news

Warum dieser Salzburg-Titel speziell ist

So bejubeln die Salzburger ihren fünften Meister-Titel in Folge:

2014, 2015, 2016, 2017, 2018.

Red Bull Salzburg hat sich am Sonntag mit einem 4:1 gegen Sturm zum fünften Mal in Folge zum österreichischen Meister gekürt und damit Geschichte geschrieben – nie zuvor gelang das einem heimischen Fußballklub.

Mit den vier Meisterschaften davor (2007, 2009, 2010, 2012) hat Salzburg in der RB-Ära nun bereits neun Liga-Titel geholt.

Oder anders formuliert: Seit 2005 ging der Titel vier Mal nicht in die Mozartstadt.

"Es ist immer wieder schön", grinste Andreas Ulmer, der zwar bei diesem Spiel angeschlagen passen musste, aber über seinen bereits neunten Titel jubeln darf. Alltäglich sei eine errungene Meisterschaft dabei nie.

"Fünf Mal in Folge Meister zu werden, das ist für keinen Verein auf der Welt selbstverständlich", hob der 32-Jährige einen der Gründe hervor, warum dieser Salzburg-Titel speziell ist.

Historisch und euphorisch

Sportchef Christoph Freund jubelte mit: "Wir haben eine unglaubliche Mentalität, eine Truppe, die jedes Spiel gewinnen will und richtig geilen Fußball spielt. Es ist unglaublich, dass wir fünf Jahre in Folge Meister geworden sind, obwohl wir immer richtig gute Spieler verlieren. Wir haben auf den richtigen Weg gesetzt, so wie wir es auch prophezeit haben. Der ganze Verein macht richtig Spaß. Wir sind nicht nur am Platz ein Team sondern auch im Klub. Ich bin stolz, da ein Teil zu sein."

Warum diese Meisterschaft so speziell ist? "Erstens ist sie historisch, weil es das in der Bundesliga-Geschichte noch nie gegeben hat. Zweitens so eine Stabilität zu haben und dabei eine Euphorie zu entfachen wie in dieser Saison, natürlich auch mit dem Europacup, haben wir in den vergangenen Jahren noch nie erlebt. Es ist eine ganz besondere Saison und umso schöner gegen einen direkten Titelrivalen, der in dieser Saison richtig gut war, eine Machtdemonstration zu liefern."

Diese lieferte wiederum eine Elf ab, die sich zu jener vom bitteren Aus im Halbfinale der UEFA Europa League am Donnerstag gegen Olympique Marseille gleich auf zehn (!) Positionen unterschied.

Freund: "Das ist beeindruckend und zeigt einfach, dass wir einen richtig guten Kader haben. Wir haben keinen riesengroßen Kader, aber richtig gute Spieler. Man sieht auch den Teamgeist, wie der funktioniert. Heute rutschen zehn Neue rein und schließen nahtlos an. Ich möchte heraustreichen, was unser Team um das Team (Story) macht, weil nach 58 Spielen sind alle Spieler fit, nur Andreas Ulmer musste heute angeschlagen passen. Das ist selten und auch ein Schlüssel zum Erfolg."

Bild 1 von 19 | © GEPA
Bild 2 von 19 | © GEPA
Bild 3 von 19 | © GEPA
Bild 4 von 19 | © GEPA
Bild 5 von 19 | © GEPA
Bild 6 von 19 | © GEPA
Bild 7 von 19 | © GEPA
Bild 8 von 19 | © GEPA
Bild 9 von 19 | © GEPA
Bild 10 von 19 | © GEPA
Bild 11 von 19 | © GEPA
Bild 12 von 19 | © GEPA
Bild 13 von 19 | © GEPA
Bild 14 von 19 | © GEPA
Bild 15 von 19 | © GEPA
Bild 16 von 19 | © GEPA
Bild 17 von 19 | © GEPA
Bild 18 von 19 | © GEPA
Bild 19 von 19 | © GEPA

"Das gibt es vielleicht nicht mehr"

Wie die Mentalität, die Marco Rose in seiner ersten Profi-Saison als Trainer etablierte. Ulmer: "Es lässt sich keiner hängen, egal wie oft er dran kommt. Wenn er die Möglichkeit hat, gibt er alles."

Deswegen ist auch noch immer der Punkterekord drin - zwei Siege in drei Spiele reichen, um im letzten Versuch (bei der Liga-Reform werden die Punkte zwischendurch halbiert) die 82 Zähler der Austria aus der Saison 2012/13 zu überbieten.

Der Trainer selbst stellte sich wie so oft in dieser Saison nicht in den Mittelpunkt, auch wenn der Leipziger die sportliche Verantwortung für diese Meisterschaft trägt.

"Ich bin sehr stolz auf diese Mannschaft, es macht riesigen Spaß, ich möchte mich bei allen Beteiligten bedanken, bei meiner Mannschaft, beim Staff, beim Trainer-Team, bei allen im Verein, die mitgearbeitet haben. Es ist schon außergewöhnlich, fünf Mal in Folge Meister zu werden."

Noch außergewöhnlicher wäre zum fünften Mal in Folge das Double zu holen – und auch ein österreichisches Novum.

Freund: "Diesen Titel wollen wir noch unbedingt holen. Fünf Mal das Double – das gibt es vielleicht nie mehr. Wir haben die Chance dazu, wissen aber auch, was uns erwartet. Sturm will den ersten Titel nach langer Zeit, hat eher Heimvorteil, weil Graz nicht so weit weg ist. Sie brennen drauf, wir aber auch, wir sind noch hungrig. Wir freuen uns auf dieses Finale."

Warum Schlager (noch) kein Bier trinkt

Das steigt bereits am Mittwoch in Klagenfurt - eben wieder gegen Sturm. Aus diesem Grund stieg am Sonntag vor 14.912 Zuschauern in der Red-Bull-Arena sowie danach in Salzburg die Meisterschaftsfeier "light".

"Irgendwann werden wir diesen Titel sicher feiern, aber bis Mittwoch heißt es noch volle Konzentration auf das Cup-Finale. Wir werden einen Tag finden", grinste Xaver Schlager, der an diesem Feiertag auf Bier gänzlich verzichtete.

"Wenn ich was trinke, dann eher gescheit, aber so halbe Sachen mache ich da nicht. Heute trinke ich kein Bier", sagte der 20-Jährige trocken. Bei den vielen Bierduschen fehlte Schlager aber nicht.

Ein bisschen zu feiern, das war aber am Sonntag schon auch drin. Rose: "Das haben wir uns verdient. Wir sind gerne zusammen und solche großen Momente muss man auch gemeinsam verbringen."

Wie die eine oder andere Instagram-Story der Salzburger Spieler zeigt, ist das auch passiert. So wie der Titel eingefahren wurde - gemeinsam als Team.


Kommentare