"Scheinbar ist ein Kind in Graz deutlich weniger wert als ein Kind in Wien oder in Linz oder in Salzburg."
Dabei gehe es ihm nicht nur um den Profifußball. Besonders die fehlende Unterstützung für Kinder und Jugendliche sowie für den Frauen- und Behindertensport sieht Jauk kritisch.
"Kind in Graz scheinbar weniger wert"
Mit Blick auf andere Städte und Bundesländer sagt er: "Dann muss ich sagen, scheinbar ist ein Kind in Graz deutlich weniger wert als ein Kind in Wien oder in Linz oder in Salzburg."
Das tue weh, betont Jauk, denn: "Hier geht es um junge Menschen, da geht es jetzt nicht um den Profisport." Der Spitzensport ermögliche vielmehr auch den Breitensport.
Die Arbeit für das Gemeinwohl sei nur möglich, weil Sturm erfolgreich Spitzensport betreibe.
"Hunderte Kinder" ohne Unterstützung
Als Beispiel nennt Jauk den Schulbetrieb des Vereins. Sturm fördere dort Hunderte Kinder an sieben Tagen in der Woche, ohne dafür Unterstützung zu erhalten.
Dass diese Arbeit in Graz aus seiner Sicht zu wenig Anerkennung finde, schmerze ihn: "Das sind die Dinge, die einfach weder Respekt noch Wertschätzung in dieser Stadt erhalten."
Auch die Rahmenbedingungen für den Profifußball seien aus seiner Sicht problematisch. Obwohl das Stadion regelmäßig voll sei, verfüge Sturm über deutlich weniger VIP-Kapazitäten und Hospitality-Möglichkeiten als seine Konkurrenten. Dadurch fehle dem Verein jedes Jahr ein Millionenbetrag, sagt Jauk.
Die Erwartungen der Fans und der Öffentlichkeit seien deshalb deutlich höher als das, was Sturm an Rahmenbedingungen in Graz vorfinde.
Jauk: "Wir werden alles dagegen tun"
Jauk sieht auch die Zukunft des Spitzenfußballs in Graz gefährdet. Auf die Frage, wie lange Sturm unter diesen Bedingungen noch regelmäßig in europäischen Bewerben vertreten sein könne, sagt er: "Wir werden alles dagegen tun, dass es nicht kommt."
Der Präsident betont, dass Sturm trotz der Auseinandersetzung weiterhin alles dafür tun wolle, die Stadt würdig zu vertreten. Mit der Aktion in Bournemouth habe der Verein ein Zeichen setzen wollen.
Die Kritik richte sich dabei nicht nur gegen die Situation im Profifußball, sondern vor allem gegen die aus Jauks Sicht mangelnde Wertschätzung für die Nachwuchsarbeit und den gesellschaftlichen Beitrag des Sports.