Rieds "harte Typen" wollen nach Derby-Pleite weiterkämpfen
Erneut gibt die SV Ried in den letzten Minuten kostbare Punkte her. Die Stimmungslage schwankt zwischen Frust und Durchhalteparolen.
Die Innviertler gehen daheim im Oberösterreich-Derby mit 2:4 als Verlierer vom Platz (Zum Spielbericht >>>).
Nach einem engagierten Kampf muss man sich erneut in den letzten Minuten der Partie dem Rivalen aus Linz geschlagen geben. Erst vor wenigen Tagen im Cup unterlag man dem LASK 4:5 in der Verlängerung.
Nach fast 90 Minuten stand es in diesem Derby ebenfalls noch 2:2. Dann zerschossen Usor und Danek die Hoffnungen der Ried-Fans.
"Tut brutal weh"
Den Rieder Torschützen Ante Bajic nervt es im "Sky"-Interview, dass erneut kurz vor Schluss wichtige Punkte aus der Hand gegeben wurden: "Es ist nicht nur dieses Spiel, es sind auch die letzten Spiele, wo wir einfach Punkte liegenlassen haben. Das ist einfach unnötig und tut brutal weh."
Auch Routinier Schwab hadert mit dem Ergebnis und spricht von einer schmerzhaften Niederlage: " Es tut richtig weh, weil wir hart arbeiten, weil wir in der ersten Halbzeit einen guten Fußball gespielt haben. In der zweiten Halbzeit war der LASK besser, so ehrlich muss man sein, aber trotzdem müssen wir das Spiel auf keinen Fall wieder so verlieren."
"Es sind Kleinigkeiten, die wir zum Schluss nicht hinbringen, die wir nicht gut wegverteidigen. Da ist die gesamte Mannschaft gefordert und wir werden das so schnell wie möglich abstellen", zieht Schwab seine Schlüsse.
Leistungssteigerung zum letzten Derby
Rieds Trainer Despotovic ist ebenfalls traurig über die verpassten Punkte und das zweite verlorene Derby binnen zehn Tagen.
Das Match heute habe Kraft gekostet, man könne allerdings auch positive Aspekte aus dem Spiel schließen: "Natürlich sehr nervenaufreibend. Ich glaube, wir haben alles investiert. Am Ende wurden wir nicht belohnt. Aber ich glaube, es war schon eine bessere Leistung als im Cup."
Laut dem Kroaten ist die Schuld für die späten Gegentreffer nicht in der Spielanlage zu suchen: "Das war jetzt einfach nur ein unglücklicher Schuss. Das war kein strukturelles Problem. Wir waren in den letzten Spielen defensiv zu passiv. Da habe ich heute schon gesehen, dass wir das besser gemacht haben."
"Harte Typen"
Dennoch möchte Despotovic den Kopf nicht hängen lassen und nach vorne auf wichtige Spiele blicken. Auch wenn die Niederlage unglücklich gewesen sei, gibt es Stellschrauben, an denen man arbeiten kann: "Wir sind nicht zufrieden. Wir sind jetzt auch sehr enttäuscht und wir werden versuchen, das nächste Spiel noch besser zu machen."
"Wir haben wieder Lehrgeld bezahlt. Aber das ist ja etwas, was wir auch jeden Tag im Training machen. Das ist eine Truppe, die immer weitermachen wird. Ich glaube, man kann das wegstecken. Wenn du ein harter Typ bist, dann machst du immer weiter - und das sind harte Typen, die können das", lobt der Trainer seine Mannschaft.
Das nächste Duell wartet auf die Rieder am 22. November auswärts in Wolfsberg.