WSG-Coach Silberberger: "Es gab Anfragen"

WSG-Coach Silberberger: Foto: © GEPA
 

Erfolg bringt Begehrlichkeiten mit sich.

Einige Vertreter der WSG Tirol nutzten die starke Vorsaison zum nächsten Schritt, allen voran Nikolai Baden Frederiksen (Vitesse Arnheim) und Neo-Serie-A-Legionär David Schnegg (Venezia).

Vater des Erfolgs ist Langzeit-Trainer Thomas Silberberger. Ob es auch für den Erfolgscoach im Sommer Anfragen gegeben habe?

"Die hat es gegeben, aber es war nicht so, dass ich sagen musste: Wow, ich muss Tirol verlassen", erklärt der 48-Jährige im Gespräch mit LAOLA1.

Was passieren müsste, damit er Tirol verlässt?

"Es muss von A bis Z passen und nicht nur die finanzielle Geschichte. Ich weiß, dass ich bei der WSG Tirol einen anderen Stellenwert habe als wahrscheinlich bei einem anderen Verein. Ich bin in Tirol zu Hause, hier fühle ich mich sehr, sehr wohl. Damit etwas Spannendes auf den Tisch kommt, müsste das ganze Drumherum passen, nicht nur das Monetäre."

Seit 2013 in Wattens

Als Spieler hat Silberberger zwei Mal das "Heilige Land" Tirol verlassen - von Sommer 1996 bis Jänner 1997 stand er ein halbes Jahr lang beim GAK unter Vertrag, 2000/01 bei Austria Salzburg.

In Wattens ist er inzwischen seit 2013 als Chefcoach angestellt, nachdem er davor schon sechs Jahre lang den FC Kufstein betreut hat.

Langzeit-Coaches sind selten geworden. Dafür ist es wohl umso spannender, seinen Verein auf den verschiedensten Etappen zu begleiten.

Auf Silberberger wartet nun das dritte Jahr in der Bundesliga mit der WSG. Im ersten Jahr wurde man durch den Abschied des SV Mattersburg gerettet, in der Vorsaison schaffte man es in die Meistergruppe.

Riesiger Spielraum für Enttäuschungen

Die historisch beste Saison der Vereinsgeschichte hat die Erwartungshaltung logischerweise nicht gebremst.

"Für jeden, der im Umfeld des Vereins davon träumt, dass es jetzt so weitergeht, ist der Spielraum für Enttäuschungen riesig. Davor warne ich eigentlich täglich", betont der 48-Jährige.

Die Zielsetzung sei diesmal eine schwierige, mit dem Klassenerhalt wählt er letztlich eine realistische: "Ich glaube, dass wir die Qualität dafür haben."

Dies soll mit einem Kader geschehen, der durchaus einen Umbruch hinter sich hat. Sowohl in Sachen Zu- als auch Abgänge ist man locker zweistellig.

Felix Bacher: Potenzial für tragende Rolle

"Einige haben sich in die Auslage gespielt und waren nicht zu halten. Wenn du erfolgreich bist, hast du einen Umbau, weil dich erfolgreiche Spieler verlassen. Wenn du nicht erfolgreich bist, musst du auch umbauen, weil du andere Spieler brauchst", philosophiert Silberberger.

"Der Bursche hat Potenzial. Wir geben ihm die Zeit. Wenn der Spieler sich die Zeit gibt, dann haben wir hier ein Tiroler Top-Talent, das die WSG-Abwehr in absehbarer Zukunft dirigieren wird."

Thomas Silberberger

Ganz unfreiwillig war der Schnitt jedoch auch nicht, schließlich mussten auch diverse Ersatzspieler gehen: "Es war schon unser Ziel, dass wir den so genannten zweiten Anzug im Kader komplett verjüngen. Das ist auch gelungen."

Dafür sollen andere Kräfte aufgebaut werden, wie etwa Felix Bacher. Der 20-Jährige kehrte nach eineinhalb Jahren in der zweiten Mannschaft des SC Freiburg in seine Heimat zurück.

"Er hat in Freiburg extrem viel dazugelernt. Man kann sich erwarten, dass er vielleicht noch nicht heuer, aber spätestens nächstes Jahr eine tragende Rolle in der Innenverteidigung einnimmt. Der Bursche hat Potenzial. Wir geben ihm die Zeit. Wenn der Spieler sich die Zeit gibt, dann haben wir hier ein Tiroler Top-Talent, das die WSG-Abwehr in absehbarer Zukunft dirigieren wird", zeichnet der Coach dem Youngster eine Perspektive auf.

Eine spannende Mannschaft

Bachers Entwicklung kann eine spannende werden. Und spannend ist generell ein Begriff, den Silberberger für seine aktuelle Mannschaft sehr gerne verwendet.

"In dieser Transferzeit haben wir gemerkt, dass wir mit Sicherheit eine spannendere Adresse sind als letztes Jahr", erklärt der Trainer, "deswegen glaube ich auch, dass wir uns auf den vakanten Positionen, auf denen wir in der Stammelf wirklich Handlungsbedarf hatten, clever verstärkt haben.

Daraus ergibt sich: "Wir sind mit Sicherheit wieder eine spannende Mannschaft."


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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