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These: Die K.o.-Phase ist für den LASK auf jeden Fall drin!

Ist es überfällig, dass die "Bullen" in der Europa League ein paar Runden überstehen? Und ist das Duell mit Hoffenheim für Sturm das Wichtigste? Die Ansichtssache:

These: Die K.o.-Phase ist für den LASK auf jeden Fall drin! Foto: © IMAGO / Sports Press Photo

In unserem Format "Ansichtssache" versuchen wir, Meinungen, Stimmungen, Überreaktionen oder sonstige Ansichten jeglicher Art in eine These zu packen und zu analysieren.

Das kann mal provokant sein, mal eine oft gehörte Meinung. Mal sehr strittig, mal weniger. Mal eine Prognose, mal eine simple Einordnung.

Drei heimische Klubs vertreten Österreich in dieser Saison international. Mit dem LASK startet der erste Klub schon am heutigen Dienstag (bei AEK Athen, ab 18:45 Uhr im LIVE-Ticker) in die neue Europacup-Saison. In der nächsten Woche folgen Sturm Graz und der FC Salzburg.

Passend dazu hat die Redaktion Johannes Hofer, Kommentator bei Canal+, und Jonas Pamperl, Redakteur bei LAOLA1, mit drei Thesen konfrontiert:

These 1: Unterschiedsspieler Kalajdzic: Mit dem ÖFB-Stürmer ist der LASK nochmal eine Klasse stärker und braucht sich vor niemandem verstecken. Der Aufstieg ins Sechzehntelfinale ist auf jeden Fall drin.

These 1: Unterschiedsspieler Kalajdzic: Mit dem ÖFB-Stürmer ist der LASK nochmal eine Klasse stärker und braucht sich vor niemandem verstecken. Der Aufstieg ins Sechzehntelfinale ist auf jeden Fall drin.
Foto: ©GEPA

Jonas Pamperl:

Der Hype in Linz ist groß - und das auch zurecht. Das Comeback gegen Celtic war einfach nur phänomenal. Auch die Tatsache, dass Sasa Kaladjzic wieder da ist, ist für den Klub und die gesamte Liga super.

Man sollte aber weder den bisherigen Saisonstart des LASK überbewerten noch die Qualitäten von Kalajdzic. Ja, er macht die Mannschaft besser. Aber im Grunde hat sich somit zur Vorsaison nicht viel verändert. Und da hätte wohl nicht mal Mitte Mai jemand gemeint, dass die K.o.-Phase in der CL für den LASK drin wäre.

Möglich ist es allemal, aber eben nicht realistisch. Als kleine Einordnung bieten sich die Marktwerte der CL-Teams immer ganz gut an: Hier liegt der LASK nur vor Sabah, Slovan Bratislava und Viking auf Platz 33.

Das Gute ist: Mit Slovan (H), Bodø (A) und AEK Athen (A) trifft man immerhin auf drei Gegner, die ungefähr in der eigenen Kragenweite sind. Ich will die nächste Sensation natürlich nicht ausschließen, zumal dem LASK unter Kühbauer alles zuzutrauen ist. Die Linzer wären aber gut beraten, wenn sie sich vornehmen, besser zu performen als Sturm (sechs Punkte mit –9 Tordifferenz, Platz 30) vor zwei Jahren.

Johannes Hofer:

Am Marktwert würde ich das aktuelle LASK-Team nicht festmachen. Es ist natürlich ein netter Richtwert. Aber gerade die Gegner aus Bodø haben in der Vorsaison eindrucksvoll gezeigt, dass diese Zahlen nur bedingt die sportliche Qualität widerspiegeln. Zwar haben die Linzer im Vergleich zu den Norwegern keinen Kunstrasenvorteil, aber die mannschaftliche Geschlossenheit ist dennoch beeindruckend.

Die fixe Rückkehr von Sasa Kalajdzic kann dem schwarz-weißen Höhenflug aber definitiv zusätzlichen Aufwind verschaffen.

Für mich ist die größte Frage, wie schnell der Teamstürmer fit für die Startelf ist. Schon in der Vorsaison wurde der 29-Jährige langsam herangeführt. Auch in dieser Spielzeit wird Didi Kühbauer nichts riskieren.

Sollte der österreichische Doublesieger die Ligaphase überstehen, wäre es eine Sensation. Aber nach dem eindrucksvollen Rückspiel gegen Celtic sollten der Linzer Fantasie keine Grenzen gesetzt werden.

