Endstand
2:3
1:1 , 1:2
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"Das ist Wahnsinn!" - Grandioser LASK trotzte Schiri und Sporting

Die Linzer fahren in der dritten Champions-League-Runde ihren ersten Sieg ein - und was für einen! Nichtmal ein skandalöses Schiedsrichterteam konnte sie stoppen:

"Das ist Wahnsinn!" - Grandioser LASK trotzte Schiri und Sporting Foto: © IMAGO / ZUMA Press Wire

Jetzt ist der LASK im Konzert der Großen so richtig angekommen.

Am dritten Spieltag der UEFA Champions League schrieben die Linzer erstmals überhaupt in der "Königsklasse" an. Und das nicht in Form eines ermauerten Unentschiedens oder etwas ähnlichem, sondern mit einem heroisch erkämpften Sieg über das davor noch makellose Sporting Lissabon (Spielbericht>>>).

"Sporting ist eine richtig gute Truppe, aber wir haben sie komplett aus der Balance geworfen. Das war ein top Spiel meiner Mannschaft", zieht Dietmar Kühbauer danach im "CANAL+"-Interview den Hut.

Skandalöse Schiedsrichterentscheidungen

Der Schiedsrichter war nicht wirklich in Form, aber wir haben uns nicht auf ihn ausreden müssen.

Sasa Kalajdzic

Der Linzer Sieg beim portugiesischen "Lieblingsgegner" - bereits die letzten beiden Aufeinandertreffen mit den Lissabonern vor sechs bzw. sieben Jahren konnten die Oberösterreicher für sich entscheiden - war auch deshalb so eindrucksvoll, weil am Mittwoch-Abend alles gegen sie lief.

Dafür war wiederum der schottische Schiedsrichter Nick Walsh und sein Team hauptverantwortlich.

"Der Schiedsrichter war nicht wirklich in Form, aber wir haben uns nicht auf ihn ausreden müssen", so ein zunächst noch diplomatischer Sasa Kalajdzic. Walsh habe "keine schlechte Leistung gezeigt, aber gut war sie auch nicht. Aber dafür haben wir eine gute Leistung gezeigt."

Strittiger Elfer, übersehene Fouls

Der 35-jährige Schiedsrichter fiel immer wieder auf die Schauspieleinlagen des portugiesischen Heimteams herein. Nestory Irankunda hob etwa schon nach wenigen Minuten im LASK-Strafraum ab und suchte dabei offensichtlich den Kontakt zum vorbeilaufenden Robert Ljubicic. Walsh zeigte sofort auf den Punkt, VAR-Mann Stuart Attwell checkte sogar, beließ es aber bei der Entscheidung.

Kurz vor der Pause erschlichen sich die theatralischen "Löwen" beinahe auch noch eine Ecke, indem sie Walsh fälschlicherweise anzeigten, ein LASK-Spieler hätte den Ball als letztes berührt. Der schottische Offizielle ließ sich wieder in die Irre führen, diesmal griff der VAR ein.

In Halbzeit zwei kam Stürmer Luis Suarez nach einem riskanten Einsteigen gegen den in dieser Aktion knockout gegangenen Lukas Jungwirth ebenfalls ohne Karte davon. Kurz vor Ende, in der Entstehung zum 2:3, übersah Walsh einen Bodycheck von Flavio Goncalves gegen Alessandro Schöpf und wieder hatte der VAR keine Einwände.

Kalajdzic außer sich: "Das ist Wahnsinn!"

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Nick Walsh mit einer Schiedsrichter-Leistung, die eigentlich Konsequenzen haben muss
Foto: ©IMAGO / Pressinphoto

"Ich unterstelle ihm (Suarez, Anm.) keine Absicht, aber er läuft in unseren Tormann rein, der dann ausgewechselt werden muss, und es gibt keine Karte. Das ist Wahnsinn!", ist Kalajdzic dann doch ziemlich sauer.

Er hält fest: "Jeder Blödsinn wird gegen uns gepfiffen, aber für uns wird nichts gepfiffen."

Coach Kühbauer kommentierte die strittigen Situationen diesmal betont kühl, zum hochstrittigen Elfer sagt er nur: "Da gab es vorher schon ein Foul am 'Sali' (Kalajdzic, Anm.), das man pfeifen hätte sollen. Der Elfer war sehr hart, meines Erachtens nach, aber nach einem 3:2 soll er ihn haben."

Kühbauer: "Muss meiner Mannschaft ein unglaubliches Lob aussprechen"

Die Ärger über den Schiedsrichter wird im schwarz-weißen Lager nämlich freilich von der Freude über die historische Errungenschaft überstrahlt.

"Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, dass wir uns mit allem gewehrt und verdient gewonnen haben", so Kalajdzic.

Kühbauer ergänzt: "Wenn du nach einer Minute einen Elfer kriegst und du weißt, dass Sporting vorher kein Spiel verloren hat, muss ich meiner Mannschaft ein unglaubliches Lob aussprechen. Sie haben immer weitergemacht."

Der Sieg gelang auch deshalb, weil der Doublesieger erstmals seit Längerem seine Stärken so aufs Feld brachte wie noch über große Teile des Frühjahres oder auch gegen Celtic.

Hohes Pressing, giftiges Umschalten

"Unser Ziel war heute, unser Spiel durchzuziehen. Obwohl wir sehr schlecht ins Spiel gestartet sind, haben wir immer Selbstvertrauen gehabt und versucht, unser Spiel zu spielen. Wenn wir das auf den Platz bringen, sind wir auch international ein gutes Team", weiß Christoph Lang.

"Das war der Unterschied zum Spiel gegen Liverpool, wo wir zu tief in den Räumen gestanden sind. Wir haben gewusst, dass sie ihre Probleme haben, wenn wir sie höher pressen", erklärt Kühbauer dazu.

Dank ihrer ersten drei Zähler in der "Königsklasse" sind die "Athletiker" nun auf Rang 24 der Tabelle gesprungen und finden sich damit aktuell am Schleudersitz des Weiterkommens wieder. Damit dieses Unterfangen gelingen kann, wird es wohl aber mindestens noch sechs weitere Zähler am schwarz-weißen Konto benötigen.

Nach der Leistung am Mittwoch wirken diese plötzlich gar nicht mehr so unwahrscheinlich.

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