Trotz Hinspiel-Sieg! Gemischte Gefühle bei Sturm

Trotz Hinspiel-Sieg! Gemischte Gefühle bei Sturm Foto: © GEPA
 

Sturm Graz darf weiter von der ersten Teilnahme an der Europa-League-Gruppenphase seit zehn Jahren träumen.

Die Ausgangslage, diese 2021 wieder zu erreichen, könnte nämlich kaum besser sein. Ein 3:1-Auswärtssieg beim slowenischen Meister NS Mura (Spielbericht >>>) bringt die Grazer in beste Position für das Playoff-Rückspiel kommenden Donnerstag in Graz.

Dabei legte Sturm eigentlich einen klassischen Fehlstart hin und lag bereits nach drei Minuten mit 0:1 in Rückstand. Danach konnten die "Blackies" ihre Klasse jedoch unter Beweis stellen und drehten die Partie verdientermaßen.

"Erste Halbzeit war schwierig mit dem Start, aber ich glaube, da haben wir Charakter gezeigt, haben das Spiel in die Hand genommen und eigentlich immer im Griff gehabt", meinte Sturm-Kapitän Stefan Hierländer nach dem Spiel im Interview mit "Puls 24".

"Wir haben uns eine gute Ausgangslage geschaffen in einem sehr, sehr intensiven Spiel", sagt Cheftrainer Christian Ilzer. "NS Mura hat uns wieder gezeigt, dass es eine extrem starke Mannschaft ist. Sie haben sehr früh geführt - da großen Respekt an meine Mannschaft, wir haben uns dadurch überhaupt nicht verunsichern lassen, haben unser Spiel durchzuziehen probiert. Vor allem die ersten 70 Minuten hatten wir das Spiel, denke ich, schon klar im Griff."

Siebenhandl: "Ganz glücklich bin ich nicht"

Trotz einer langer Zeit überragenden Partie hielt bei Sturm in der Schlussphase allerdings etwas der Schlendrian Einzug. Auftritt Jörg Siebenhandl, der den Grazer mit einigen starken Paraden das gute Hinspiel-Ergebnis festhielt.

Während seine Mannschaftskollegen nach dem Spiel gemeinsam mit den Fans feierten, zeigte sich der Keeper im Interview sichtlich angezipft über die zu lasche Schlussphase.

"Ganz glücklich bin ich nicht. Das 3:1 ist okay, ist eine gute Ausgangslage, aber wir haben am Ende einfach zu passiv gespielt, zu viel zugelassen und können froh sein, dass wir das 3:1 noch haben", so ein leicht angefressener Siebenhandl.

Stefan Hierländer beurteilt die Sache ganz ähnlich: "Wir müssen uns schon zuschreiben, dass wir nach dem 3:1 nicht mit der Energie runtergehen dürfen, den Gegner zu solchen Torchancen kommen lassen."

Ilzer will "Lehren mitnehmen ins Rückspiel"

"Die letzten 20 Minuten war es ein völlig anderes Spiel, da war NS Mura drückend überlegen. Da haben wir uns in ein paar Dingen nicht mehr so intensiv, nicht mehr so energisch verhalten. Da hat man gesehen, welche Qualität auch unser Gegner hat", so Christian Ilzer.

"Die letzten 20 Minuten dürfen wir als Lehre mitnehmen ins Rückspiel. Ich muss meinen Tormann loben, der hat das gute Ergebnis dann wirklich festgehalten in der Schlussphase", lobt der Coach aber auch seinen sicheren Rückhalt.

Dennoch sollte die letzte Viertelstunde nicht davon ablenken, dass Sturm die Partie davor komplett im Griff hatte. Ein Auftritt, der sehr an die starken letzten Wochen der Grazer erinnerte.

"Grundstein gelegt, aber noch nichts entschieden"

"Es wächst gerade was. Es ist schon letzte Saison etwas gewachsen. Wir haben eine sehr homegene Truppe, wo jeder genau weiß, wo er seinen Platz hat. Wir sind aber noch lange nicht am Ziel. Wir haben noch viel vor mit Sturm", so Hierländer.

Zuhause in Graz soll nun der Sack zugemacht werden. "Wir haben eine gute Ausgangssituation, aber es ist noch nicht gegessen. Wir müssen noch wirklich gute 90 Minuten spielen. Der Grundstein ist gelegt, aber es ist noch nichts entschieden", sagt der Kapitän.

Trotz all diesem Mahnen ist auch Stefan Hierländer auf den Geschmack gekommen, solche Europacup-Nächte wie am Donnerstag noch öfter zu erleben: "Diese Spiele will ein Spieler bei Sturm Graz erleben."

Hierländer: "Wir gehen aufs Maximum"

Für einen besonderen Abend sorgten unter anderem auch die mitgereisten Sturm-Fans. Was an einem Abend wie diesem eine spezielle Erwähnung verdient - immerhin waren Auswärtsfans im Europa-League-Playoff eigentlich von der UEFA untersagt.

Dieses Memo dürfte wohl nicht bei allen Sturm-Fans angekommen sein, die trotzdem die Reise ins benachbarte Slowenien auf sich nahmen und dem Spiel beiwohnten.

Die Unterstützung der Fans ist Sturm im Rückspiel zuhause in Graz-Liebenau selbstverständlich sicher. Die Teilnahme an einer Europacup-Gruppenphase hat Sturm ebenfalls fix in der Tasche, speziell mit dieser Ausgangslage kann es aber nur ein Ziel geben.

"Die Europa League ist nartürlich eine Stufe höher als die Conference League. Wir gehen da natürlich aufs Maximum", so Hierländer.


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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