BVB-Unverständnis über Elfer-Entscheidung

BVB-Unverständnis über Elfer-Entscheidung Foto: © getty
 

Lange hat es gedauert, bis Pep Guardiola mit Manchester City endlich die Hürde Champions-League-Viertelfinale nehmen konnte, ehe die "Citizens" den Bann am Mittwoch endlich brechen konnten.

Mit zwei Siegen im Hin- als auch im Rückspiel setzte sich Englands Tabellenführer letztlich doch recht deutlich gegen Borussia Dortmund durch (Spielbericht >>>). Dabei sah es lange so aus, als könnte der BVB dem Favoriten aus Manchester vielleicht doch ein Bein stellen.

Immerhin lag Dortmund dank des frühen Treffers von Jude Bellingham lange 1:0 in Front. Spätestens nach dem - vor allem auch BVB-Sicht sehr kontroversen Ausgleichstreffer - ließ sich City aber nicht mehr einholen.

Strittig war der Ausgleich von Manchester City vor allem deshalb, weil dem verwandelten Elfmeter von Riyad Mahrez ein Handspiel von Emre Can vorausging, das laut korrekter Auslegung der Regelbücher eigentlich kein Handspiel war - wie zum Beispiel BVB-Coach Edin Terzic weiß. "Für mich ist es kein strafbares Handspiel. Das ist ärgerlich", meint Terzic gegenüber "Sky".

Terzic: "Handspiel eine schwere Kiste"

Terzic greift diese These nicht nur aus der Luft, sondern zitiert viel mehr aus den aktuellen Regelbüchern. "Handspiel ist immer eine schwere Kiste. Wir haben jedes Jahr eine Schiedsrichter-Schulung, wo uns erklärt wird, was neu ist. Da wurde ganz klar gesagt, dass es kein strafbares Handspiel ist, wenn man sich den Ball selbst auf die Hand köpft", präzesiert Terzic seine Argumentation.

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Etwas anders sieht die Lage BVB-Kapitän Marco Reus, der die aktuellen Regeln zwar kennt, allerdings etwas mehr Spielraum für Interpretationen lässt. "Aus meiner Sicht war es Handspiel. Der Ball geht mit dem Kopf an die Hand. Laut FIFA-Regeln ist es dann kein Strafstoß, aber wenn man ehrlich ist, wenn das auf der anderen Seite gekommen wäre, dann hätten wir auch lautstark protestiert."

BVB war "nach drei von vier Halbzeiten weiter"

Den Ärger über die Handspiel-Auslegung der Schiedsrichter beiseitegelegt, macht sich bei Borussia Dortmund nach dem Schlusspfiff auch eine Menge Enttäuschung breit.

"Man hat in beiden Spielen gesehen, dass wir von Anfang an alles reingehauen haben, was uns zur Verfügung steht. Nach drei von vier Halbzeiten waren wir weiter. Dementsprechend ist die Enttäuschung natürlich groß", sagt Terzic. "Wir hatten einen großen Traum, der ist jetzt leider vorbei."

"Wir haben gefightet, das kann man von uns erwarten, das haben wir gemacht. Es ist trotzdem schade, weil man das Gefühl hatte, dass mehr drinnen war. Natürlich sind wir sehr traurig", findet Marco Reus, der aber auch zugeben muss, dass sich Manchester City das Weiterkommen verdient hat.

Reus schwärmt von ManCity

"Mann muss ehrlich zugeben, sie waren heute besser. Trotzdem, wenn wir das Gegentor so nicht bekommen. Dann können wir das Spiel offener gestalten, dann wächst der Glaube noch mehr", so der Kapitän von Dortmund.

"Man hat das in beiden Spiel gesehen. Es ist unglaublich schwierig, sie zu pressen, weil sie überall eine Überzahl-Situation schaffen, super Passspiel und tolles Positionsspiel haben. Wenn du einmal gegen sie aufmachst, dann kontern sie dich auch gnadenlos aus", zollt Reus dem Gegner Respekt.

"Man muss fairerweise gratulieren. Manchester City ist verdient in die nächste Runde eingezogen. Dennoch geht es nicht darum, wer es sich mehr verdient, sondern wer weiterkommt. Da ist es natürlich ärgerlich, wenn wir mit solchen Gegentoren die nächste Runde aus der Hand geben", bringt es Edin Terzic auf den Punkt.

Guardiola: "Wir sind unglaublich glücklich"

Mehr als nur glücklich zeigt sich nach dem Spiel verständlicherweise City-Cheftrainer Pep Guardiola, der erstmals in seiner Amtszeit in Manchester unter den letzten Vier der Champions League steht.

"In diesem Bewerb kann alles passieren. Wir sind unglaublich glücklich, das Halbfinale erreicht zu haben", so Guardiola. Das nächste Ziel ist natürlich der Finaleinzug, mit Paris Saint-Germain wartet im Halbfinale allerdings ein großer Brocken.

"Wir haben gestern gesehen, wie stark sie sind. Sie haben die beste Mannschaft der Welt eliminiert", verweist Guardiola auf seinen ehemaligen Klub Bayern München.


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