Hjulmand verrät Motivation für Halbfinale

Hjulmand verrät Motivation für Halbfinale
 

Kaspar Hjulmand ist noch nicht einmal ein Jahr als Cheftrainer von Dänemark tätig, hat aber bereits jetzt Fußball-Geschichte geschrieben. Erstmals seit dem EM-Triumph 1992 steht "Danish Dynamite" wieder unter den besten Vier einer Endrunde.

Angetrieben von gut 1000 mitgereisten Fans, die auch eine Botschaft an Christian Eriksen richteten, erzielten Thomas Delaney per Kopf und Kasper Dolberg nach Außenrist-Flanke von Joakim Maehle die entscheidenden Tore beim 2:1-Triumph über Tschechien (Spielbericht). Die Skandinavier treffen nun am Mittwoch auf England und dürfen vom zweiten EM-Triumph nach 29 Jahren träumen.

Durch eine gefühlt ewig lange zweite Halbzeit, in der Tschechien die bessere Mannschaft war, behielt die Hjulmand-Truppe einen kühlen Kopf. "Das Spiel hat sich nicht so entwickelt, wie wir es uns erhofft hatten, aber wir haben uns behauptet", meinte Delaney nach Schlusspfiff. "Es spielt eigentlich keine Rolle, wie das Spiel gelaufen ist. Jetzt ist es vergessen und wir sind durch. Das ist fantastisch."

Wembley-Foto als Motivationsspritze

Mindestens ebenso euphorisch zeigt sich Mastermind Hjulmand über das dänische EM-Märchen. "Es ist magisch", strahlte der 49-jährige Erfolgscoach und gab zu: "Es war heute nicht schön, aber es gab einen Kampf und einen fantastischen Torwart. Die Batterien waren fast leer, aber ein EURO-Halbfinale zu erreichen, ist riesig."

In den letzten Spielminuten war klar zu erkennen, dass beide Nationen konditionell am Limit agieren. Die sogenannten zweite Luft konnte Hjulmand mittels Motiviationsspritze aus seinen Spielern kitzeln. Der einstige Mainz-Trainer erklärt: "Das erste, was ich den Jungs zeigte, als wir uns trafen, war ein Bild von Wembley, als wir im Herbst dort waren. Ich sagte, dass wir zurückkommen würden."

Damit spricht Hjulmand das Auswärtsspiel in der UEFA Nations League gegen England im Oktober 2020 an, welches Dänemark im Wembley Stadion mit 1:0 für sich entscheiden konnte. Als Goldtorschütze fungierte ausgerechnet jener Mann, der seit drei Wochen zum Zuschauen verdammt ist: Christian Eriksen.

"Unsere Fans sind verrückt"

(Text wird unter dem Video fortgesetzt.)


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"Wir sind mit einem Ziel in dieses Turnier gegangen, und das war, dass wir wieder nach Wembley fahren wollten", sagte Kapitän Simon Kjaer und hält eine Kampfansage parat. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass wir mit dem Halbfinale zufrieden sind. Wir müssen uns erholen und dann haben wir in vier Tagen ein weiteres Spiel."

Doch nicht nur das Foto vom Londoner Wembley sticht als Erfolgsfaktor aus. Knapp 4.000 Kilometer trennen Kopenhagen von Baku, dennoch ließen sich 1.000 Fans die dänische Sternstunde in Baku nicht entgehen.

"Es fühlte sich an, als würden wir wieder in einem dänischen Stadion spielen, dank der Unterstützung unserer Fans", so Hjulmand. "Wir sind sehr dankbar dafür. Wir sind froh über unsere Fans, sie sind verrückt. Sie wissen, wie viel es uns bedeutet, dass sie hier hergekommen sind und uns unterstützt haben. Das ist einer der Gründe, warum wir so viel Energie haben."

Wenn es am Mittwochabend dann zum Showdown gegen England kommt, kann Hjulmand - mit Ausnahme Eriksen - auf all seine Schützlinge zählen. Nachdem kein Däne gegen Tschechien eine Gelbe Karte kassiert hat, sind alle einsatzberechtigt.

Tschechien-Trainer Silhavy: "Spieler verdienen großen Dank"

Große Enttäuschung überwiegt naturgemäß im tschechischen Lager. Nach dem überraschenden 2:0-Erfolg über die Niederlande im Achtelfinale ist im Viertelfinale Endstation.

"Wir haben die Dänen unter Druck gesetzt und ein Tor erzielt. Aber mit der Zeit hatten wir nicht mehr genug Kraft, um den Ausgleichstreffer zu erzielen. Die Spieler verdienen großen Dank für das gesamte Turnier. Ich bin stolz auf sie und glaube, dass die Fans zu schätzen wissen, wie meine Spieler bis zum Ende des Spiels gekämpft haben", gab Trainer Jaroslav Silhavy zu Protokoll.

Für Goalgetter Patrik Schick, der fünf EM-Tore erzielte und mit Cristiano Ronaldo gleichzieht, überwiegt zunächst Ärger. "Wenn wir nicht zwei Tore kassieren, hätten wir gewinnen können", so der Leverkusen-Stürmer.

Nachsatz: "Aber das ist Fußball, es geht um Fehler, wir sind raus. Wenn wir zurückschauen, verdienen wir großen Respekt. Es haben nicht viele Menschen an uns geglaubt, wir haben gezeigt, dass wir mit den ganz Großen mithalten können. Ich bin stolz auf dieses Team."

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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