Alle Infos zur neuen UEFA Europa Conference League

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Bekanntlich wird es mit der UEFA Europa Conference League ab der Saison 2021/22 einen dritten europäischen Klubbewerb geben.

Am Donnerstag veröffentlicht die UEFA alle Infos zum neuen Turnier, das vor allem Teams aus kleineren Fußball-Ländern zugutekommen soll. Auch Österreich könnte von der Europa Conference League profitieren.

LAOLA1 fasst zusammen, was man über die UEFA Conference League wissen muss:

Wer darf von der Bundesliga mitmachen?

Österreich stellt als Zwölfter der UEFA 5-Jahreswertung 2019/20 in der kommenden Spielzeit erneut fünf Vertreter verteilt auf die drei europäischen Bewerbe. Österreichs Meister 2020/21 nimmt sicher am Playoff zur Champions League teil und landet bei einem Ausscheiden in der von 48 auf 32 Teams verkleinerten Europa League.

Der Vizemeister darf in Runde 2 der Qualifikation zur Champions League im Liga-Weg ran und wäre bei einem Weiterkommen ebenfalls fix mindestens in der Europa League vertreten. Bei einem Ausscheiden hingegen geht es in Runde 3 der Qualifikation zur Europa League weiter. Würde diese Runde überstanden werden, wäre Österreichs Zweitem mindestens ein Start in der Gruppenphase der Europa Conference League sicher. Bei einem Ausscheiden in Runde 3 der Europa-League-Quali gäbe es zuletzt noch die Chance, die Europa Conference League über das Playoff zu erreichen.

Österreichs Cup-Sieger beginnt seine europäische Saison 2021/22 im Playoff zur Europa League und kann damit bereits fix mit einer Teilnahme an der Europa Conference League planen. Gewinnt der Meister oder der Zweite der Bundesliga auch den ÖFB-Cup, wandert dieser Slot an den Liga-Dritten weiter.

Der Vierte der Meistergruppe der Bundesliga geht in Runde 3 der Qualifikation zur Europa Conference League an den Start, müsste für die Gruppenphase also zwei Runden überstehen.

Der letzte europäische Startplatz geht an den Sieger des Duells Meister-Gruppen-Fünfter gegen den Gewinner der Begegnung zwischen dem Ersten und dem Zweiten des unteren Bundesliga-Playoffs. Diesem Klub steht ein Ticket für Runde 2 der Qualifikation zur Europa Conference League zu.

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Der Modus

Wie in der Champions League und der ab 2021/22 verkleinerten Europa League gehen 32 Mannschaften verteilt auf acht Gruppen in der Europa Conference League an den Start. Alle Gruppensieger stehen automatisch im Achtelfinale. Alle acht Gruppen-Zweiten müssen sich mit den acht Gruppen-Dritten der Europa League in einer Zwischenrunde um das Achtelfinal-Ticket duellieren.

Gespielt wird wie in der Europa League ausschließlich donnerstags, auch die Ankickzeiten sind mit 18:55 Uhr und 21 Uhr ident. Einzig das Finale geht am 25. Mai 2022 und damit eine Woche später als jenes der Europa League über die Bühne. Als ersten Final-Ort hat die UEFA das knapp 22.000 Besucher fassende National Stadion Albanies bekanngegeben. Die moderne und äußerst schicke Arena Kombetare wurde erst im November 2019 in Tirana eröffnet.

Für den Gewinner der Europa Conference League gibt es außerdem ein besonderes Zuckerl: Er hat ein Fix-Ticket in der Europa-League-Gruppenphase der darauffolgenden Saison sicher. Bei einer gleichzeitigen Champions-League-Qualifikation über die Meisterschaft wird die Teilnahme an der "Königsklasse" allerdings natürlich höher gereiht. Was mit dem Europa-League-Fixplatz passiert, sollte dieser nicht gebraucht werden, lässt die UEFA noch offen.

Auswirkungen auf Europa League und Champions League

Neben der offensichtlichsten Auswirkung des neuen Bewerbs auf die Europa League mit der Rückstockung auf 32 Teams gibt es auch Änderungen im Turnier-Modus.

