Juventus: "Haben die Gefahr nicht gespürt"

Juventus: Foto: © getty
 

Und wieder wird es nichts mit der Champions League für Juventus. Die "Alte Dame" scheitert unerwartet früh an einem unerwarteten Gegner - dem FC Porto.

Die Portugiesen stemmen sich in Turin nicht nur erfolgreich gegen das Aus, obwohl sie mehr als 66 Minuten in Unterzahl agieren müssen - sie halten das Spiel auch stets offen und sind nach dem 2:1-Erfolg aus dem Hinspiel trotz der 2:3-Niederlage nach Verlängerung (Spielbericht>>>) verdient weiter.

Wer weiß, wie unzimperlich italienische Medien sein können - und sich in Erinnerung ruft, dass Juves Titel-Serie in der Liga vor einem Ende steht - sieht rauhe Winde auf Cristiano Ronaldo und Co. zupfeifen.

Speziell aber auf Andrea Pirlo, der als Trainer-Quereinsteiger deutlich an den üblichen Zielen vorbeisegeln wird.

"Es wird ein paar Tage dauern, dieses Spiel aus den Köpfen zu bekommen, aber dann müssen wir jede Partie mit der richtigen Einstellung angehen. Es ist erst März und wir haben noch Zeit, an die Spitze der Serie A zu klettern", gibt sich der ehemalige Zauberer auf dem Feld bei "Sky Italia" kämpferisch.

Ein Blackout zum schwarzen Abend

Nach den zwei Blitz-Toren in Porto schien es auch diesmal in einer frühen Phase so, als würde das Spiel ganz gegen Juventus laufen. Oliveiras Führung aus einem Elfmeter (19.) war aber kein nachhaltiger Schock.

Das Spiel nahm in der zweiten Halbzeit seine Wende zugunsten der Turiner, nach Chiesas Ausgleich (49.) und einer harten Gelb-Roten gegen Taremi (54.) lief alles für die "Alte Dame", die sich erneut durch Chiesa (63.) zumindest auf Kurs Richtung Verlängerung bringen konnte.

Wäre der Ball in der Nachspielzeit von Cuadrados Fuß nicht an die Latte, sondern ins Netz gegangen, wären viele Diskussionen der nächsten Tage im Keim erstickt gewesen. Doch so kam es nicht.

"Wir haben so viele Jahre hintereinander gewonnen. Wenn wir den Scudetto dieses Jahr nicht holen, wird das nichts ändern."

Juan Cuadrado

Stattdessen erlaubte sich die Mauer rund um Ronaldo spät in der Verlängerung bei Oliveiras Freistoß aus rund 30 Metern einen Fauxpas, drehte sich weg, ließ Keeper Szczesny im Stich - das entscheidende Gegentor (115.).

"Wir suchen die Spieler aus, die sich in die Mauer stellen. Das ist vorher nie so passiert, vielleicht haben sie gedacht, dass der Freistoß zu weit außen ist - und haben die Gefahr nicht gespürt", rätselte Pirlo.

Dass Rabiot noch für den Sieg sorgen konnte (117.), war dann nicht mehr genug.

Sarri-Aus für Pirlo kein Omen

Ajax, Lyon, nun Porto - die Endstationen für Juventus waren zuletzt keine der ganz großen europäischen Klubs. Pikant: Das letzte Aus im Achtelfinale kostete Maurizio Sarri vor einem Jahr seinen Job.

Für Pirlo kein Grund zur Beunruhigung. "Ich wurde für einen großzügigeren Ansatz geholt, ein Projekt, das immer zum Ziel hatte, sich erst über einige Jahre zu entwickeln."

Er sei zwar nicht froh damit, nun ganze Arbeitswochen zu haben, um sich auf ein Spiel vorzubereiten, werde aber das Beste daraus machen: "Diese Dinge passieren im Leben eines Coaches, auch wenn es für mich das erste Mal ist. Es ist erst März, wir krempeln die Ärmel hoch. Wir können jetzt verschiedene Aspekte im Training bearbeiten, die wir bisher nicht konnten."

Glaube an den Scudetto noch da

Pirlo will sich dabei vor allem auf junge Spieler verlassen, um die zehn Punkte Rückstand auf Inter doch noch umzukehren. Und dann gibt es da noch das Finale der Coppa Italia.

Es wird aber die Routiniers brauchen, das nun in stürmische See geratene Schiff ruhig zu halten. Wie etwa Juan Cuadrado, der noch von einem erfolgreichen Saisonabschluss überzeugt ist.

"Wir glauben an den Scudetto. Wir werden Inter unter Druck setzen. Wir haben die Kraft, wieder nach oben zu klettern", so der 32-jährige Kolumbianer.

Und selbst wenn nicht: "Wir haben so viele Jahre hintereinander gewonnen. Wenn wir den Scudetto dieses Jahr nicht holen, wird das nichts ändern."

Außer vielleicht das vermeintliche Langzeit-Projekt mit Andrea Pirlo. Erst die nächste Zeit wird weisen, was der Neuling auf der Trainerbank wegstecken kann.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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