Er spüre aber eine "super Energie" in der Mannschaft: "Und eine Niedergeschlagenheit am Donnerstag, nachdem wir so lange eine Führung hatten. Genau wie gegen Salzburg. Und wenn man sich die Gegner anschaut, sind das keine Stationen, wo du im Vorbeigehen Punkte mitnimmst. Wir haben es über weite Strecken gut gemacht, sind bis auf einen Punkt an Salzburg dran - ich bin zufrieden, aber nicht restlos."
Müdigkeit für Ilzer kein Faktor
Das Spiel bei Rapid offenbarte, dass bei allen Fortschritten in Sturms Entwicklung noch genügend Potenziale zu wecken sind.
Eins-gegen-Eins-Situationen wurden nicht immer zu Ilzers Zufriedenheit gelöst: "Ob man das am intensiven Programm oder an der Stärke in der Defensive von Leo Querfeld und Max Hofmann festmachen kann, bleibt dahingestellt", verwies der Sturm-Coach noch einmal auf die Stärke des Gegners.
Die Intensität sei für ihn aber zufriedenstellend gewesen: "Den Donnerstag habe ich da nicht gespürt."
Vielmehr wären es taktische Kniffe, die nicht restlos funktioniert hätten: "Wir müssen auch im restlichen Feld besser stehen, schneller reagieren und die Kontersituationen besser unterbinden, die uns Schwierigkeiten bereitet haben."
Cup-Finale täuscht über den Abstand hinweg
Dabei waren noch vor fünf Monaten im Finale des ÖFB-Cups die Vorteile klar verteilt, hatte Sturm Rapid vor allem in der zweiten Hälfte völlig im Griff.
Haben sich die Grazer seither zurück- oder die Wiener doch so sehr nach vorne entwickelt? Das große Spiel zum Titelgewinn hätte für Ilzer ein falsches Bild der Kräfteverhältnisse nachhaltig geprägt.
"Das ist auch eine Kopfsache. Es lag einfach an uns, dass wir nicht so pressen konnten wie zuletzt."
"Wir hatten damals auch ein deutlich besseres Niveau als beim Spiel vier Wochen später (3:2 für Rapid in der Liga, Anm.). Wir waren im Cup-Finale am Punkt da, haben Rapid mit der ersten Situation nach der Pause einen Schlangenbiss versetzt, der sie in der Abwehr gelähmt hat. Das hat unser Spiel in einen Flow gebracht. Wir waren am Punkt da."
Die anderen Duelle der jüngeren Vergangenheit seien immer hart umkämpft gewesen: "Rapid macht es gut, sie haben heuer noch viel zu wenige Punkte. Da müssen wir diesen Punkt auch einmal mitnehmen."
Fehlendes Prozent nur "Kopfsache"
Bei den Spielern wollte irgendeine Art der Müdigkeit auch keine Ausrede sein: "Wir trainieren tagtäglich, müssen fit sein, viel laufen", wirkte Manprit Sarkaria nach dem Spiel physisch auch nicht im Eck.
Dennoch sah er die Intensität nicht ganz nach Wunsch auf den Platz gebracht, ganz im Gegensatz zu seinem Trainer: "Das ist auch eine Kopfsache. Es lag einfach an uns, dass wir nicht so pressen konnten wie zuletzt."
Die Gründe dafür seien nicht klar auszumachen, an den Kräften liege es nicht.
Freude über das neue Grün
Eine gute Nachricht gibt es indes an einer anderen Front: Der Rasen in der Grazer Merkur Arena wird ab 2. Oktober getauscht. Auch das könnte Sturms Spiel wieder zugute kommen.
"Da gibt es eine große Erleichterung im Klub. Es gab einen guten Austausch mit den Verantwortlichen. Es war eine schnell beschlossene Sache. Wir wollen uns auch so präsentieren, dass nicht auf einer Wiese gespielt wir - denn Wiese ist kein positives Wort, wie wir jetzt gelernt haben", spielte Ilzer auf den Sager von Jürgen Klopp nach dem Liverpool-Gastspiel beim LASK an.
Gegen die WSG Tirol muss am Sonntag aber noch einmal auf dem alten Feld gespielt werden. Eine Aufgabe, bei der weder die Bedingungen, noch das Programm ein Faktor sein dürfen. Unter der Woche wartet mit Leobendorf im ÖFB-Cup auch ein anderes Kaliber als letzte Woche auf der europäischen Bühne.