Die Gruppensieger der Europa League haben künftig ein Achtelfinal-Ticket sicher und müssen nicht mehr durch das Sechzehntelfinale. Die Zwischenrunde bleibt allerdings dennoch erhalten, darin werden die acht Gruppen-Zweiten der Europa League auf die acht Gruppen-Dritten der Champions League treffen. Die Gruppen-Dritten der Europa League machen wie bereits erwähnt in der Zwischenrunde der Europa Conference League weiter.

Zur Ausschüttung der Preisgelder wurde von der UEFA noch nichts verraten. Man kann aber davon ausgehen, dass die Europa League künftig lukrativer wird und die Europa Conference League sich auf dem bisherigen Niveau der Europa League bewegen wird.

Die Idee dahinter

Die UEFA erklärt die Einführung des neuen Bewerbs damit, dass nun sichergegangen wird, dass mindestens 34 verschiedene National-Verbände in den drei Klub-Bewerben vertreten sind. Für Teams aus kleineren Fußball Nationen, für die eine Teilnahme am europäischen Bewerb davor quasi unmöglich war, soll eine internationale Gruppenphase so realistischer gemacht werden.

Es sollen künftig mindestens 14 nationale Meister in der Champions League, zwischen acht und elf in der Europa League und zwischen neun und zwölf in der Europa Conference League dabei sein.

"Der neue UEFA Klub-Bewerb macht alle UEFA Klub-Bewerbe inklusiver als jemals zuvor. Es gibt mehr Spiele für mehr Klubs. Mehr National-Verbände werden künftig in den Gruppen-Phasen repräsentiert sein", erklärt UEFA-Präsident Aleksander Ceferin.

Was wir noch nicht wissen

Die UEFA hat noch mit einigen Infos gespart. Zum Beispiel, wenn es um die 5-Jahreswertung geht.

Noch kann man nur vermuten, wie die Vergabe der Punkte geschehen wird. Am wahrscheinlichsten scheint, dass in allen drei Bewerben beibehalten wird, dass man für einen Sieg zwei Zähler und für ein Remis einen Punkt bekommen wird. Das wären bei Österreich, das wohl auch in den nächsten Jahren in fünffacher Vertretung an den Start gehen wird, 0,4 Punkte für einen Erfolg in der Gruppe und 0,2 für ein Unentschieden. In der Qualifikationsphase dürfte auch künftig alles halbiert werden.

Damit es einen Unterschied zwischen Champions League, Europa League und Europa Conference League gibt und nicht überall ein Sieg gleich viel wert ist, ist eine Erhöhung der Bonuspunkte für die Teilnahme am jeweiligen Bewerb denkbar. In der Champions League sind es aktuell vier Bonuspunkte (für Österreich 0,8 Punkte), in der Europa League ging man diesbezüglich bisher leer aus. In der "Königsklasse" könnte man diese Bonuspunkte erhöhen und gleichzeitig Bonuspunkte für das Erreichen der Europa-League-Gruppenphase einführen.

Auch im K.o.-Modus, wo man in der Champions League für ein Erreichen des Achtelfinales aktuell fünf Punkte (für Österreich ein Punkt) und sowohl in der Champions League als auch in der Europa League für einen Aufstieg ins Viertelfinale, Halbfinale und ins Endspiel bisher jeweils einen Punkt (für Österreich 0,2 Punkte) erhielt, ist eine Adaptierung denkbar.

Ebenfalls noch unklar ist, wie es im europäischen Klubfußball nach dem Zyklus 2021/22 bis 2023/24 weitergeht. Immer wieder ist von einer sogenannten "Super League" die Rede, erst kürzlich wurden Diskussionen um eine Anpassung der Champions League an ein "Schweizer System laut (Alle Infos>>>).

Die Zukunft der Europa Conference League im Speziellen über die Saison 2023/24 hinaus wird sich erst weisen und vor allem vom Zuschauerinteresse und den daraus generierten TV-Geldern abhängen.

Textquelle: © LAOLA1.at

Champions League: Wird "Schweizer System" das neue Format?

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