Vergessen war die monatelange Quälerei inklusive Rückschlägen auf dem steinigen Weg zurück. "Das Gefühl war es wert, alles durchzustehen, wodurch ich in den letzten Monaten gegangen bin. Ein unglaubliches Gefühl und ich könnte es mir nicht besser vorstellen. Es war in der zweiten Hälfte eine unglaubliche Mannschaftsleistung."
So richtig konnte der georgische Mittelfeldspieler seine Gefühle gar nicht in Worte fassen. Deshalb übernahmen das andere, nämlich sein Trainer und seine Mannschaftskameraden, die sich immens für ihn freuten und auch unterstrichen, welche Bedeutung Kiteishvili für Sturm hat.
Ilzer spürte Kiteishvilis enormen Vorsatz
Nicht umsonst übernahm dieser die Kapitänsschleife von Stefan Hierländer und musste diese auch nicht abgeben, als Jakob Jantscher in den Schlussminuten noch in die Partie kam. Ein weiterer Beweis für seinen Stellenwert im Team. Den Torerfolg gönnte ihm an diesem Abend jeder.
"Ich habe gespürt, er hat einen enormen Vorsatz und er hat sich belohnt. Das war ein sehr emotionaler Moment, den ich in meiner Karriere selten so erlebt habe", war Trainer Christian Ilzer glücklich für seinen Schützling. "Er hat wirklich eine lange, lange Leidenszeit gehabt. Deshalb freut es mich für ihn, dass er uns diesen wunderschönen Sieg beschert hat."
Die nicht ganz einfache Zeit ging nicht spurlos am Spieler und seinem Umfeld vorbei. Ilzer betont vor allem die mentale Komponente in Zeiten voller Frust und Rückschläge. Auch wenn er zuletzt fußballerisch schon wieder aufzeigte, fehlte noch der letzte Tick in puncto Intensität.
Für Ilzer war Kiteishvili vor seiner Verletzung "der Spieler schlechthin bei uns", mittlerweile haben sich auch andere weiterentwickelt. An der Bedeutung des Routiniers ändert dies nichts:
"Er ist ein Persönlichkeitstyp, der das für sich super verarbeiten kann und sagt, 'da muss ich hin, weil dort kann ich der Mannschaft helfen'. Diesmal hat er gezeigt, er kann Spiele alleine entscheiden und das war fantastisch. Er ist dran geblieben, ist fokussiert geblieben, hat nie gehadert und sich immer wieder hohe Ziele gesetzt. Jetzt hat er den Lohn dafür bekommen."
Wüthrich: "Er ist ein Wahnsinns-Kicker"
Auch seine Mitspieler gerieten ins Schwärmen und drückten ihre Freude über den Erfolgsmoment Kiteishvilis mit rührenden Worten aus.
"Dass dann auch noch Kiti das entscheidende Tor gemacht hat, freut mich extrem für ihn nach der langen Leidenszeit. Er ist ein Wahnsinns-Kicker und wir brauchen ihn als Mannschaft. Wenn er fit ist, kann er den Unterschied machen", stellte Abwehrchef Gregory Wüthrich klar.
Torhüter Jörg Siebenhandl, der ebenfalls eine Top-Leistung abspulte und sein Team oftmals vor einem Rückstand bewahrte, weiß auch, welche Bedeutung die Rückkehr des einstigen Ausnahmekönners für die Mannschaft hat.
"Er war lange verletzt. Ist jetzt wieder mehr zum Spielen gekommen und jetzt das Tor hat er halt so gemacht wie er es kann. Ich glaube, dass er einige in der Mannschaft glücklich gemacht hat", war auch der Sturm-Schlussmann froh.
"Ich sage ihm jeden Tag, dass er ein kleiner Magier ist"
Ein ganz besonderes Lob erhielt Kiteishvili von David Affengruber, der zusammen mit Wüthrich die Abwehr zusammenhielt. Eigentlich bekommt der Georgier von ihm aber immer wieder Lob, nicht nur in diesem Moment.
"Ich sage immer, er ist ein kleiner Magier. Das sage ich ihm jeden Tag. Das hat er diesmal wieder gezeigt mit der Ballannahme und dem Schuss. Er hat ganz Graz glücklich gemacht", lag für Affengruber diesmal wieder ganz viel Magie in der Luft.
Ivan Ljubic meinte, dass sich Kiteishvili diesen Moment redlich verdient hätte, und: "Er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns." Der auch in puncto Intensität in nächster Zeit den nächsten Schritt machen wird, um noch mehr Spielpraxis und Momente wie diese zu erleben.
Mit seinem Treffer hat er die Tür in die K.o.-Runde der Europa League sehr weit aufgestoßen. Nun muss Sturm im abschließenden Auswärtsspiel bei Midtjylland nur noch durchgehen. Mit der "Magie" eines Otar Kiteishvili ist das mit Sicherheit möglich.