Endstand
0:1
0:0 , 0:1
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Salzburg-Unserie wird immer schlimmer: "Echt nicht gut genug"

Daniel Beichler macht nach dem vierten torlosen Spiel seiner Mannschaft hintereinander fehlende Basics aus. Seine Spieler stellen sich hinter ihn:

Salzburg-Unserie wird immer schlimmer: "Echt nicht gut genug" Foto: © GEPA

Zum ersten Mal ein Auftaktspiel in der Meistergruppe verloren, eine mit nun über 360 Minuten andauernde neue Rekord-Torflaute - die Krise beim FC Red Bull Salzburg hat einen neuen Tiefpunkt erreicht.

Gegen den SK Rapid - eigentlich ein Lieblingsgegner auf heimischem Boden - setzte es ein 0:1 (Spielbericht >>>) und damit das gleiche Ergebnis wie in der Vorwoche auswärts im Allianz Stadion.

Der Unterschied zum Duell vor sieben Tagen: Die Niederlage war diesmal eine mehr als gerechte, Salzburg ließ spielerisch fast alles vermissen und zeigte sich in der Defensive löchrig.

"Das ist echt nicht gut genug für uns"

"Wir können nur dann überlegen und dominant sein, wenn wir in den vermeintlichen Basics richtig gut sind. In dieser Hinsicht hätte ich den Jungs in den letzten Wochen nie etwas vorwerfen können, da hat es andere Gründe gegeben. Heute waren wir darin nicht gut genug, das muss man ganz klar sagen", zeigt sich "Bullen"-Coach Daniel Beichler schwer enttäuscht vom blutleeren Auftritt seiner Mannschaft.

Er konstatiert: "Das ist echt nicht gut genug für uns. Das ist nicht der Anspruch."

Vor allem, wie wirkungslos das Pressing seiner Mannschaft - Rapid konnte sich immer wieder gut aus der eigenen Hälfte befreien und schnell umschalten - diesmal war, macht den Jungtrainer betroffen: "Wir haben Rapid zu sehr Fußballspielen lassen. Gegen den Ball waren wir heute nicht gemeinsam unterwegs."

Keine Vorwürfe an Rotsünder Gadou

Fußball gespielt hat Rapid speziell rund um die 68. Spielminute sehr gut.

Nach eigenem Abstoß kombinierten sich die Hütteldorfer fast problemlos aus der eigenen Hälfte, Salzburg bekam zu keinem Moment Zugriff im Pressing - und plötzlich konnte der frische Petter Nossa Dahl alleine auf das "Bullen"-Tor zulaufen.

Alexander Schlager verpasste den Moment, um aus seinem Kasten zukommen, Joane Gadou erwischte eine ungünstige Schrittfolge im Laufduell mit Dahl und musste schließlich zur Notbremse greifen, die freilich mit Rot und Freistoß für Rapid geahndet wurde.

"Das war ein Missverständnis zwischen Joane und Alex, sowas kommt im Fußball immer wieder vor", will Beichler dem jungen Franzosen in dieser Situation keinen Vorwurf machen.

Beichler sah "das schlechteste Spiel, seitdem ich hier Trainer bin"

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Rat- und Fassungslosigkeit in Salzburg
Foto: ©GEPA

Dass der anschließende Freistoß von Matthias Seidl abgefälscht im Tor landete, "passt zur aktuellen Situation dazu", seufzt Beichler.

Bezeichnend für die aktuelle Misere sei auch, dass seine Mannschaft durchaus glücklich unmittelbar vor Schluss doch noch eine Top-Chance vorfand, Frans Krätzig diese aber deutlich über das Tor vergab.

Insgesamt hat der Steirer am Sonntag "sicher das schlechteste Spiel, seitdem ich hier Trainer bin", gesehen.

Richtungsweisendes Spiel gegen Sturm vor der Brust

Die Unleistung seiner Mannschaft kam für Beichler auch deshalb so überraschend, weil "die Trainingswoche sehr ordentlich war - auch wenn es keiner hören will".

Von einer guten Trainingswoche kann man sich im Profifußball aber sehr wenig kaufen, das ist auch dem Salzburger Coach bewusst: "Wir müssen definitiv - und ich rede selten über 'müssen' - hinkriegen, das, was ich im Training sehe, dort zu liefern, wo es wirklich zählt - nämlich am Sonntag."

Oder im aktuellen Fall am kommenden Freitag, wenn es auswärts gegen Titelverteidiger SK Sturm geht.

"Ein Schuss ins Kreuzeck zählt gleich viel, wie wenn ich den Ball über die Linie schiebe"

Wie Beichler seine Mannschaft in dieser kurzen Zeit für ein solch richtungsweisendes Spiel wieder hinbekommen möchte?

"Wir müssen mega hackln", fordert der Grazer. "In so einer Situation geht es darum, über harte Arbeit und Fokus auf die Basics wieder in einen Zustand zu kommen, in dem das Fußballspielen Spaß macht."

Gleichzeitig fordert der 37-Jährige - nicht zum ersten Mal - ein, dass es nicht immer notwendig sei, den Ball sprichwörtlich ins Tor zu tragen oder ihn ins Kreuzeck zu zwirbeln:

"Wir müssen einmal ein Tor erzwingen. Es passiert noch immer zu häufig, dass wir versuchen, brutal schöne, super herausgespielte Tore zu erzielen. Aber ein Schuss ins Kreuzeck zählt gleich viel, wie wenn ich den Ball über die Linie schiebe."

Beichler schon angezählt? Schuster mit Appell

"Wenn wir jetzt wieder den Trainer wechseln, wird es auch nichts bringen. Wir müssen uns selbst an der Nase nehmen"

Jannik Schuster

Beichler selbst gerät nach einer solch historischen Unserie zum Start seiner Bundesliga-Trainer-Karriere freilich ins Zentrum der Kritik.

"Bullen"-Sportchef Marcus Mann schob jeglicher Trainerdiskussion bereits in der Vorwoche präventiv einen Riegel vor, indem er gegenüber "Sky" betonte, dass Beichler kein "Wunderheiler" sei und man sich nun lange genug - nämlich bis zum Rauswurf von Thomas Letsch - hinter einer Trainerdiskussion versteckte. Nun sind also die Spieler gefordert.

"Wie viele Trainer hatten wir in den letzten zwei, drei Jahren? Im Endeffekt liegt es an uns, der Mannschaft, und nicht am Trainer. Wenn wir jetzt wieder den Trainer wechseln, wird es auch nichts bringen. Wir müssen uns selbst an der Nase nehmen", nimmt Jannik Schuster seine Mitspieler und sich selbst in die Pflicht.

Mangelnde Basics, fehlende Effizienz, ratlose Trainer - die Salzburger Probleme sind mittlerweile seit Jahren die gleichen, Lösungen dafür sind nach wie vor weit und breit keine zu finden.

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