These 2: Salzburg ist mehr als überfällig, international ein paar Runden zu überstehen. Von dieser aktuellen Mannschaft darf man das auch verlangen.

These 2: Salzburg ist mehr als überfällig, international ein paar Runden zu überstehen. Von dieser aktuellen Mannschaft darf man das auch verlangen.
Foto: ©GEPA

Johannes Hofer: Salzburg wirkt nach sportlich dünnen Jahren erstmals seit dem Abgang von Matthias Jaissle wieder stabil.

Aber die ehemalige Vormachtstellung ist lange passé. Vor allem die internationale Selbstverständlichkeit ist in den vergangenen Saisons komplett abhandengekommen. So etwas etablierst du nicht von heute auf morgen. Ob Danny Röhl das bereits in seiner Premierensaison gelingt, bleibt abzuwarten.

Erfrischend wäre es allemal, würden die Bullen an Erfolge vergangener Tage anschließen können. Ein Blick auf die Gegner offenbart: attraktiv, aber nicht unmöglich. Der Auftakt bei Levski Sofia sollte für das Vorhaben K.o.-Phase jedoch gelingen. Ansonsten sehe ich nur Milan, Leverkusen und zum Abschluss Palace deutlich über dem Salzburger Level.

Das Überstehen der Ligaphase traue ich ihnen allemal zu. Ein paar Runden, wie oben gefordert, halte ich allerdings einigermaßen vermessen.

Jonas Pamperl:

Zu wünschen wäre es ihnen natürlich - allein aus österreichischer Sicht. Ob ich den Bullen einen tiefen Run zutraue? Puh, ich weiß nicht.

Die bisherigen Leistungen machen Mut. Salzburg steht bisher stabil. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Aufgaben bisher nicht die allergrößten waren.

Besonders den Defensivverbund sehe ich als möglichen Problembereich. Der klare Sechser fehlt schlichtweg. Und obwohl die Innenverteidiger bisher überzeugen, muss man ob der jungen Altersstruktur auf dieser Position einfach eine gewisse Inkonstanz miteinrechnen.

Die Ligaphase zu überstehen, halte ich für möglich. Ansonsten wird die Röhl-Elf sicher für das ein oder andere spektakuläre Match sorgen. Viel mehr sehe ich aber nicht.

These 3: Unabhängig von den anderen Spielen: Das Wichtigste ist, dass Sturm im Duell gegen Hoffenheim sein Gesicht wahrt.

These 3: Unabhängig von den anderen Spielen: Das Wichtigste ist, dass Sturm im Duell gegen Hoffenheim sein Gesicht wahrt.
Foto: ©IMAGO / DeFodi Images

Jonas Pamperl:

Ich denke und hoffe, über diese ganze Sache ist Gras drüber gewachsen. Ja, Sturm hat für einige Wochen echt kein gutes Bild abgegeben, nachdem die sportliche Führungsebene nach eineinhalb Erfolgsjahren von der TSG praktisch komplett entkernt wurde. Aber da gibt es, glaube ich, kein böses Blut mehr zwischen den Klubs.

Dass Sturm in Sinsheim sein Gesicht wahrt, ist aber natürlich wichtig. Aber genauso wichtig wäre es, zum Start gegen Stade Rennes nicht unterzugehen. Oder in Bournemouth, gegen Marseille und bei AZ Alkmaar.

Die Auslosung der "Blackies" hat es definitiv in sich. Sturm boxt in der Europa League nach oben, das ist klar.

Johannes Hofer:

Die Geschichte ist natürlich gut. Aber zu hoch sollte man das Wiedersehen mit dem Erfolgsduo Schicker/Ilzer auch nicht hängen. So richtig gram ist den beiden in Graz auch niemand. Denn ohne Architekt Andreas Schicker & Bauleiter Christian Ilzer wäre Sturm heute zweifelsfrei nicht da, wo es ist.

Die Auslosung ist unangenehm, die Namen attraktiv, unangenehm, aber nicht aus dem obersten Regal.

Letztlich sollte das große Wiedersehen aber nur eines von acht Spielen sein. Jetzt einmal gegen Rennes bestehen und dann irgendwann Ende November Hoffenheim schlagen. Wenn’s nur so einfach wäre …

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