Altach: Turbulente statt besinnliche Adventzeit

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Der SCR Altach hat schon einmal bessere und vor allem ruhigere Zeiten erlebt.

Knapp zweieinhalb Wochen vor dem "Heiligen Abend" deutet im Ländle nicht viel auf eine besinnliche Weihnachtszeit hin.

Sportliche Krise, Fan-Aufstand und der bevorstehende Rückzug von Präsident Karlheinz Kopf lassen eher auf eine ungemütliche Zeit schließen.

Der scheidende Boss hat zudem mit seinen Aussagen vor dem Salzburg-Spiel am vergangenen Sonntag eine erneute Trainerdiskussion eröffnet.

"Wenn sich an unserer Situation nichts ändert, wird man sich spätestens im Winter zusammensetzen müssen und schauen, wie es weitergeht", meinte der 61-Jährige.

Die Aussage in dem von „Sky“ im Vorfeld der 0:1-Niederlage gegen die Bullen ausgestrahlten Clip decken sich so gar nicht mit jenen von Sport-Geschäftsführer Georg Zellhofer.

Dieser sagte letzte Woche: "Wir haben noch drei wichtige Spiele und fangen jetzt keine Trainerdiskussion an.“

Zusatz des 58-Jährigen: "Es geht jetzt nur mit einem Miteinander. Alle sitzen in einem Boot und es geht darum, die Kurve zu kratzen."

Auch Zellhofer lenkt ein

Zwar lieferten die Rheindörfer gegen den Serienmeister eine phasenweise richtig starke Leistung ab, Zählbares sprang jedoch wieder nichts heraus.

Und deswegen war auch Zellhofer gezwungen, einzulenken: "Ich muss mich den Worten des Präsidenten anschließen."

Trainer Werner Grabherr weiß daher, welche Stunde es mittlerweile für ihn geschlagen hat. "Ich denke, dass wir die Situation sauber analysieren müssen. Wir schauen von Spiel zu Spiel, schauen auf unsere Mannschaft und machen das, was wir können, das ist am Platz zu arbeiten. Für alles andere sind Gremien und Geschäftsführer zuständig. Da haben wir auch volles Vertrauen in deren Arbeit und deswegen fokussieren wir uns voll auf die Mannschaft. Mit elf Punkten liegen wir sicher nicht im Soll, daher ist es legitim, wenn man über die Zukunft - vielleicht ohne mich - nachdenkt", erklärt der 33-Jährige.

Pacult als Nachfolger?

Der Blog "Peter Linden Live" bringt Peter Pacult als möglichen Nachfolger ins Spiel. Der 59-Jährige ist seit seinem Aus in Albanien bei Kukesi Mitte Juli ohne Verein und immerhin Rapids letzter Meistertrainer.

"Mit elf Punkten liegen wir sicher nicht im Soll, daher ist es legitim, wenn man über die Zukunft - vielleicht ohne mich - nachdenkt."

Grabherr über seinen Status

Für Grabherr geht es in dieser Saison nicht zum ersten Mal um seinen Job. Schon Mitte September war er nach vier Niederlagen in Serie angezählt, schaffte mit dem Cup-Aufstieg ins Achtelfinale und zwei Liga-Siegen gegen Admira (4:2/a) und der Wiener Austria (2:0/h) aber einen vermeintlichen Turnaround.

Katastrophale Zahlen

Der Heimsieg am 6. Oktober gegen die Veilchen war aber gleichzeitig der letzte volle Erfolg. Seither gab es in sechs Runden magere drei Punkte, weshalb seine Position nun wieder wackelt.

"Wir hatten einen katastrophalen Saisonstart. Diesen verlorenen Punkten nachzulaufen, ist nicht so einfach", verweist Zellhofer auf die Niederlagen in den Heimspielen gegen Mattersburg, Wacker, St. Pölten und Wolfsberg.

Die nackten Zahlen lesen sich ebenfalls erschreckend: Nur zwei Saisonsiege, seit sechs Spielen sieglos, 12 Mal das 0:1 kassiert und nur ein einziges Mal zu Null gespielt.

Daher rangieren die Altacher mit lediglich elf Punkten am vorletzten Tabellenplatz. Der Vorsprung auf Schlusslicht Admira beträgt gerade einmal einen Punkt.

Sollten die Vorarlberger, die in der vergangenen Saison noch im Europacup vertreten waren und erst im Europa-League-Playoff knapp an Maccabi Tel Aviv scheiterten, als Letzter überwintern, wären die Tage von Grabherr wohl endgültig gezählt.

Grabherr schon zwei Mal Interimslösung

Dieser saß in seiner jungen Trainerkarriere bereits zwei Mal als Interimslösung am Altacher Trainersessel.

Grabherr, Kopf und Zellhofer (v.l.n.r.)
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Nachdem Aufstiegs-Trainer Damir Canadi im November 2016 von Rapid abgeworben wurde, übernahm der ehemalige Marketingleiter des SCRA für die restlichen sechs Runden der Herbstsaison.

Seine Bilanz konnte sich sehen lassen. Vier Siege (u.a. ein 3:1 gegen Rapid), ein Remis und nur eine Niederlage (1:4 gegen Salzburg) sprangen heraus, was einen Punkteschnitt von 2,17 bedeutete.

Aufgrund der fehlenden Pro-Lizenz konnte er damals aber nicht als langfristige Lösung fungieren, weshalb Martin Scherb mit 1. Jänner 2017 seine Arbeit aufnahm. Doch nach nur fünf Monaten trennte sich der Klub vom Niederösterreicher, Grabherr kehrte für ein Spiel (0:1 gegen Salzburg) zurück.

Im Sommer 2017 präsentierten die Rheindörfer dann Klaus Schmidt als neuen starken Mann, nach einer Saison wurde der Grazer wieder von Grabherr abgelöst. Diesmal war ein langfristiges Engagement geplant, Grabherr Teil des Pro-Lizenz-Kurses des ÖFB.

"Sind ein gewisses Risiko eingegangen"

"Wir haben einen sehr jungen Trainer, dem wir ganz bewusst eine Chance gegeben haben und damit auch ein gewisses Risiko eingegangen sind", gibt Kopf zu.

Das erste Endspiel hat das Trainer-Eigengewächs am Samstag (ab 17:00 im LAOLA1-Ticker) auswärts gegen St. Pölten. Am letzten Spieltag vor der Winterpause wartet daheim Aufsteiger TSV Hartberg.

Damit es im Ländle doch noch irgendwie eine halbwegs besinnliche Weihnachtszeit geben wird, helfen wohl nur Siege.

Textquelle: © LAOLA1.at

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