Klopp sieht trotz Niederlage eine "Entwicklung"

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Der Druck lastet auf dem FC Liverpool: Der Titelverteidiger unterliegt im Achtelfinal-Hinspiel der UEFA Champions League bei Atletico Madrid 0:1 (Spielbericht>>>) und muss im Rückspiel an der Anfield Road unbedingt gewinnen.

Das entscheidende Tor von Saul Niguez nach knapp vier Minuten fiel nicht unumstritten: Der Eckball folgte einer falschen Einwurf-Entscheidung zu Ungunsten der Engländer. Eine Szene, über die Jürgen Klopp nach Spielende erst aufgeklärt werden musste.

Dennoch wäre seiner Mannschaft mehr als genug Zeit geblieben, das Ergebnis noch zu ihren Gunsten zu drehen.

Aber der ungefährdete Premier-League-Tabellenführer ließ sich von Atleticos Abwehrmaßnahmen komplett den Zahn ziehen, bis in die Schlussphase waren nennenswerte Tor-Gelegenheiten an einer Hand abzuzählen. 73 Prozent Ballbesitz der Gäste drückten sich nicht im Ergebnis aus.

Der Deutsche zeigte sich aber weder unzufrieden, noch besorgt, nachdem sein 100. Europacup-Spiel in die Hose ging.

Atletico zu gut

"Hierher zu kommen und über 70 Prozent Ballbesitz zu haben ist außergewöhnlich, unser Aufbauspiel gegen eine hoch pressende Mannschaft war ausgezeichnet und auf einem anderen Level - für mich so gut, wie wir es schon lange nicht mehr gemacht haben", strich Klopp die Aspekte hervor, die ihn überzeugten.

An den Chancen habe es gemangelt, von der gewohnten Offensivgewalt war diesmal nichts zu merken: "Aber das ist normal, würde ich sagen. In so einem Spiel drinzubleiben, stellt für uns Entwicklung dar. Wir hatten Spiele in so einer Atmosphäre, wo wir kurz den Fokus verloren haben und der Gegner ein zweites Tor gemacht hat, danach sah es heute nie aus."

Liverpool habe seine Sache nicht so schlecht ("das war okay, ich habe viel schlechtere Spiele gesehen"), sondern Atletico die seine so gut gemacht: "Ihr Konzentrations-Level im letzten Drittel war außergewöhnlich."

Frühes Gegentor ein Problem

Natürlich hätte der Spielverlauf mit dem frühen Gegentor nicht in Liverpools Karten gespielt: "Gegen einen Gegner mit so einer Spielanlage ist es das dümmste, wenn du ein frühes Tor kassierst", bedauerte Klopp.

Dass es noch dazu die Folge einer Fehlentscheidung war, tat weh, Schiedsrichter-Fehlleistungen wollte der Coach aber nur unterschwellig kritisieren: "Ich kenne meine Jungs schon lange, und wenn sie sich so aufregen, ist es hundertprozentig gerechtfertigt."

Im Laufe des Spiels sah sich Klopp außerdem gezwungen, Sadio Mane nach einer frühen Gelben Karte vom Feld zu nehmen, und beschwerte sich über die frühe Zeitschinderei der Gegenspieler, die ungeahndet blieb: "Der Schiedsrichter hätte das Spiel einfach etwas besser fühlen müssen."

Klopp mag Halbzeit

Obwohl das Spiel in Madrid nicht ideal ausgegangen ist: Die Zuversicht beim Trainer ist ungetrübt.

"Wir würden nicht aufgeben, wenn wir 15 Minuten Halbzeitpause hätten, also wieso sollten wir mit drei Wochen aufgeben? Noch besser - die zweite Hälfte wird in einem anderen, in unserem Stadion gespielt. Atletico wird das spüren", versprach Klopp.

"Und wir wissen jetzt mehr über das Team, haben ein Gefühl für sie. Es ist erst Halbzeit, und ich mag Halbzeit."

Textquelle: © LAOLA1.at

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