Europa League: Inter Mailand! Traumlos für Rapid

Aufmacherbild Foto: © GEPA
 

Traumlos für den SK Rapid Wien!

Die Grün-Weißen treffen im Sechzehntelfinale der Europa League auf niemand geringeren als den italienischen Traditionsklub Inter Mailand. Das ergibt die Auslosung in Nyon.

Nach dem "Zuckerl" Aufstieg durch den 1:0-Heimerfolg im Gruppen-Endspiel gegen die Glasgow Rangers wartet nun ein richtiger Kracher auf die Hütteldorfer, die am Sonntag noch mit 1:6 im Wiener Derby gegen die Austria untergegangen waren.

Spieltermine sind der 14. und 21. Februar. Rapid bestreitet als ungesetztes Team das Hinspiel im Weststadion, das Rückspiel findet auswärts im San Siro statt.

Die Nerazzuri liegen unter Trainer Luciano Spalletti auf Platz 3 in der italienischen Serie A. Rapid steht als Achter der Bundesliga knapp davor das Meisterplayoff der Top 6 zu verpassen.

Mit Inter hat sich Rapid einen Übersteiger aus der Champions League eingehandelt. Die Italiener wurden in der Champions-League-Gruppe B mit acht Punkten Dritter hinter dem FC Barcelona (14) und Tottenham (8).

"Mit Inter erfüllt sich ein Kindheitstraum"

Mit dem FC Internazionale Milano kommt der 18-fache italienische Meister, der auch neun internationale Titel erringen konnte (Meistercup/Champions League 1964, 1965 und 2010; UEFA Cup 1991, 1994, 1998; Weltpokal 1964, 1965 und FIFA Klub-WM 2010) als großer Favorit.

Rapid-Cheftrainer Didi Kühbauer meint in einer ersten Reaktion: "Wir wussten, dass uns ein schwerer Gegner beschert wird, mit Inter kommt ein Klub, über den man nicht viel sagen muss. Die Italiener sind natürlich klarer Favorit, wir können nur überraschen und sollten die Herausforderung mit Freude annehmen. Uns steht eine schöne Aufgabe bevor, wir treffen auf einen ganz großen Verein, der auch aktuell eine hervorragende Mannschaft stellt."

Kapitän Stefan Schwab, seines Zeichens bekennender Italien-Fans freut sich aber das Los: "Ein Kräftemessen mit Inter Mailand ist natürlich eine sehr große Sache, ein tolles Los für uns und unsere Fans. Das Stadion San Siro, heute nach Giuseppe Meazza benannt, ist eine richtige Fußballkathedrale. Ich selbst war als großer Fan des italienischen Fußballs privat auch schon sehr oft dort zu Besuch, da erfüllt sich sicher ein Kindheitstraum. Für uns werden es zwei ganz besondere Duelle, die wir nicht vergessen werden."

Für Christoph Knasmüllner wird es eine Rückkehr. Nach seinem Aufstieg in der Jugend des FC Bayern München wollte er 2010 bei Inter Mailand den nächsten Schritt machen, kam aber über die U19 nicht hinaus und verabschiedete sich nach nur einem halben Jahr wieder in Richtung Ingolstadt.

Andere österreichische Berührungspunkte: Herbert Prohaska trug von 1980 bis 1982 das Trikot von Inter. Mit Mateo Kovacic spielte zumindest ein gebürtiger Linzer bei Inter und bahnte sich von dort aus den Weg zu Real Madrid und Chelsea.

Ausgeglichene Bilanz gegen Inter

Insgesamt gab es in der Vergangenheit zwei Duelle zwischen Rapid und Inter Mailand.

In der Saison 1990/91 trafen die Hütteldorfer in der 1. Runde des UEFA-Cups, dem Vorgänger-Bewerb der Europa League, auf die Italiener.

Das Hinspiel entschied Rapid im Hanappi-Stadion mit 2:1 für sich. Heimo Pfeifenberger und Christian Keglevits drehten einen 0:1-Rückstand noch in den Sieg.

Torschütze für Inter war niemand geringerer als der ehemalige Rapid-Trainer Lothar Matthäus.

Das Rückspiel ging mit 3:1 an die Nerazzuri. Nicola Berti sorgte für die 2:0-Führung, Franz Weber rettete Rapid in der 88. Minute noch in die Verlängerung. In dieser sorgte Jürgen Klinsmann für den Aufstieg von Inter (101.).

