Sabitzer & Skrbo - die WSG-Entdeckungen

 

Damit war wahrlich nicht zu rechnen. Der Letzte gegen den Sensations-Dritten. Die Gastgeber in der Meisterschaft überhaupt noch sieglos und mit personellen Problemen, die Gäste seit vier Spielen ungeschlagen. Und dennoch spielte die WSG Tirol die SV Ried an die Wand und fuhr einen hochverdienten 4:2-Heimsieg ein.

WSG-Verteidiger Raffael Behounek atmet bei "Sky" auf: "Es ist ein sehr, sehr schönes Gefühl. Der Sieg ist hochverdient, wir waren in allen Belangen besser. Es war ein sehr, sehr gutes Spiel von uns."

Auch WSG-Coach Thomas Silberberger verbirgt seine Freude nicht: "Die Mannschaft kann stolz sein, ich ziehe mein imaginäres Kapperl vor ihr. Die Mannschaft hat sich selbst aus dem Sumpf gezogen und einen Gala-Auftritt hingelegt."

Es waren vor allem zwei Männer, die dem Spiel den Stempel aufgedrückt haben. Thomas Sabitzer mit seinem Dreierpack und Stefan Skrbo mit seinen drei Assists.

Thomas Sabitzer

Foto: © GEPA

Der Cousin von ÖFB-Teamspieler und Bayern-Profi Marcel Sabitzer ist längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. 2018/19 gab er im Trikot der Kapfenberger SV ein Versprechen für die Zukunft ab, erzielte in 27 Zweitliga-Partien zwölf Tore und verbuchte sechs Assists. Der LASK griff zu, der ehemalige U21-Internationale stagnierte.

Der Durchbruch in der Bundesliga gelang nicht, in der Vorsaison war Zweitliga-Kick im Trikot des FC Juniors OÖ Alltag, LASK-Coach Dominik Thalhammer hatte keine Verwendung für den Stürmer. Da kam die Leih-Anfrage aus Wattens gerade recht.

Im 22. Versuch hat es nun endlich mit dem ersten Tor in der höchsten Spielklasse des Landes geklappt. Und dann gleich dreifach. "Mit dem ersten Bundesligator ist eine große Last von mir abgefallen, umso schöner, dass es gleich drei Treffer waren. Ich hoffe, der Knopf ist aufgegangen. Hoffentlich geht es so weiter", freut sich der 20-Jährige.

Coach Silberberger hat ihn vor der Partie an seinen Onkel erinnert: "Ich freue mich riesig für ihn. Ich habe ihm vor dem Spiel gesagt, er muss sich an seinen Onkel Herfried erinnern, der ein Mitspieler von mir war. Der hatte in der Box keinen einzigen Freund mehr, hat nie einen Zweifel daran lassen, dass er das Tor machen will. Genauso habe ich den Thommy heute gesehen."

Angesichts der verletzungsbedingten Abwesenheiten von Giacomo Vrioni und Tobias Anselm kamen die Treffer genau zur rechten Zeit.

Stefan Skrbo

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DIE Entdeckung der Woche aus Sicht der Tiroler. Beim 4:2-Erfolg im ÖFB-Cup gegen den GAK durfte der 20-Jährige erstmals von Beginn an ran und legte prompt zwei Tore auf. Nach zwei Kurzeinsätzen gegen Salzburg und Sturm lief er gegen Ried erstmals auch in der Bundesliga-Startelf auf und lieferte drei Assists.

Der technisch versierte Mittelfeldspieler mit Spielwitz und einem Hang zu Außenrist-Pässen war gegen die SV Ried omnipräsent, stellte die Defensive der "Wikinger" vor unlösbare Probleme. Dabei waren seine Gegner vor wenigen Wochen noch Imst, Schwaz und Kufstein. Im Sommer wurde der Youngster von den eigenen Amateuren in den Profi-Kader hochgezogen.

"Er muss sich auch erst adaptieren. Es ist ein Riesenunterschied zur Regionalliga. Das Tempo im Training, das Tempo beim Verteidigen…", bremst Silberberger ein wenig.

Dass er da einen Kicker mit richtig viel Potenzial in seinen Reihen hat, weiß der Coach selbst aber freilich nur zu gut: "Er war gegen den GAK schon sehr, sehr stark, hat jetzt einen Gala-Auftritt hingelegt. Wenn die Medien ihn nach der vierten guten Partie fürs Nationalteam fordern, kriegt er von mir einen Tritt in den Allerwertesten, wenn er nicht genauso weitertut wie jetzt. Er hat die Chance eindrucksvoll genutzt, aber er muss arbeiten, arbeiten, arbeiten und bitte am Boden bleiben! Der Junge hat Potenzial – wenn er am Boden bleibt, kann er ein Topspieler werden."

Skrbo selbst gibt sich nach seiner Glanzvorstellung gegen die Rieder abgeklärt, sagt nur: "Es war super, ich glaube, ich habe meine Chance gut genutzt."

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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