Noch viel ärgerlicher war allerdings das, was nach 21 Minuten passierte.
Der LASK bekam einen AEK-Angriff nicht unterbunden, Melayro Bogarde beging ein vielleicht vermeidbares Foul an der Strafraumgrenze - und Razvan Marin zwirbelte die Kugel traumhaft zum 1:0 ins Kreuzeck.
"Sehr bitter, er hat ihn genau in den Winkel getroffen", hadert Jungwirth.
Kühbauer: "Ohne unsere Fehler hat AEK wenig produzieren können"
Der LASK versteckte sich auch in der Folge nicht, baute aber immer wieder leichtfertige Eigenfehler ein und konnte so die eigenen Drangphasen nicht lange genug halten.
Was AEK vor Heimpublikum zeigte, habe "zwar lieb ausgeschaut", so Kühbauer: "Aber ohne unsere Fehler hat AEK aus dem Spiel eigentlich wenig produzieren können. So ehrlich muss man sein."
160 Dezibel lautes Publikum
Unmittelbar nach der Pause fand Kapitän Sascha Horvath die Möglichkeit auf den Ausgleich vor, scheiterte aber mit einem frechen Versuch aufs kurze Eck. Danach war AEK lange die bessere Mannschaft, getragen von einem enorm lauten Heimpublikum.
"Sowas Dankbares wie die AEK-Fans habe ich überhaupt noch nie gesehen. Die Zuschauer jubeln bei jeder Aktion. Ein wirklich großartiges Publikum", zieht Kühbauer den Hut.
160 Dezibel konnte "Sky"-Kollege Johannes Brandl beim Athener Tor mit einem mitgebrachten Dezibel-Messer feststellen, über die 90 Minuten lag die Lautstärke durchschnittlich bei rund 100 Dezibel.
Eine solche Kulisse mache die Kommunikation untereinander quasi unmöglich, erklärt Jungwirth: "Aber das Publikum hat uns Kraft gegeben. Wir haben hinten raus eine richtige Luft bekommen."
Kühbauer: "Wenn es noch 15 Minuten länger geht, gewinnen die nicht"
"Ich glaube, dass AEK die Luft ausgegangen wäre. Körperlich waren sie nicht mehr präsent."
Tatsächlich wirkte es so, als wäre der LASK - ähnlich wie bereits gegen Celtic - die deutlich fittere Mannschaft. "Wenn es noch zehn, 15 Minuten länger geht, gewinnen die das Spiel nicht", ist sich Kühbauer sicher.
Er führt aus: "Ich glaube, dass AEK die Luft ausgegangen wäre. Körperlich waren sie nicht mehr präsent."
Kalajdzic fast wie bei der WM
Beinahe gab es tatsächlich noch den Lucky Punch des LASK. Ausgerechnet Sasa Kalajdzic fand in der zweiten Minute der Nachspielzeit eine Riesenchance vor, köpfte diesmal - anders als noch bei der WM gegen Algerien - aber über das Tor.
"Ich sehe, dass der Ball von den Händen des Tormanns runterkommt. In dem Moment muss ich ihn einfach drücken. Ich hatte das Gefühl, dass der Tormann vielleicht noch hochgeht, deswegen wollte ich ihn ein bisschen in die Höhe drücken und habe ihn zu hoch gedrückt", schildert Kalajdzic bei "Sky".
Enttäuschter Nachsatz: "Schade, weil das wäre es gewesen."
Kühbauer: "Da sind wir noch zu grün hinter den Ohren"
Schlussendlich, so Jungwirths bitteres Fazit, "haben heute Kleinigkeiten entschieden. Wenn die auf unsere Seite fallen, gehen wir mit drei Punkten heim."
Zu diesen Kleinigkeiten gehören auch Unzulänglichkeiten, die mit der kaum vorhandenen Erfahrung des LASK auf dieser Bühne einhergehen.
"Auf diesem Niveau musst du einige Sachen viel besser machen, da hat man gemerkt, dass AEK abgebrühter und erfahrener ist. Da sind wir noch zu grün hinter den Ohren", findet Kühbauer.
Noch lange nicht ausgeschieden
AEK wäre einer der Gegner gewesen, gegen die sich der Burgenländer Punkte ausgerechnet hätte, gibt er danach zu. Auch wenn die Aufgaben sicher nicht einfacher werden, ist der LASK noch lange nicht ausgeschieden.
"Wir haben noch sieben weitere Spiele. Da wollen wir Punkte mitnehmen", so Jungwirth kämpferisch.