Inter holte in weiterer Folge den UEFA-Cup-Sieg in dieser Saison.

"Ich kann mich noch gut an das Duell Anfang der 1990er-Jahre erinnern, die seinerzeitige Rapid-Mannschaft hat dem auch damals großen Favoriten alles abverlangt", so der Rapid-Coach.

Der Trainer:

Luciano Spalletti ist kein unbeschriebenes Blatt im Trainerzirkus, auch wenn sich seine Erfahrungen bis auf eine Zwischenstation bei Zenit St. Petersburg von Dezember 2009 bis März 2014 auf italien beschränken.

Der mittlerweile 59-Jährige arbeitete sich über Empoli, Sampdoria und Venezia hoch, 2011 saß er die elf letzten Spiele der Saison bei Udinese auf der Bank. Nach einer Zwischenstation in Ancona betreute er von 2002 bis 2005 abermals Udinese.

Vier Jahre brillierte er dann als Chefcoach der AS Roma, ehe 2009 das Engagement bei Zenit winkte. Von Jänner 2016 bis Mai 2017 folgte ein Comeback bei der Roma, seit Sommer 2017 coacht er Inter.

Spallettis größte Erfolge: 2x italienischer Pokalsieger mit AS Roma (2006/07, 2007/08), 1x italienischer Superpokalsieger mit AS Roma (2007/08), 2x russischer Meister mit Zenit (2009/10, 2011/12), 1x russischer Pokalsieger mit Zenit (2009/10) und 1x russischer Superpokalsieger mit Zenit (2010/11).

Die Stars:

Ein Blick auf den Kader des Tradionsvereins lässt Fußballkenner mit der Zunge schnalzen. Auch wenn die letzten Jahre nicht als die erfolgreichsten in die Vereinsgeschichte eingehen werden, hat sich Inter mit aktuell Platz drei und einigen großen Namen rehabilitiert.

Zu allererst stößt man natürlich auf den Namen Mauro Icardi. Der argentinische Top-Stürmer mit italienischen Wurzeln ist Inters Torgarant und wird für Rapid wohl besonders schwer zu verteidigen sein.

13 Mal trug er sich heuer in 19 Pflichtspielen in die Torschützenliste ein, 9 Mal davon in der Serie A, 4 Mal in der Champions League.

Doch das ist noch lange nicht alles. Im Tor ist Samir Handanovic seit Jahren gesetzt. In der Verteidigung glänzen Haudegen wie Stefan de Vrij, Miranda, Andrea Ranocchia, Kwadwo Asamoah, Sime Vrsaljko oder Danilo D'Ambrosio.

In der Offensive sind noch mehr Stars zu finden. Mit Ivan Perisic und Marcelo Brozovic spielen kroatische Vizeweltmeister groß auf, Joao Mario ist Europameister mit Portugal. Radja Nainggolan trägt nach vielen Jahren bei der AS Roma nun das Inter-Trikot.

Keita Balde und Antonio Candreva sind weitere bekannte Namen, vor denen sich Rapid in Acht nehmen muss.

Das waren die möglichen Gegner des SK Rapid Wien:

Mögliche Rapid-Gegner im Sechzehntelfinale
Eintracht Frankfurt KRC Genk FC Sevilla Dynamo Kiew
FC Chelsea Zenit St. Petersburg Dinamo Zagreb FC Arsenal
SSC Napoli FC Valencia INTER MAILAND Benfica Lissabon
Bayer Leverkusen Real Betis

Wie würde es danach weitergehen:

Freitag, 22. Februar 2019: Auslosung Achtelfinale

Donnerstag, 7. März 2019: Hinspiele Achtelfinale

Donnerstag, 14. März 2019: Rückspiele Achtelfinale

Freitag, 15. März 2019: Auslosung Viertelfinale und Semifinale

Donnerstag, 11. April: Hinspiele Viertelfinale

Donnerstag, 18. April: Rückspiele Viertelfinale

Donnerstag, 2. Mai: Hinspiele Semifinale

Donnerstag, 9. Mai: Rückspiele Semifinale

Mittwoch, 29. Mai: Finale im Olympia-Stadion von Baku, Aserbaidschan

Textquelle: © LAOLA1.at

1:6! Die dunklen Stunden des SK Rapid beim Wiener Derby

Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare