Salzburg: Transfer-Klage gegen Albert Vallci?

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Interesse, Verhandlung, Vermeldung - so einfach funktionieren Fußball-Transfers bisweilen dann doch nicht. Bekanntlich.

"Mich hat überrascht, wie viele WhatsApp-Nachrichten man bekommt, und dass einem derselbe Spieler von sieben verschiedenen Beratern angeboten wird", schmunzelte Simon Rolfes unlängst im Gespräch mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" nach seinen ersten Monaten als Sportdirektor von Bayer Leverkusen.

Gerade das Berater-Geschäft ist kein einfaches, oder sagen wir so: Es kann ein umkämpftes Gebiet sein. Vor allem, je höherklassiger ein Spieler agiert.

Der FC Red Bull Salzburg ist derzeit der erfolgreichste Arbeitgeber, den man als Fußballer in Österreich ergattern kann. Albert Vallci ist dies aufgrund seiner bemerkenswerten Entwicklung in den vergangenen Jahren in der Winter-Übertrittszeit gelungen, als er vom FC Wacker Innsbruck zum Serienmeister wechselte.

Es ist allerdings auch ein Transfer, mit dem sich demnächst ein Gericht beschäftigen könnte.

Klage gegen Vallci und Berater-Firma?

Und zwar plant die langjährige Agentur des nunmehrigen Nationalspielers eine Klage gegen Vallci und jene Berater-Firma einzubringen, die letztlich den Salzburg-Deal abgewickelt und somit auch die bei Wechseln vertraglich geregelte Vermittlungs-Provision verdient hat.

Folgender Hintergrund: Vallci war fünf Jahre lang Klient der Agentur "Centerfield", wo er von Otmar Hackl vertreten wurde. In diesem Zeitraum wurden die Vermittlungen des Steirers zum SV Horn und später nach Innsbruck durchgeführt.

Der Wechsel zu den "Bullen" wurde allerdings, und das offenbar relativ kurzfristig, von der deutschen Agentur "Rogon" übernommen, konkret von ihrem in Österreich ansässigen Mitarbeiter Daniel Kastner, früher selbst Fußball-Profi.

Die Hintergründe dieses Vorgangs könnten nun ein Fall für das Gericht werden. LAOLA1 hat die beteiligten Parteien befragt.

Ein schriftliches Mandat

"Wir hatten einen gültigen Vertrag und der Spieler hat wenige Tage vor dem Wechsel zu Red Bull Salzburg auch in der Tiroler Tageszeitung gesagt, dass wir seine Agentur sind, die alles handhabt. Obwohl wir auch noch eine Woche vor dem tatsächlichen Transfer mit Red Bull Salzburg in Kontakt waren, hat er dann Rogon ein schriftliches Mandat gegeben und den Transfer ohne uns durchgeführt und uns nur gesagt, Rogon hätte versichert, uns ins Boot zu holen", erklärt Hackl.

Seither habe es diverse Versuche, sowohl persönlich, als auch über Anwälte gegeben, eine außergerichtliche Einigung zu finden. Bislang erfolglos. "Uns wurde mitgeteilt, dass der Spieler selbst eine Einigung ablehnt", meint Hackl.

Kastner möchte sich zum schwebenden Verfahren nicht näher äußern, verneint jedoch die Zusage, Centerfield ins Boot zu holen und beruft sich auf besagtes schriftliches Mandat von Vallci.

"Ich habe Albert im Vorfeld gefragt, ob er einen Berater hat. Das hat er verneint und mir auch schriftlich bestätigt. Somit habe ich ihn gefragt, ob ich Red Bull für ihn machen kann, auch das hat er mir schriftlich bestätigt. Also habe ich den Transfer abgewickelt", erklärt der gebürtige Salzburger.

Vallci: "Hoffe auf gütliche Lösung"

Die Zusammenarbeit zwischen Vallci und Rogon beschränkte sich übrigens auf diesen Transfer. Inzwischen wird Vallci als Klient einer weiteren Agentur geführt - und zwar der "Sports United GmbH" in Deutschland, die mit Michael Gregoritsch und Kevin Wimmer weitere prominente ÖFB-Kicker zu ihren Kunden zählt, die in den Salzburg-Deal jedoch nicht involviert war.

Vallci selbst möchte sich zu dieser Causa nicht tiefergehend äußern, meint jedoch: "Ich hoffe, dass es zu einer gütlichen Lösung kommt."

Diese erscheint jedoch zumindest fraglich, da die letzte von Centerfield gesetzte Frist auf eine Einigung inzwischen abgelaufen ist.

Hackl: "Da diese Versuche gescheitert sind, bereitet unser Anwalt eine Klage sowohl gegen Rogon, als auch gegen den Spieler Albert Vallci vor und bringt diese nach Fertigstellung der Unterlagen ein."

Textquelle: © LAOLA1.at

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