Stadt Graz entzieht Sturm, GAK, 99ers Sponsoring - Vereine empört
"So stirbt Spitzensport in Graz", echauffiert sich der GAK über die Entscheidung der "Holding Graz".
Die Holding Graz zieht sich ab 2027 als Sponsor der größten Grazer Sportvereine - dem SK Sturm Graz, dem Grazer AK und den Graz99ers - zurück.
Laut "sportsbusiness" verliert der SK Sturm 500.000 Euro an Sponsoren-Einnahmen, der GAK 300.000 Euro und die Graz99ers 200.000 Euro.
Der GAK zeigt sich in einer offiziellen Stellungnahme geschockt über das Sponsoren-Aus der Stadt Graz:
"Heute ist es das Sponsoring, morgen sind es die Vereine. So stirbt Spitzensport in Graz. Wenn das so weitergeht, werden unsere Kinder Profisport in dieser Stadt nur noch aus Erzählungen kennen. Dabei geht es hier nicht um Vereinsfarben und nicht um Sportarten. Ob GAK, Sturm oder 99ers: Es geht um die Frage, welchen Stellenwert der Sport in dieser Stadt noch hat."
GAK widerspricht Aussagen
Berichte verwiesen darauf, dass die Holding Graz nach wie vor plane, die Frauen-, Nachwuchs- und Special-Needs-Bereiche dieser Vereine zu fördern. Der GAK entgegnet:
"Widersprüchlich zu den medial getätigten Aussagen, wurde uns nachträglich auch mitgeteilt, dass auch das Sponsoring für die Frauenteams, Jugend und Special Needs beim GAK deutlich eingeschränkt werden sollen. Ausgerechnet bei denen, die für die Zukunft des Sports stehen. Hier wird nicht nur an Budgetposten gespart, sondern an den Träumen junger Menschen."
GAK sauer: "Partnerschaft sieht anders aus"
Der GAK weiter: "Man kann einen Verein nicht in Profis und Nachwuchs zerschneiden: Die Kampfmannschaft ist das Zugpferd, das Zuschauer, Partnerunternehmen und Kinder zu uns bringt. Wird das Geld knapper, muss jeder Euro dorthin, wo er sich wieder erwirtschaften lässt. Am Ende spüren das jene zuerst, die am wenigsten im Rampenlicht stehen: unsere kleineren Sektionen, die den GAK seit Generationen zu dem machen, was er ist."
"Dass wir davon nicht in einem persönlichen Gespräch, sondern aus den Medien erfahren mussten, wiegt für uns extrem schwer. Über Jahre haben wir mit den Verantwortlichen der Stadt Graz ein Vertrauensverhältnis aufgebaut. Durch die Art und Weise, wie uns diese Nachricht übermittelt wurde, ist dieses Vertrauen massiv erschüttert. Partnerschaft sieht anders aus", schließen die Rotjacken ihr Statement ab.
"Rabenschwarzer Tag für ehemalige Sport-Hauptstadt"
Bernd Vollmann, General Manager der Graz99ers, erklärt gegenüber der "Kleinen Zeitung":
"Das ist ein rabenschwarzer Tag für die ehemalige Sport-Hauptstadt Graz. Darüber kann auch der plumpe Versuch, öffentlichkeitswirksam und mit Almosen die medien- und PR-relevanten Bereiche Para-Sport, Frauen-Eishockey und die Eishockey-Akademie in den Fokus zu rücken, nicht hinwegtäuschen."
Bereits nach dem ICE-Meistertitel in der Vorsaison sei die Unterstützung der Holding Graz um die Hälfte gekürzt worden. Nun folgt der nächste gewaltige Rückschlag für Österreichs Eishockey-Meister.
Hinter den Kulissen wurde bereits über die nächsten Schritte beraten. Laut der "Kleinen Zeitung" gab es bereits am Dienstag einen Austausch zwischen den Klub-Präsidenten Christian Jauk, Rene Ziesler und Herbert Jerich. Nächste Woche soll ein Gipfel mit der Stadt Graz folgen.