von Marco Reus zu stören, begann Xaver Schlager zunächst links im Mittelfeld und Berisha im Zentrum.

Noch in der ersten Hälfte stellten Rose und seine Betreuer um, kehrten zur gewohnten Raute zurück und fortan lief es auch offensiv besser.

Rose: "Dortmund hatte am Anfang eine sehr gute Phase, wir haben auf unser gewohntes System umgestellt. Da haben wir dann besser Zugriff bekommen und das Spiel besser in Griff gekriegt."

Es folgten noch vor dem Pausenpfiff dicke Chancen für Hwang und Dabbur, nach der Pause dann die wichtigen Auswärtstore durch Berisha, der Salzburg bereits gegen Rapid (1:0) zum Sieg schoss.

Das Gegentor ärgerte Rose an diesem Abend indes ganz und gar nicht. "Natürlich ist es zu verteidigen, aber es passiert. Wir werden darüber reden, aber es ist jetzt kein Beinbruch. Dortmund hat dann auch so viel Qualität, die Überzahlsituation am Flügel gut ausgenützt und der Ball kam scharf in die Mitte. Unsere Position war nicht so gut, aber das ist heute mal nicht so tragisch."

Matchplan für Rückspiel bereits klar

Der Matchplan für das Rückspiel am kommenden Donnerstag ist bereits klar – nur nicht verwalten.

Rose: "Wir können nicht verwalten, müssen die Dinge genauso auf den Platz bringen wie heute. Salzburg ist ein großer Verein, der nach Salzburg kommt, und seine Ziele mit noch mehr Nachdruck verfolgen wird. Da müssen wir aufmerksam und fleißig sein. Das ist der Schlüssel."

Abgeklärt nehmen die Salzburger diesen Sieg aus Dortmund mit ins Reisegepäck, auch weil das Selbstvertrauen nach so vielen Spielen ohne Niederlage natürlich groß ist.

Lainer: "Für uns war immer schon klar, dass die Chance da ist. Wir haben das heute sehr gut gelöst und je länger das Spiel gedauert hat, desto besser sind wir reingekommen. Wenn wir noch einmal 90 Minuten so konzentriert und diszipliniert auftreten, bin ich sehr zuversichtlich."

Es geht um nichts weniger als den größten internationalen Erfolg der Salzburger Profis in der RB-Ära, 2014 reichte es nach dem sensationell souveränen Aufstieg gegen Ajax (3:0/a, 3:1/h) ins Achtelfinale gegen Basel nicht zum Weiterkommen. Das soll sich dieses Mal ändern.

Ein Hauch von Euphorie

Aber sollte Salzburg gegen Dortmund weiterkommen, wird Rose auch dann nicht durchdrehen.

"Glaubt mir, wenn ich irgendwann wirklich was gewinne, drehe ich durch, aber bis dahin halte ich den Ball flach."

Zumindest gab Ramalho, der auch schon bei einer anderen Salzburger Sternstunde in Amsterdam dabei war ("Schwer zu vergleichen, es war beides sehr schön"), dann doch noch etwas zu.

"Es war schon etwas lauter in der Kabine, wir wissen, dass man hier nicht jede Woche gewinnt und wie schwer es ist, Dortmund hier zu schlagen."

Aber der österreichische Meister hat es tatsächlich geschafft. Ja, es ist wirklich passiert.



Textquelle: © LAOLA1.at

1:2 gegen Salzburg: Stögers schwarze Serie geht weiter

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