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"Spieler haben es El Maestro nicht mehr geglaubt"

Sportchef Schicker erklärt Trennung. Worauf es bei Trainersuche ankommt:

Wie geht es beim SK Sturm Graz nach der Trennung von Trainer Nestor el Maestro weiter?

Am Freitag nahm Geschäftsführer Sport Andreas Schicker erstmals Stellung zur Personalrochade, an seiner Seite nahm erstmals Interimstrainer Thomas Hösele Platz, der die Mannschaft für den Rest der Saison betreuen wird.

Bei El Maestro war der Zeitpunkt gekommen, lebewohl zu sagen. "Es war sicherlich eine schwierige Entscheidung, die wir uns gut überlegt haben. Letztendlich war es so, dass Nestor ein Trainer war, der mit sehr viel Überzeugung gearbeitet hat. Wenn man die Saison hernimmt, auch schon im Grunddurchgang und jetzt in der Meistergruppe, hat er bis zur letzten Stunde alles versucht, die Situation zu ändern und es in die richtige Bahnen zu lenken. Aber das ist leider nicht gelungen", verabschiedet sich Schicker versöhnlich von seinem Chefbetreuer.

In seiner noch jungen Amtszeit, die erst Anfang April Fahrt aufnahm, musste er somit die erste große Entscheidung treffen. Fragen nach dem Trainer-Profil, in welches der Nachfolger hineinpassen soll, weicht Schicker großteils noch aus.

"Dazu will ich noch nicht viel sagen. Wir werden uns viele Gedanken machen, mir ist klar, wie das Profil ausschauen sollte. Wir wollen relativ schnell einen neuen Trainer finden, aber wir haben auch nicht den großen Stress. Wir haben in der Zukunft langfristige Ziele, der Umbruch auf dem Spielersektor wird im Sommer passieren. Dementsprechend suchen wir auch den Trainer aus."

"Danach wird auch der Trainer ausgesucht"

Offenkundig war bereits das Geheimnis, dass auch der Nachfolger deutschsprachig sein muss. Ansonsten will der Sportdirektor keine Details herumposaunen, um Spekulationen anzuheizen und sich selbst damit angreifbar zu machen.

Trotzdem hält er fest: "Ganz wichtig ist, dass der neue Trainer das Vertrauen genießen kann. Wir müssen langfristiger denken und mehr Geduld aufbringen, auch mit jüngeren Spielern. Das wird entscheidend sein. Es darf nicht nur von Saison zu Saison gedacht werden, das ist der Schlüssel. Das ist mit dem Vorstand so besprochen. Danach wird auch der Trainer ausgesucht."

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Die Ausrichtung soll sich in Absprache mit dem Vorstand somit ändern, die Trainerentscheidung treffe Schicker jedoch alleine. Anfang Sommer soll es dann genaue Details geben, wie der Sturm-Weg unter ihm aussehen soll. Ob dann auch schon der neue Trainer feststeht, bleibt abzuwarten. Langfristig ist aber eing gutes Stichwort, schließlich hielt sich keiner der letzten drei Sturm-Trainer länger als ein Jahr.

Das nötige Vertrauen genoss El Maestro am Ende nicht mehr. Doch Schicker macht dem 37-Jährigen keine großen Vorwürfe, lässt aber doch durchklingen, dass er mit seiner Art, die Mannschaft zu trainieren, schlussendlich angestanden sei.

Schicker über El Maestro: "Viellleicht hat er sogar zu viel versucht"

Schicker glaubt zwar, dass der exzentrische, zuletzt gesperrte Trainer die Mannschaft noch erreicht hat, aber die Negativspirale war nicht mehr aufzuhalten.

"Er hat nach und vor den Spielen immer versucht, alles bestmöglich aufzubereiten. Aber vielleicht hat er sogar zu viel versucht. Nestor ist ein Trainer, der mit viel Überzeugung arbeitet. Wenn aber der Erfolg ausbleibt, dann glauben dir das die Spieler vielleicht nicht mehr. Das war der Schlüssel. Dann kommst du in eine Negativspirale. Sein Spiel hat davon gelebt, hinten die Null zu halten. Dann haben wir aber zu einfache Tore bekommen, zuletzt aus Standards. Dann ist es schwierig, da rauszukommen."

Die Mannschaft hatte sich zuletzt nicht mit Ruhm bekleckert, hängende Köpfe waren das Resultat. "Man hat gesehen, dass die Spieler im Kopf sehr leer waren, das war auch ein Grund. Nach einem Gespräch mit Nestor habe ich gemerkt, dass es schwierig wird. Das ist der Hauptgrund!"

"Wir wollten noch einmal einen neuen Impuls setzen"

Bevor man mit dem Negativlauf in die Sommerpause geht, wollte man eine Entscheidung treffen, um die Mannschaft doch noch aufzuwecken. Selbst die Hoffnung, doch noch als Tabellenfünfter am Playoff teilnzunehmen, gibt Sturm nicht auf.

"Wir wollten noch einmal versuchen, die letzten drei Spiele einen neuen Impuls zu setzen", verrät Schicker, "und das Amateure-Erfolgstrainerduo mit Hösele und Tauschmann zu installieren. Wenn es uns gelingen sollte, aus drei Spielen fünf Spiele zu machen (Anm.: mit Playoff), ist es super. Aber das ist nicht das Wichtigste! Wichtiger ist es, die Mannschaft mental aufzurichten, damit wir wieder schönen Fußball zu sehen bekommen."

(Artikel wird unter dem Video fortgesetzt)

Dass Hösele der richtige Mann dafür ist, steht für Schicker außer Frage. Die Erfahrungen, die dieser im Nachwuchs und bei den Amateuren gesammelt hat, sollen Sturm in der Schlussphase der Saison zugute kommen.

Beinahe ausschließen will Schicker jedoch, dass Hösele und Tauschmann möglicherweise über die Saison hinaus die Profis betreuen. Zu sehr schätzt er die Arbeit mit den jungen Talenten, um diese an die Profis heranzuführen. "Diese Position ist mir genauso wichtig."

Höseles Feuertaufe gegen Rapid als Chance

Dem scheidenden Trainer El Maestro und seinem Bruder und Co-Trainer Nikon wünscht der Sportchef alles Gute für ihren weiteren Weg. Nach einem Gespräch am Donnerstag war der Abschied besiegelt.

Bei Sturm hat es am Ende nicht mehr gepasst, trotzdem ist sich Schicker sicher: "Ich bin überzeugt, er wird seinen Weg als Trainer weiter machen." Höseles Feuertaufe steigt bereits am Sonntag im Heimspiel gegen den SK Rapid Wien.

Eine normalerweise heiße Partie mit den lautesten Fankurven des Landes. Diesmal allerdings unter anderen Bedingungen im leeren Stadion und als Duell zweier angeschlagener Teams. Sturm verlor sechs der sieben Spiele in der Meistergruppe, Rapids Lauf endete zuletzt abrupt mit Heimniederlagen gegen Hartberg und dem 2:7 gegen Salzburg.

Möglicherweise eine gute Chance, um bei Sturm den Schalter umzulegen.

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